{"id":946,"date":"2024-03-15T16:58:40","date_gmt":"2024-03-15T15:58:40","guid":{"rendered":"https:\/\/renebote.de\/?page_id=946"},"modified":"2024-03-15T16:58:40","modified_gmt":"2024-03-15T15:58:40","slug":"dynamit-von-damals","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/renebote.de\/?page_id=946","title":{"rendered":"Dynamit von damals"},"content":{"rendered":"\n<dialog id=\"imgFull\" class=\"coverFullsizeDialog\" style=\"display: none;\" onclick=\"hideFullsizeCoverDialog();\" >\n\t<img decoding=\"async\" id=\"coverFullsize\" src=\"\" alt=\"Cover des Buchs Dynamit von damals\" \/>\n<\/dialog>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9baa9b4c wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:40%\">\n<img decoding=\"async\" id=\"coverPreview\" class=\"coverPreviewBook\" src=\"https:\/\/renebote.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Cover-Dynamit-von-damals.webp\" onclick=\"showFullsizeCoverDialog();\" alt=\"Cover des Buchs Dynamit von damals\" \/>\n<div class=\"bookPageGeneralInfoContainer\">\n    <div class=\"bookPageEditionsContainer\">\n\t\t\t\t<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/renebote.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Ebook.webp\" style=\"width: 100%;\" title=\"Erh\u00e4ltlich als E-Book\" \/>\n    <\/div>\n    <div class=\"bookPageInfoRowsContainer\">\n\t\t<div class=\"bookPageInfoRow\">\n            <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/renebote.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Erscheinungstermin.webp\" class=\"bookPageInfoIcon\" title=\"Erscheinungsdatum\" \/>6. April 2023\n        <\/div>\n\t\t<div class=\"bookPageInfoRow\">\n            <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/renebote.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Seiten.webp\" class=\"bookPageInfoIcon\" title=\"Seiten\" \/>85\n        <\/div>\n\t\t<div class=\"bookPageInfoRow\">\n            <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/renebote.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/ISBN.webp\" class=\"bookPageInfoIcon\" title=\"ISBN\" \/>978-3752622140\n        <\/div>\n\t\t<div class=\"bookPageInfoRow\">\n            <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/renebote.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Verlag.webp\" class=\"bookPageInfoIcon\" title=\"Ver\u00f6ffentlicht bei\" \/>Books on Demand\n        <\/div>\n    <\/div>\n<\/div>\n<div class=\"justifyText marginTop\">\n\t<p>Die fast hundert Jahre alten Tage&shy;buch&shy;seiten, die Julius beim Umzug auf dem Dach&shy;boden des neuen Hauses findet, sind ein Schock: Der Ver&shy;fassser des Tage&shy;buchs hat irgend&shy;wo im Haus eine Erfin&shy;dung ver&shy;steckt, die er f\u00fcr so gef\u00e4hr&shy;lich hielt, dass er offen&shy;sicht&shy;lich niemanden au\u00df\u009fer seinem Tage&shy;buch einzu&shy;weihen gewagt hat. Weil es schon an ein Wunder grenzt, dass Julius \u00fcber&shy;haupt auf die Auf&shy;zeich&shy;nungen gesto&shy;\u00df\u009fen ist, muss diese Erfin&shy;dung noch da sein. Notge&shy;drungen macht Julius sich auf die Suche, um das Ding zu finden und weg&shy;schaf&shy;fen zu lassen, bevor wirk&shy;lich noch etwas pas&shy;siert &#8230;<\/p>\n\n<\/div>\n<div class=\"fullWidthRow marginTop\">\n\t<b>E-Book \u20ac1,49<\/b>\n<\/div>\n<div class=\"fullWidthRow noBlockStartMargin\">\n\t<div style=\"width: 30%\";>\n\t\t<a href=\"https:\/\/books.apple.com\/de\/book\/dynamit-von-damals\/id6446887235\">\n\t\t\t<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/renebote.