{"id":937,"date":"2024-03-15T16:22:24","date_gmt":"2024-03-15T15:22:24","guid":{"rendered":"https:\/\/renebote.de\/?page_id=937"},"modified":"2024-03-15T16:22:24","modified_gmt":"2024-03-15T15:22:24","slug":"diebstahl-im-schulkiosk","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/renebote.de\/?page_id=937","title":{"rendered":"Diebstahl im Schulkiosk"},"content":{"rendered":"\n<dialog id=\"imgFull\" class=\"coverFullsizeDialog\" style=\"display: none;\" onclick=\"hideFullsizeCoverDialog();\" >\n\t<img decoding=\"async\" id=\"coverFullsize\" src=\"\" alt=\"Cover des Buchs Diebstahl im Schulkiosk\" \/>\n<\/dialog>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9baa9b4c wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:40%\">\n<img decoding=\"async\" id=\"coverPreview\" class=\"coverPreviewBook\" src=\"https:\/\/renebote.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Cover-Diebstahl-im-Schulkiosk.webp\" onclick=\"showFullsizeCoverDialog();\" alt=\"Cover des Buchs Diebstahl im Schulkiosk\" \/>\n<div class=\"bookPageGeneralInfoContainer\">\n    <div class=\"bookPageEditionsContainer\">\n\t\t\t\t<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/renebote.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Ebook.webp\" style=\"width: 100%;\" title=\"Erh\u00e4ltlich als E-Book\" \/>\n    <\/div>\n    <div class=\"bookPageInfoRowsContainer\">\n\t\t<div class=\"bookPageInfoRow\">\n            <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/renebote.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Erscheinungstermin.webp\" class=\"bookPageInfoIcon\" title=\"Erscheinungsdatum\" \/>7. Januar 2023\n        <\/div>\n\t\t<div class=\"bookPageInfoRow\">\n            <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/renebote.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Seiten.webp\" class=\"bookPageInfoIcon\" title=\"Seiten\" \/>99\n        <\/div>\n\t\t<div class=\"bookPageInfoRow\">\n            <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/renebote.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/ISBN.webp\" class=\"bookPageInfoIcon\" title=\"ISBN\" \/>978-3756879892\n        <\/div>\n\t\t<div class=\"bookPageInfoRow\">\n            <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/renebote.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Verlag.webp\" class=\"bookPageInfoIcon\" title=\"Ver\u00f6ffentlicht bei\" \/>Books on Demand\n        <\/div>\n    <\/div>\n<\/div>\n<div class=\"justifyText marginTop\">\n\t<p>Kaum hat Ida zum ersten Mal den Verkauf im Schul&shy;kiosk \u00fcber&shy;nommen, fehlt Geld in der Kasse. F\u00fcr Kaya aus der Elften, die den Kiosk leitet, liegt der Zu&shy;sammen&shy;hang auf der Hand. Davon will sie sich nicht abbrin&shy;gen lassen, und was immer Ida ver&shy;sucht, um ihre Un&shy;schuld zu bewei&shy;sen, Kaya scheint am l\u00e4nge&shy;ren Hebel zu sitzen. Ohne ihre Freun&shy;dinnen w\u00fcrde Ida ernst&shy;haft \u00fcber&shy;legen, ob sie nicht lieber bezah&shy;len soll, damit Kaya sie endlich in Ruhe l\u00e4sst &#8230;<\/p>\n\n<\/div>\n<div class=\"fullWidthRow marginTop\">\n\t<b>E-Book \u20ac2,49<\/b>\n<\/div>\n<div class=\"fullWidthRow noBlockStartMargin\">\n\t<div style=\"width: 30%\";>\n\t\t<a href=\"https:\/\/books.apple.com\/de\/book\/diebstahl-im-schulkiosk\/id6445092797\">\n\t\t\t<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/renebote.