{"id":940,"date":"2024-03-15T16:37:58","date_gmt":"2024-03-15T15:37:58","guid":{"rendered":"https:\/\/renebote.de\/?page_id=940"},"modified":"2024-03-15T16:37:58","modified_gmt":"2024-03-15T15:37:58","slug":"vorzueglich-bedient","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/renebote.de\/?page_id=940","title":{"rendered":"(vorz\u00fcglich) bedient"},"content":{"rendered":"\n<dialog id=\"imgFull\" class=\"coverFullsizeDialog\" style=\"display: none;\" onclick=\"hideFullsizeCoverDialog();\" >\n\t<img decoding=\"async\" id=\"coverFullsize\" src=\"\" alt=\"Cover des Buchs (vorz\u00fcglich) bedient\" \/>\n<\/dialog>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:40%\">\n<img decoding=\"async\" id=\"coverPreview\" class=\"coverPreviewBook\" src=\"https:\/\/renebote.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Cover-vorzueglich-bedient.webp\" onclick=\"showFullsizeCoverDialog();\" alt=\"Cover des Buchs (vorz\u00fcglich) bedient\" \/>\n<div class=\"bookPageGeneralInfoContainer\">\n    <div class=\"bookPageEditionsContainer\">\n\t\t\t\t<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/renebote.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Ebook.webp\" style=\"width: 100%;\" title=\"Erh\u00e4ltlich als E-Book\" \/>\n    <\/div>\n    <div class=\"bookPageInfoRowsContainer\">\n\t\t<div class=\"bookPageInfoRow\">\n            <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/renebote.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Erscheinungstermin.webp\" class=\"bookPageInfoIcon\" title=\"Erscheinungsdatum\" \/>27. Januar 2023\n        <\/div>\n\t\t<div class=\"bookPageInfoRow\">\n            <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/renebote.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Seiten.webp\" class=\"bookPageInfoIcon\" title=\"Seiten\" \/>55\n        <\/div>\n\t\t<div class=\"bookPageInfoRow\">\n            <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/renebote.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/ISBN.webp\" class=\"bookPageInfoIcon\" title=\"ISBN\" \/>978-3757803575\n        <\/div>\n\t\t<div class=\"bookPageInfoRow\">\n            <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/renebote.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Verlag.webp\" class=\"bookPageInfoIcon\" title=\"Ver\u00f6ffentlicht bei\" \/>Books on Demand\n        <\/div>\n    <\/div>\n<\/div>\n<div class=\"justifyText marginTop\">\n\t<p>Johan&shy;nes&#8216; erste Begeg&shy;nung mit Rahel ist f\u00fcr beide mehr als peinlich: Rahels Gro\u00df&shy;\u009fmutter lobt seine Mit&shy;arbeit im elter&shy;lichen Caf\u00e9 und fragt ihn, ob er sich mit Rahel anfreun&shy;den will. Wenig&shy;stens ahnt weder Rahel noch ihre Gro\u00df&shy;\u009fmutter, dass Johan&shy;nes nicht zuf\u00e4l&shy;lig an ihren Tisch gekom&shy;men ist.\n<\/p>\n<p>Es l\u00e4sst sich ja auch gut an mit Johan&shy;nes und Rahel &ndash; bis Rahel ohne Vor&shy;warnung auf Abstand geht. Oder doch nicht? Johan&shy;nes wird nicht mehr schlau aus ihr, und je l\u00e4nger er dar\u00fcber nach&shy;denkt, desto mehr ver&shy;wirrt sie ihn.<\/p>\n\n<\/div>\n<div class=\"fullWidthRow marginTop\">\n\t<b>E-Book \u20ac1,99<\/b>\n<\/div>\n<div class=\"fullWidthRow noBlockStartMargin\">\n\t<div style=\"width: 30%\";>\n\t\t<a href=\"https:\/\/books.apple.com\/de\/book\/vorz%C3%BCglich-bedient\/id6445341976\">\n\t\t\t<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/renebote.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Shop-Icon-iBooks.webp\" style=\"width: 100%; cursor: pointer;\" title=\"Link zum iBooks-Shop (Apple)\"\/>\n\t\t<\/a>\n\t<\/div>\t<div style=\"width: 30%\";>\n\t\t<a href=\"https:\/\/www.ebook.de\/de\/product\/45481486\/rene_bote_vorzueglich_bedient.html\">\n\t\t\t<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/renebote.