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Shop-Icon-iBooks.webp\" style=\"width: 100%; cursor: pointer;\" title=\"Link zum iBooks-Shop (Apple)\"\/>\n\t\t<\/a>\n\t<\/div>\t<div style=\"width: 30%\";>\n\t\t<a href=\"https:\/\/www.ebook.de\/de\/product\/45797535\/rene_bote_dynamit_von_damals.html\">\n\t\t\t<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/renebote.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Shop-Icon-Ebook_de.webp\" style=\"width: 100%; cursor: pointer;\" title=\"Link zum Shop von ebook.de\"\/>\n\t\t<\/a>\n\t<\/div>\t<div style=\"width: 30%\";>\n\t\t<a href=\"https:\/\/www.bod.de\/buchshop\/dynamit-von-damals-rene-bote-9783752622140\">\n\t\t\t<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/renebote.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Shop-Icon-BoD.webp\" style=\"width: 100%; cursor: pointer;\" title=\"Link zum Shop von BoD\"\/>\n\t\t<\/a>\n\t<\/div>\n<\/div>\n\n<div class=\"justifyText\"><p><b>Autorenplauderei: Vom Titel zur Ge&shy;schichte<\/b><\/p><p>Beim Ent&shy;wickeln der Idee f\u00fcr diese Ge&shy;schichte habe ich ein kleines Experi&shy;ment gewagt: Ich habe ein biss&shy;chen mit einem Buch&shy;titel&shy;gene&shy;rator ge&shy;spielt, einem Werk&shy;zeug, das aus einer gro\u00dfen Samm&shy;lung von W\u00f6rtern und einer Auswahl ver&shy;schie&shy;dener Struk&shy;turen zuf\u00e4l&shy;lige Titel gene&shy;riert. Das er&shy;innert ein biss&shy;chen an die Schreib&shy;wett&shy;bewerbe mit einem vorge&shy;gebenen Stich&shy;wort, an denen ich regel&shy;m\u00e4\u00dfig teil&shy;nehme, war aber auf andere Weise heraus&shy;for&shy;dernd. Bei den Schreib&shy;wettbe&shy;werben ist das Thema in der Regel in sich sinn&shy;voll, die Heraus&shy;forde&shy;rung besteht darin, eine Ge&shy;schichte zu finden, die dazu passt und sich in einer begrenz&shy;ten Anzahl von W\u00f6rtern erz\u00e4h&shy;len l\u00e4sst. Die zuf\u00e4l&shy;lig zu&shy;sammen&shy;gepuz&shy;zelten Titel stellen einen dagegen vor die Heraus&shy;forde&shy;rung, \u00fcber&shy;haupt eine Idee dazu zu ent&shy;wickeln. Ich gebe gern zu, dass ich auch mehrere Titel gene&shy;rieren musste, ehe einer dabei war, zu dem mir etwas einge&shy;fallen ist: <i>Gl\u00e4n&shy;zende Zeichen und maue Stollen<\/i>. Meine Gedan&shy;ken gingen dabei schnell zu gol&shy;denen In&shy;schrif&shy;ten, die den Prota&shy;gonis&shy;ten oder die Protago&shy;nistin in fins&shy;tere G\u00e4nge f\u00fchren. Genauso gut h\u00e4tte eine Ge&shy;schichte mit diesem Titel aber auch von einem B\u00e4cker handeln k\u00f6nnen, der seinen Laden trotz bester Lage in den Sand setzt, weil er die Mar&shy;zipan&shy;stollen nicht hinbe&shy;kommt. Es hat auf jeden Fall Spa\u00df gemacht, ob ich es noch einmal auf diese Weise ver&shy;suche, wird die Zeit zeigen.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<div class=\"justifyText\">\n<p style=\"margin-top: -5px;\"><b>Das neue Haus<\/b><\/p>\n<p>Mit gemischten Gef\u00fchlen lie\u00df Julius den Blick \u00fcber die Fassade des alten Hauses schweifen. Zwei Stockwerke, breite Fenster unten, nicht ganz so breite oben, f\u00fcnf Stufen bis zur Haust\u00fcr. Heller Putz, der mal eine Reinigung vertragen konnte, und Simse, die Moos angesetzt hatten, ohne dass das Haus deshalb heruntergekommen gewirkt h\u00e4tte. Etwas d\u00fcster, aber der Eindruck konnte auch von den hohen B\u00e4umen kommen, die das Haus einrahmten, und vom wolkenverhangenen Himmel. Bei Sonnenschein w\u00fcrde es vielleicht richtig freundlich wirken.