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Shop-Icon-iBooks.webp\" style=\"width: 100%; cursor: pointer;\" title=\"Link zum iBooks-Shop (Apple)\"\/>\n\t\t<\/a>\n\t<\/div>\t<div style=\"width: 30%\";>\n\t\t<a href=\"https:\/\/www.ebook.de\/de\/product\/45195741\/rene_bote_diebstahl_im_schulkiosk.html\">\n\t\t\t<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/renebote.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Shop-Icon-Ebook_de.webp\" style=\"width: 100%; cursor: pointer;\" title=\"Link zum Shop von ebook.de\"\/>\n\t\t<\/a>\n\t<\/div>\t<div style=\"width: 30%\";>\n\t\t<a href=\"https:\/\/www.bod.de\/buchshop\/diebstahl-im-schulkiosk-rene-bote-9783756879892\">\n\t\t\t<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/renebote.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Shop-Icon-BoD.webp\" style=\"width: 100%; cursor: pointer;\" title=\"Link zum Shop von BoD\"\/>\n\t\t<\/a>\n\t<\/div>\n<\/div>\n\n<div class=\"justifyText\"><p><b>Autorenplauderei: Schrift&shy;arten<\/b><\/p><p>Wenn ich anfange, irgend&shy;was am Compu&shy;ter zu schrei&shy;ben, habe ich meine Stan&shy;dard&shy;schrift&shy;art, die mich seit vielen Jahren beglei&shy;tet &ndash; so lange, dass ich mir darum gar keine Gedan&shy;ken mehr mache. Aber in dem Moment, wo ich ein Buch f\u00fcr den Handel vorbe&shy;reite, ist es nat\u00fcr&shy;lich nicht mehr so einfach, die Schrift muss zum Buch passen. <\/p>\n<p>Was den Text&shy;block be&shy;trifft, ist das noch recht einfach zu haben: Da gibt es im Inter&shy;net genug und satt Seiten und Foren, wo dar\u00fcber disku&shy;tiert wird, und einige Namen fallen dabei immer wieder, sodass sich da recht schnell ein klares Bild heraus&shy;kristal&shy;lisiert. <\/p>\n<p>Inter&shy;essant wird es, wenn es um die Cover geht. Hier muss die Schrift nicht nur zum Inhalt der Ge&shy;schichte passen, also zum Bei&shy;spiel keine ver&shy;spielte Schrift zu einer Horror&shy;story, sondern auch zum Cover&shy;motiv, und sie muss sich vom Hinter&shy;grund ausrei&shy;chend abheben. Bei manchen Covern ist daher die Suche nach der passen&shy;den Schrift und ihrer Gestal&shy;tung mit Gr\u00f6\u00dfe, Farbe und Schatten der gr\u00f6\u00dfte Zeit&shy;fresser.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<div class=\"justifyText\">\n<p style=\"margin-top: -5px;\">Dass der Pausengong Herzen h\u00f6her schlagen lie\u00df, war in der Schule nichts Ungew\u00f6hnliches. Selbst diejenigen, die ein Fach mochten, mochten meist noch mehr die 10 oder 15 Minuten zwischen den Stunden, in denen sie tun und lassen konnten, was sie wollten.<\/p>\n<p>Ida, vor einer Woche in die 7. Klasse gekommen, bildete da keine Ausnahme. Au\u00dferdem war Englisch nicht gerade ihr Lieblingsfach, zumindest nicht bei Frau Silligmann, deren Spitzname \u201eSillyman\u201c nicht von ungef\u00e4hr kam. Das englische Wort \u201esilly\u201c hie\u00df ja \u201ebl\u00f6d\u201c oder \u201ealbern\u201c, und Ida fand die Lehrerin tats\u00e4chlich bl\u00f6d. Aber an diesem Tag bedeutete der Pausengong f\u00fcr sie etwas Wichtigeres als das Ende der Englischstunde: Sie w\u00fcrde zum ersten Mal an der Pausentheke verkaufen.