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Shop-Icon-Ebook_de.webp\" style=\"width: 100%; cursor: pointer;\" title=\"Link zum Shop von ebook.de\"\/>\n\t\t<\/a>\n\t<\/div>\t<div style=\"width: 30%\";>\n\t\t<a href=\"https:\/\/www.bod.de\/buchshop\/vorzueglich-bedient-rene-bote-9783757803575\">\n\t\t\t<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/renebote.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Shop-Icon-BoD.webp\" style=\"width: 100%; cursor: pointer;\" title=\"Link zum Shop von BoD\"\/>\n\t\t<\/a>\n\t<\/div>\n<\/div>\n\n<div class=\"justifyText\"><p><b>Autorenplauderei: \u00dcber&shy;raschen&shy;des Ende &ndash; auch f\u00fcr mich<\/b><\/p><p>Das Ende dieser Ge&shy;schichte kam auch f\u00fcr mich \u00fcber&shy;raschend. Ich hatte von Anfang an eine klare Vorstel&shy;lung davon, wie es aus&shy;sehen sollte, aber als ich beim Schrei&shy;ben auf die Ziel&shy;gerade einge&shy;bogen bin, hat sich aus der Be&shy;schrei&shy;bung des Wegs zum letzten Schau&shy;platz heraus dieser Schau&shy;platz kom&shy;plett ver&shy;\u00e4ndert. Ich finde, es hat der Ge&shy;schichte gut&shy;getan, es unter&shy;st\u00fctzt die Roman&shy;tik auf eine Weise, die man nicht erwar&shy;ten w\u00fcrde.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<div class=\"justifyText\">\n<p style=\"margin-top: -5px;\">Das B\u00e4ckereicaf\u00e9 Schnur war leicht zu \u00fcbersehen: Es lag am Rand der Altstadt in einer engen Gasse, die vom Strom der Passanten weitestgehend unber\u00fchrt blieb. Das einzige Schaufenster war nicht sehr gro\u00df, weil die Fachwerkkonstruktion des Hauses mehr nicht zulie\u00df, und es gab auch kein weithin sichtbares Schild. Nat\u00fcrlich stand der Name des Caf\u00e9s in gro\u00dfen, dunklen Lettern \u00fcber Schaufenster und Eingangst\u00fcr, aber das sah man erst, wenn man fast schon davor stand. Ein Schild, das von der Hauswand in die Gasse hineinragte und auch von der Einm\u00fcndung am Ende der Gasse aus zu sehen gewesen w\u00e4re, hatte die Stadtverwaltung untersagt: Es h\u00e4tte die Durchfahrt blockiert f\u00fcr die wenigen Fahrzeuge, die \u00fcberhaupt hier fahren durften.<\/p>\n<p>Wie lange an diesem Ort schon Backwaren verkauft wurden, wusste niemand so genau. Die jetzige Inhaberfamilie betrieb die B\u00e4ckerei bereits in der vierten Generation, und gegeben hatte es sie schon davor. Vielleicht reichte die Geschichte bis ins Mittelalter zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Die M\u00f6glichkeit, sich hinzusetzen, um ein St\u00fcck Kuchen zu essen und einen Kaffee dazu zu trinken, gab es noch nicht ganz so lange. Erst die Eltern der derzeitigen Inhaber hatten zwei R\u00e4ume daf\u00fcr hergerichtet und ungef\u00e4hr zeitgleich auch das Angebot erweitert. Seitdem gab es dort nicht nur Brot, Br\u00f6tchen und Stuten, sondern auch Kuchen und Torte. In j\u00fcngerer Zeit waren auch noch belegte Br\u00f6tchen und Snacks dazugekommen, das wurde von einer B\u00e4ckerei heute einfach erwartet.<\/p>\n<p>Weil die Qualit\u00e4t stimmte und immer Zeit war f\u00fcr ein freundliches Wort, kamen die Leute gerne. Die Einheimischen wussten nat\u00fcrlich, dass es das Schnur in der Seitengasse gab, und viele nahmen lange Wege in Kauf, um hier ihren Bedarf an Backwaren zu decken. Das war bemerkenswert, auch, weil es unmittelbar vor dem Haus \u00fcberhaupt keine und auch im n\u00e4heren Umfeld nur begrenzt Parkm\u00f6glichkeiten gab. Alles in allem brauchte sich der aktuelle Chef am Ofen trotz Konkurrenz durch gro\u00dfe Ketten keine Sorgen zu machen, dass seine Generation die letzte sein w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Matthias Schnur war Ende drei\u00dfig und hatte zusammen mit seiner Frau vor zwei Jahren die Leitung der B\u00e4ckerei von seinen Eltern \u00fcbernommen. Mutter und Vater arbeiteten trotzdem noch mit, und f\u00fcr die Kunden \u00e4nderte sich gar nichts.