<\/p>\n<p>Wie alt das Haus war, wusste er nicht. Die Unterlagen waren verloren gegangen, im Zweiten Weltkrieg wohl, sagten seine Eltern, nur alte Karten erlaubten es, den Zeitraum einzugrenzen. Auf einer Karte von 1870 war das Haus noch nicht verzeichnet, auf zweien aus der Zeit um die Jahrhundertwende schon. Auf jeden Fall war das Haus also gut \u00fcber hundert Jahre alt, vielleicht schon hundertf\u00fcnfzig.<\/p>\n<p>Hier sollte Julius bald wohnen, und ganz sicher war er sich noch nicht, was er davon halten sollte. Der Umzug hatte unbestreitbar Vorz\u00fcge: mehr Platz f\u00fcr ihn, auch f\u00fcr seinen \u00e4lteren Bruder und seine Eltern, keine Litzmaiers mehr nebenan, die st\u00e4ndig n\u00f6rgelten, und dass das Haus einen Garten hatte, gefiel Julius auch. Es gab aber auch Dinge, von denen er f\u00fcrchtete, dass sie komplizierter werden w\u00fcrden. Der Schulweg w\u00fcrde wahrscheinlich l\u00e4nger dauern, und er sch\u00e4tzte, dass er auch sonst l\u00e4nger unterwegs sein und weniger Optionen haben w\u00fcrde, wenn er irgendwo hinwollte. Wo er jetzt wohnte, hatten die Busverbindungen auch Luft nach oben, aber hier fuhr bestimmt noch weniger, und wenn er Pech hatte, war die n\u00e4chste Haltestelle elend weit weg. Seine Eltern sagten zwar, so schlimm w\u00fcrde es nicht werden, es g\u00e4be genug Busse, aber noch zweifelte er.<\/p>\n<p>Er sah das Haus zum ersten Mal, zwei Tage zuvor hatten seine Eltern den Kaufvertrag unterschrieben. Ein bisschen war er sauer gewesen, dass er bei der Besichtigung nicht dabei gewesen war, aber es war wohl alles sehr schnell gegangen. Inzwischen hatte er das abgehakt und w\u00fcrde sehen, dass er das Beste daraus machte. Immerhin blieben sie in der gleichen Stadt, er w\u00fcrde also nicht seine Freunde verlieren.<\/p>\n<p>Julius gab sich einen Ruck und folgte seinen Eltern, die schon an der T\u00fcr waren. Sein Vater schloss auf und hakte dann den Schl\u00fcssel vom Schl\u00fcsselbund. \u201eHier!\u201c, sagte er und hielt seinem Sohn den Schl\u00fcssel hin. \u201eDann hast du schon mal deinen.\u201c Julius nickte, nahm den Schl\u00fcssel und h\u00e4ngte ihn an sein eigenes Schl\u00fcsselbund.<\/p>\n<p>Etwas unsicher folgte er seinen Eltern nach drinnen. Die Diele war d\u00e4mmrig, weil nur der schmale Glaseinsatz in der T\u00fcr und ein kleines Fenster daneben etwas Licht hereinlie\u00dfen. Die T\u00fcren zu den angrenzenden R\u00e4umen waren angelehnt, und Julius hatte keine Ahnung, ob er hingehen und eine \u00f6ffnen sollte.<\/p>\n<p>Seine Eltern schienen zu sp\u00fcren, was in ihm vorging. \u201eSchau dich ruhig um!\u201c, ermunterte sein Vater ihn. \u201eHier gibt\u2019s weder Gespenster noch mit Speeren gespickte Fallgruben.\u201c Julius grinste matt. \u201eSteht schon fest, was in welchem Zimmer ist?\u201c, fragte er. \u201eEigentlich schon\u201c, antwortete seine Mutter. Das h\u00e4tte Julius sich denken k\u00f6nnen, sie mussten sich ja Gedanken dar\u00fcber gemacht haben, sonst h\u00e4tten sie gar nicht absch\u00e4tzen k\u00f6nnen, ob das Haus zu ihnen passte. \u201eEigentlich\u201c bedeutete aber, dass wohl noch nicht alles in Stein gemei\u00dfelt war und seine Eltern vielleicht mit sich reden lassen w\u00fcrden, wenn ihm oder seinem Bruder ein anderes Zimmer lieber war.