<\/p>\n<p>Die Pausentheke war eine Einrichtung, die es erst seit einem Jahr wieder gab an der Schule. In Eigenregie verkauften die Kinder und Jugendlichen dort in den gro\u00dfen Pausen Getr\u00e4nke und Kleinigkeiten zu essen. Als Ida vor zwei Jahren ans Gymnasium gekommen war, hatte es stattdessen noch eine Art Caf\u00e9 gegeben, das von ein paar Eltern betrieben worden war. Das war aber nicht besonders gut angekommen, weil Angebot und Verl\u00e4sslichkeit nicht gestimmt hatten. Aus alten Sch\u00fclerzeitungen, die sie gelesen hatte, wusste Ida, dass es einige Jahre zuvor einen heftigen Streit darum gegeben hatte, was in der Schule verkauft werden sollte und was nicht. Einigen Eltern war ein Dorn im Auge gewesen, dass an der Pausentheke auch S\u00fc\u00dfigkeiten verkauft worden waren, und zeitweise hatten sie sich damit durchsetzen k\u00f6nnen. Die Pausentheke war geschlossen und daf\u00fcr das Caf\u00e9 eingerichtet worden. Doch falls die Eltern einen Run auf die belegten Brote, Obst, Gem\u00fcse und Naturjoghurt erwartet hatten, waren sie entt\u00e4uscht worden. Die allermeisten brachten sich etwas zu essen von zu Hause mit und wollten dann nur noch was zum Naschen dazu, und mittags gab es ja auch noch das Essen in der Mensa. Au\u00dferdem brauchte es eine ausreichende Zahl zuverl\u00e4ssiger Helfer, um den Betrieb aufrechtzuerhalten, und auch daran hatte es gefehlt. Ida hatte mitbekommen, dass das Caf\u00e9 oft ohne Vorank\u00fcndigung geschlossen geblieben war, und zum Schluss hatten wohl nur noch zwei oder drei M\u00fctter versucht, es irgendwie am Laufen zu halten. Selbst hatte sie sich nur einmal ein Fr\u00fchst\u00fcck geholt; normalerweise brachte sie sich Brote mit, aber an dem Tag war ihr kleiner Bruder krank gewesen, und die Eltern waren froh gewesen um alles, worum sie sich nicht zu k\u00fcmmern brauchten.<\/p>\n<p>Zum Ende des vorletzten Schuljahres war das Caf\u00e9 dann endg\u00fcltig geschlossen worden. Ganz ohne eine M\u00f6glichkeit, sich etwas zu essen und zu trinken zu kaufen, hatte die Direktorin die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler aber auch nicht lassen wollen. Es gab zwar Gesch\u00e4fte in der Umgebung der Schule, aber die Jungen und M\u00e4dchen aus der Unter- und Mittelstufe durften das Schulgel\u00e4nde in den Pausen nur in Ausnahmef\u00e4llen verlassen. Deshalb hatte die Schulleitung sich bem\u00fcht, die Pausentheke wieder aufleben zu lassen, und zwei M\u00e4dchen aus der Oberstufe daf\u00fcr gewonnen, die vor dem gro\u00dfen Streit schon dabei gewesen waren. Um diese beiden war eine Gruppe entstanden, die seitdem jeden Tag in den ersten beiden gro\u00dfen Pausen die Theke \u00f6ffnete. Das Sortiment war mit Schulleitung und Elternvertretung abgestimmt und umfasste sowohl Naschkram, als auch gesunde Snacks.<\/p>\n<p>Ida hatte sich direkt gemeldet, als sie zu Beginn des letzten Schuljahres den Aushang gesehen hatte, doch Kaya und Yvonne hatten abgelehnt. Das war nichts Pers\u00f6nliches, die Vorgabe, nur Jungen und M\u00e4dchen ab der Siebten aufw\u00e4rts zu nehmen, kam von der Schulleitung. Jetzt war Ida alt genug, sie hatte sich mit Kaya getroffen, die inzwischen in der Elften war und die Gruppe allein leitete, nachdem Yvonne Abitur gemacht hatte. Kaya hatte kurz mit ihr zusammen geschaut, welche Pausen vielleicht nicht so g\u00fcnstig waren f\u00fcr Ida, und sie dann direkt in den Dienstplan eingetragen: immer dienstags in der ersten gro\u00dfen Pause.<\/p>\n<p>Sie musste sich beeilen, denn nat\u00fcrlich sollte die Theke so schnell wie m\u00f6glich nach dem Klingeln ge\u00f6ffnet werden. Frau Silligmann wusste Bescheid und sagte nichts, als Ida aufstand, ohne zu warten, bis die Lehrerin sich verabschiedet hatte. Ida rannte den Flur entlang, die Treppe hinunter und weiter in den Raum neben dem Haupteingang, der vor ewigen Jahren einmal Hausmeisterb\u00fcro und Empfang gewesen war.