<\/p>\n<p>Matthias\u2018 Kinder waren noch zu jung, um in der B\u00e4ckerei mitarbeiten zu k\u00f6nnen, aber er war trotzdem zuversichtlich, eines Tages den Staffelstab an eines von ihnen weiterreichen zu k\u00f6nnen. Johannes, der \u00c4lteste, war dreizehn und huschte schon mal schnell hinter den Verkaufstresen, wenn er sah, dass im Laden gerade \u201eLand unter\u201c war. Auch in der Backstube half er manchmal, aber nur kurz, weil die Gesetze da sehr streng waren; au\u00dferhalb des elterlichen Betriebs h\u00e4tte er noch gar nicht arbeiten d\u00fcrfen. Seine j\u00fcngeren Geschwister, Jesper und Caroline, waren erst acht und sechs und durften deshalb nur zuschauen. Sie interessierten sich aber sichtlich f\u00fcr den Beruf der Eltern und freuten sich immer riesig, wenn Mutter oder Vater privat backte und sie mitmachen durften.<\/p>\n<p>Die Kundschaft im Laden war bunt gemischt: J\u00fcngere und \u00c4ltere, M\u00e4nner und Frauen, Betuchte und finanzielle weniger gut Gestellte, ein Schnitt durch alles, was die Gesellschaft hergab. Im Caf\u00e9 war es dagegen anders, der Altersschnitt der G\u00e4ste wohl nicht so viel unter dem Rentenalter. \u00c4ltere Damen trafen sich gern zum Kaffeekr\u00e4nzchen im Schnur, und Herr Fink, der dreimal in der Woche morgens seinen koffeinfreien Kaffee trank, musste schon an die achtzig sein. Auch die Touristen, die ein gutes Gesp\u00fcr daf\u00fcr hatten, die Caf\u00e9s abseits der Touristenautobahnen zu finden, waren meist nicht mehr in den Zwanzigern.<\/p>\n<p>Das M\u00e4dchen, das Johannes an einem Montag im Mai an einem der Tische entdeckte, passte in diese Gesellschaft wie ein Segelboot in einen Hafen voller Containerschiffe. Er sah es durch die T\u00fcr, die das Caf\u00e9 mit dem Treppenhaus verband, und blieb \u00fcberrascht stehen. Das Alter war nicht so leicht zu sch\u00e4tzen, weil das M\u00e4dchen ihm das Profil zuwandte und auch Gr\u00f6\u00dfe und Statur nur zu erahnen waren, solange es sa\u00df. Johannes war aber sicher, dass es allenfalls minimal \u00e4lter war als er selbst und wahrscheinlich eher etwas j\u00fcnger. Es hatte langes, dunkelblondes Haar, das zu einem praktischen Pferdeschwanz gebunden war, und trug eine Brille. Bekleidet war es mit Jeans, T-Shirt und Sneakers, also nicht besonders herausgeputzt f\u00fcr den Caf\u00e9besuch, was auch nicht n\u00f6tig war.<\/p>\n<p>Ihre Begleitung war zu dritt und mindestens ein halbes Jahrhundert \u00e4lter: drei \u00e4ltere Damen, die sich recht gut zu kennen schienen. \u201eSeltsame Kombination!\u201c, dachte Johannes bei sich. Eine Gro\u00dfmutter oder Patentante, die ihre Enkelin oder Patentochter zu Kaffee und Kuchen einlud, w\u00e4re ihm noch eingegangen. Aber drei Rentnerinnen und eine Sch\u00fclerin? Das konnte er sich allenfalls als Vorhut einer Familienfeier vorstellen, die noch auf den Rest der Festgesellschaft wartete. Allerdings war der Tisch mit vier Personen voll besetzt, und gerade kam Christopher, ein Ghanaer, der seit einem halben Jahr im Caf\u00e9 Schnur arbeitete, mit einem Tablett an den Tisch. Nachdem er dreimal Kaffee oder Tee und eine Cola serviert hatte, brachte er wenig sp\u00e4ter noch vier Kuchenteller; das Quartett hatte also nicht blo\u00df ein Getr\u00e4nk zum \u00dcberbr\u00fccken der Wartezeit bestellt.<\/p>\n<p>F\u00fcr mehr Betrachtungen hatte Johannes keine Zeit, er war nur nach unten gekommen, um seinen besten Freund reinzulassen, mit dem er verabredet war. Steve war schon halb die Treppe oben und drehte sich gerade um. \u201eWas ist?\u201c, fragte er. \u201eKommst du?\u201c Johannes riss sich los und beeilte sich, dem Freund nach oben zu folgen. Steve hatte zum Gl\u00fcck nicht gemerkt, warum er stehen geblieben war, und fragte auch nicht weiter nach, aber irgendwie schaffte Johannes es nicht ganz, die Beobachtung aus dem Ged\u00e4chtnis zu streichen.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>27. 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