<\/p>\n<p>Die den beiden Jungen zugedachten Zimmer lagen im ersten Stock zum Garten raus. Von den beiden R\u00e4umen zur Stra\u00dfe hin sollte einer das Schlafzimmer der Eltern werden, den anderen wollte Julius\u2018 Mutter sich unter den Nagel rei\u00dfen. Sie arbeitete als Literatur\u00fcbersetzerin meistenteils von zu Hause aus, und die Ecke im Wohnzimmer, die sie sich in der alten Wohnung daf\u00fcr eingerichtet hatte, war eigentlich viel zu klein. Sie hatte fr\u00fcher einmal \u00fcberlegt, ob sie ein B\u00fcro mieten sollte, aber angesichts der Preise daf\u00fcr hatte sie den Gedanken wieder verworfen.<\/p>\n<p>Die Zimmer f\u00fcr Julius und seinen Bruder waren spiegelverkehrt. Sie hatten jeweils ein Fenster zum Garten, ein weiteres zur Seite raus und eine T\u00fcr zum Bad, das sie zwischen sich einklemmten. \u201eWenn ihr tauschen wollt, ist das auch okay\u201c, sagte Julius\u2018 Mutter. \u201eDie Zimmer sind gleich gro\u00df und gr\u00f6\u00dfer als eure Zimmer jetzt, da wird also keiner \u00fcbervorteilt, und mit den M\u00f6beln sollte es auch keine Probleme geben.\u201c<\/p>\n<p>Julius schaute sich die Sache an und sah tats\u00e4chlich keinen Grund, Anspruch auf das Zimmer zu erheben, in das seine Eltern auf dem Grundriss den Namen seines Bruders eingetragen hatten. Auch Markus, der schon 16 war, war es vermutlich egal, Julius konnte also getrost anfangen, zu planen, wie er seine M\u00f6bel stellen wollte. Seine Eltern w\u00fcrden ihm da nicht reinreden, und weil der Elektriker ohnehin noch einiges im Haus richten musste, konnten sogar noch Steckdosen nachger\u00fcstet werden. Das war praktisch, denn so w\u00fcrde Julius den Schreibtisch, auf dem auch sein Computer stand, ans seitliche Fenster stellen k\u00f6nnen, ohne eine lange Verl\u00e4ngerungsschnur legen zu m\u00fcssen. Das Bett sollte unter das Fenster zum Garten, wie er den Kleiderschrank und die Regale stellen beziehungsweise h\u00e4ngen w\u00fcrde, wusste Julius noch nicht so genau.<\/p>\n<p>Die Entscheidung hatte auch keine Eile, denn auch wenn seine Eltern beim Hauskauf rasch N\u00e4gel mit K\u00f6pfen gemacht hatten, w\u00fcrde der Umzug sich hinziehen. In den n\u00e4chsten ein oder zwei Wochen w\u00fcrden haupts\u00e4chlich Handwerker das Sagen haben, um verschiedene Dinge zu richten. Da hatten Julius\u2018 Eltern noch einmal Gl\u00fcck gehabt, dass sie jemanden kannten, der wiederum gute Kontakte zu verschiedenen Firmen hatte und kurzfristig Termine festgezurrt hatte. Danach w\u00fcrden Julius\u2018 Eltern nach und nach die Umzugskisten packen und ins neue Haus bringen. Auf ein paar Tage kam es nicht an, weil sie den Mietvertrag f\u00fcr die alte Wohnung ohnehin nicht von einem Tag auf den anderen k\u00fcndigen konnten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>Der Dachboden<\/b><\/p>\n<p>\u00dcber die fr\u00fcheren Bewohner des Hauses wussten Julius\u2018 Eltern nicht viel. Die Verk\u00e4ufer hatten nicht hier gewohnt, sie wohnten irgendwo bei Trier und hatten das Haus von einer entfernten Tante geerbt. Selbst hatten sie keine Verwendung daf\u00fcr, sie h\u00e4tten zu viel aufgeben m\u00fcssen, um ins Ruhrgebiet zu ziehen. Sie h\u00e4tten es nat\u00fcrlich vermieten k\u00f6nnen, aber auch daf\u00fcr h\u00e4tten sie regelm\u00e4\u00dfig herkommen m\u00fcssen. Weil sie die Tante kaum gekannt hatten, verbanden sie auch keine Erinnerungen mit dem Haus, deshalb war ihnen der Entschluss, es zu verkaufen, nicht schwergefallen.