<\/p>\n<p>Trotz der Eile war sie nicht die Erste, aber das machte nichts. Sie w\u00e4re ohnehin nicht reingekommen, weil sie keinen Schl\u00fcssel hatte. Hinter dem Tresen war ein schmales M\u00e4dchen mit h\u00fcftlangen, schwarzen Haaren schon dabei, die Pausentheke zu \u00f6ffnen. Das musste Ricarda aus der Neunten sein, Kaya hatte Ida gesagt, mit wem sie sie einteilen w\u00fcrde.  Ida erinnerte sich, das M\u00e4dchen schon das eine oder andere Mal auf dem Schulhof gesehen zu haben, direkt miteinander zu tun gehabt hatten sie aber noch nicht.<\/p>\n<p>\u201eHi\u201c, sagte sie \u00fcber die Theke hinweg, hinter der fr\u00fcher eine Sekret\u00e4rin gesessen und neben der eigentlichen Arbeit ein Auge auf den Eingang gehabt hatte. \u201eIch bin Ida, die Neue. L\u00e4sst du mich rein?\u201c Sie versuchte, sich ihre Aufregung nicht anmerken zu lassen, war sich aber nicht sicher, ob Ricarda es nicht doch merkte.<\/p>\n<p>\u201eHi\u201c, antwortete Ricarda. Sie schien nicht \u00fcberrascht, klar, Kaya hatte sie sicherlich vorgewarnt, dass sie eine Neue einarbeiten sollte.  Sie schob die Scheibe weiter hoch, bis sie einrastete, und kam dann an die T\u00fcr. \u201eIch bin Ricarda\u201c, stellte sie sich vor. Sie machte Platz, damit Ida an ihr vorbeigehen konnte, und dr\u00fcckte dann die T\u00fcr wieder ins Schloss. \u201eDie muss immer zu sein\u201c, erkl\u00e4rte sie. \u201eWenn hier Betrieb ist, merkst du nicht, ob da einer heimlich was abgreift.\u201c Das wagte Ida zu bezweifeln, denn der gesamte Raum lag voll im Blickfeld aller, die an der Theke standen und darauf warteten, bedient zu werden. Da den Arm durch die T\u00fcr zu stecken, um zu klauen, w\u00e4re Selbstmord gewesen. Aber sie sagte nichts, Ricarda gab vermutlich auch nur weiter, was andere an Regeln aufgestellt hatten.<\/p>\n<p>\u201eHast du so was schon mal gemacht?\u201c, erkundigte Ricarda sich. Ida sch\u00fcttelte den Kopf. \u201eNa ja, ich hab mal mit einer Freundin zusammen ein paar Sachen auf dem Flohmarkt verkauft\u201c, schr\u00e4nkte sie ein. \u201eKein Vergleich\u201c, meinte Ricarda. \u201eDa kommt ab und zu mal einer vorbei, und wenn einer wirklich was kauft, kannst du in Ruhe den Preis aushandeln und alles. Hier muss es fix gehen, schlie\u00dflich wollen alle was haben, ehe die Pause rum ist.\u201c<\/p>\n<p>Das war nicht zu verkennen, denn vor dem Tresen hatten sich in kurzer Zeit etliche Kinder und Jugendliche versammelt, und einige davon wurden schon ungeduldig. \u201eHe, einen Kakao!\u201c, rief ein Junge laut und lehnte sich dabei weit \u00fcber den Tresen. \u201eJa, gleich\u201c, gab Ricarda zur\u00fcck. Sie schien daran gew\u00f6hnt zu sein, dass manche sich nicht gedulden wollten. \u201eAlso, die Kasse steht hier unter dem Tresen\u201c, erkl\u00e4rte sie Ida. \u201eDie Preise stehen \u00fcberall dran. Achte drauf, dass keiner abhaut, ehe du sicher bist, dass er genug Geld gegeben hat! Und f\u00fcr alles, was du verkaufst, musst du einen Strich auf der Strichliste machen.\u201c<\/p>\n<p>Mehr Einf\u00fchrung bekam Ida nicht. Ricarda nahm einen Kakao aus dem K\u00fchlschrank, stellte ihn dem Jungen hin, der so ungeduldig war, kassierte und war schon beim N\u00e4chsten. Also blieb Ida nichts anderes \u00fcbrig, als sich ebenfalls in ihre neue Aufgabe zu st\u00fcrzen, obwohl sie sich l\u00e4ngst nicht sicher war, ob sie daf\u00fcr schon bereit war.<\/p>\n<p>Das gr\u00f6\u00dfte Problem war die Wand von Menschen vor dem Tresen. Ida hatte absolut keine Ahnung, wer zuerst da gewesen und damit fairerweise an der Reihe war. Mit brav hinten anstellen war da nichts, alle riefen ihre W\u00fcnsche in den Raum, schoben sich gegenseitig weg, und jeder versuchte, alle anderen zu \u00fcbert\u00f6nen. Hilfe, war das laut!