<\/p>\n<p>In den n\u00e4chsten Tagen fuhren Julius\u2018 Eltern regelm\u00e4\u00dfig zum neuen Haus, um dort zu renovieren. Julius fuhr nicht jedes Mal mit, das verlangte auch keiner von ihm, aber einige Male schloss er sich ihnen doch an. Neben den Arbeiten am Haus hatte er auch Zeit, die Umgebung zu erkunden, und fand bald, dass er es wirklich schlimmer h\u00e4tte treffen k\u00f6nnen. Zentral gelegen war das neue Haus nicht, das stimmte schon, aber es lag auch nicht am Ende der Welt. Es war eben das letzte Haus an der Stra\u00dfe, ehe die aus der Stadt herausf\u00fchrte, und etwas zur\u00fcckgesetzt, aber es schien doch alles Wichtige in der N\u00e4he zu sein. Sechs oder sieben Minuten brauchte er zu Fu\u00df bis zu einer Kreuzung, die wohl der Mittelpunkt des Ortsteils war. Es war keine richtige Einkaufsmeile, aber immerhin gab es einen B\u00e4cker, einen Friseur und eine Drogerie, die auch Schreibwaren und ein paar andere Sachen hatte, die nicht zum Kernsortiment geh\u00f6rten. Vor der Drogerie war auch die Bushaltestelle, von der aus er wohl zuk\u00fcnftig zur Schule fahren w\u00fcrde. Julius war \u00fcberrascht gewesen, als er im Internet nach den Fahrpl\u00e4nen geschaut und gesehen hatte, dass hier sogar zwei Linien fuhren, die gemeinsam einen Zwanzig-Minuten-Takt bildeten. Eine davon fuhr auch eine Haltestelle an, die n\u00e4her am Haus lag, allenfalls zwei Minuten Fu\u00dfweg, aber das war die, die nur einmal in der Stunde fuhr. Damit konnte Julius leben, er verschlechterte sich bei weitem nicht so, wie er bef\u00fcrchtet hatte, was die M\u00f6glichkeiten betraf, wegzukommen.<\/p>\n<p>Am Ende der Woche nach dem ersten Besuch im neuen Haus baute Julius seinen Kleiderschrank auf. Einen Teil der Kleidung hatte er in der alten Wohnung auf einem Regal gestapelt, genug, um damit zwei oder drei Wochen \u00fcber die Runden zu kommen. Den Rest hatte er in Umzugskartons gelegt und zusammen mit den Einzelteilen des Kleiderschranks ins Auto gepackt. Auch der Rest seiner Sachen sollte so nach und nach umziehen, und er fand das besser als eine stressige Hau-Ruck-Aktion.<\/p>\n<p>Seine Mutter half ihm beim Aufbau, allein h\u00e4tte er hier und da doch die eine oder andere Hand zu wenig gehabt. W\u00e4hrend sie arbeiteten, lie\u00df sie sich erz\u00e4hlen, wie Julius den Rest der M\u00f6bel stellen wollte. \u201eDu kannst ja mal auf dem Dachboden schauen, ob du was findest, was noch hier reinpasst\u201c, schlug sie vor, nachdem Julius ihr beschrieben hatte, wo er Bett, Schreibtisch und Regale haben wollte. \u201eF\u00fcr die Ecke zwischen den Fenstern hast du zum Beispiel noch gar nichts, oder?\u201c Das stimmte, Julius hatte nur die M\u00f6bel aus seinem alten Zimmer verplant, dem Kleiderschrank hatte er die Wand neben der T\u00fcr zugewiesen, die Regale sollten an die Wand zum Bad. \u00dcber die L\u00fccken, die dabei blieben, hatte er sich bis jetzt keine Gedanken gemacht, und er fand auch nicht, dass er sie unbedingt f\u00fcllen musste. Aber wenn er eine gute Idee hatte, warum nicht?<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>6. April 2023 85 978-3752622140 Books on Demand Die fast hundert Jahre alten Tage&shy;buch&shy;seiten, die Julius beim Umzug auf dem Dach&shy;boden des neuen Hauses findet, sind ein Schock: Der Ver&shy;fassser des Tage&shy;buchs hat irgend&shy;wo im Haus eine Erfin&shy;dung ver&shy;steckt, die er f\u00fcr so gef\u00e4hr&shy;lich hielt, dass er offen&shy;sicht&shy;lich niemanden au\u00df\u009fer seinem Tage&shy;buch einzu&shy;weihen gewagt hat. 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