<\/p>\n<p>Mehr aus dem Bauch heraus wandte Ida sich einem M\u00e4dchen zu, das selbst f\u00fcr eine F\u00fcnftkl\u00e4sslerin ziemlich klein war und von zwei \u00e4lteren Jungen, die nach vorn dr\u00e4ngten, gegen den Tresen gedr\u00fcckt wurde. \u201eWas m\u00f6chtest du?\u201c, fragte sie. Das M\u00e4dchen verlangte einen Joghurt und noch etwas, aber da musste Ida nachfragen, weil einer der Jungen dahinter das M\u00e4dchen \u00fcbert\u00f6nte. Ein M\u00fcsliriegel war der zweite Wunsch, Ida holte den Joghurt aus dem K\u00fchlschrank, den Riegel aus dem Regal und rechnete aus, was das M\u00e4dchen bezahlen musste. Eigentlich war sie gut im Kopfrechnen, aber in der Aufregung und mit dem ganzen Geschrei im Ohr fiel es ihr schwer, 80 Cent und 70 Cent zu 1,50 Euro zusammenzurechnen. Sie nahm das Zwei-Euro-St\u00fcck, das das M\u00e4dchen ihr hinhielt, legte es in die Kasse, gab 50 Cent raus und machte die beiden Striche auf der Liste. Das M\u00e4dchen zw\u00e4ngte sich zwischen den beiden Jungen durch, die keinen Millimeter Platz machten und Ida sofort ihre eigenen W\u00fcnsche zuriefen. Am liebsten h\u00e4tte Ida sie warten lassen und erst mal andere bedient, aber sie merkte schon, dass sie nicht st\u00e4ndig die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler nach Gut und B\u00f6se sortieren konnte. Dann w\u00fcrde sie \u00fcberhaupt nicht mehr nachkommen, sie war ohnehin viel zu langsam. Ricarda hatte mindestens drei Leute abgefertigt, w\u00e4hrend Ida mit der F\u00fcnftkl\u00e4sslerin besch\u00e4ftigt gewesen war. Die Neuntkl\u00e4sslerin hatte nat\u00fcrlich auch \u00dcbung, wahrscheinlich war sie dabei, seit die Pausentheke vor einem Jahr wieder eingef\u00fchrt worden war, aber trotzdem.<\/p>\n<p>Ricarda machte zum Gl\u00fcck nicht den Eindruck, als w\u00e4re sie ihr b\u00f6se. Sie warf Ida einen kurzen Blick zu, um sich zu vergewissern, dass sie zurechtkam, und k\u00fcmmerte sich dann wieder um die W\u00fcnsche der Jungen und M\u00e4dchen vor dem Tresen. Auch Ida machte weiter, gab Getr\u00e4nke, Obst, Joghurt und Snacks heraus, rechnete zusammen und kassierte.<\/p>\n<p>Der Andrang schien kaum weniger zu werden, und die Ungeduld war deutlich sp\u00fcrbar. Trotzdem hatte Ida nach ein paar Minuten das Gef\u00fchl, dass sie eigentlich schon ganz gut zurechtkam, daf\u00fcr, dass sie es zum ersten Mal machte. Nach und nach verinnerlichte sie, was wo stand, und von ein paar Sachen, die sehr gefragt waren, hatte sie sogar schon die Preise im Kopf. So fit wie Ricarda, die fast immer sofort sagen konnte, was jeder zu bezahlen hatte, war sie nat\u00fcrlich noch nicht, aber mit etwas \u00dcbung w\u00fcrde sie es vielleicht auch schaffen.<\/p>\n<p>Am Ende der Pause war Ida ziemlich geschafft. An der Pausentheke zu verkaufen, war kein Spaziergang, das waren zehn Minuten Hochleistungssport. St\u00e4ndig unterwegs, keine Sekunde Zeit zum Luftholen, und eine ganze Horde von Einpeitschern, von denen sich ein Ausbilder bei den Navy Seals noch was abschauen konnte.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>7. Januar 2023 99 978-3756879892 Books on Demand Kaum hat Ida zum ersten Mal den Verkauf im Schul&shy;kiosk \u00fcber&shy;nommen, fehlt Geld in der Kasse. F\u00fcr Kaya aus der Elften, die den Kiosk leitet, liegt der Zu&shy;sammen&shy;hang auf der Hand. 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