{"id":885,"date":"2024-03-13T20:51:51","date_gmt":"2024-03-13T19:51:51","guid":{"rendered":"https:\/\/renebote.de\/?page_id=885"},"modified":"2024-03-13T20:51:51","modified_gmt":"2024-03-13T19:51:51","slug":"die-gefaehrliche-reise-der-snippe-deern","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/renebote.de\/?page_id=885","title":{"rendered":"Die gef\u00e4hrliche Reise der Snippe Deern"},"content":{"rendered":"\n<dialog id=\"imgFull\" class=\"coverFullsizeDialog\" style=\"display: none;\" onclick=\"hideFullsizeCoverDialog();\" >\n\t<img decoding=\"async\" id=\"coverFullsize\" src=\"\" alt=\"Cover des Buchs Die gef\u00e4hrliche Reise der Snippe Deern\" \/>\n<\/dialog>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:40%\">\n<img decoding=\"async\" id=\"coverPreview\" class=\"coverPreviewBook\" src=\"https:\/\/renebote.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Cover-Die-gefaehrliche-Reise-der-Snippe-Deern.webp\" onclick=\"showFullsizeCoverDialog();\" alt=\"Cover des Buchs Die gef\u00e4hrliche Reise der Snippe Deern\" \/>\n<div class=\"bookPageGeneralInfoContainer\">\n    <div class=\"bookPageEditionsContainer\">\n\t\t\t\t<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/renebote.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Ebook.webp\" style=\"width: 100%;\" title=\"Erh\u00e4ltlich als E-Book\" \/>\n\t\t<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/renebote.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Buch.webp\" style=\"width: 100%;\" title=\"Erh\u00e4ltlich als Taschenbuch\" \/>\n    <\/div>\n    <div class=\"bookPageInfoRowsContainer\">\n\t\t<div class=\"bookPageInfoRow\">\n            <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/renebote.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Erscheinungstermin.webp\" class=\"bookPageInfoIcon\" title=\"Erscheinungsdatum\" \/>26. April 2021\n        <\/div>\n\t\t<div class=\"bookPageInfoRow\">\n            <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/renebote.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Seiten.webp\" class=\"bookPageInfoIcon\" title=\"Seiten\" \/>88\n        <\/div>\n\t\t<div class=\"bookPageInfoRow\">\n            <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/renebote.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/ISBN.webp\" class=\"bookPageInfoIcon\" title=\"ISBN\" \/>978-3753479880 \n        <\/div>\n\t\t<div class=\"bookPageInfoRow\">\n            <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/renebote.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Verlag.webp\" class=\"bookPageInfoIcon\" title=\"Ver\u00f6ffentlicht bei\" \/>Books on Demand\n        <\/div>\n    <\/div>\n<\/div>\n<div class=\"justifyText marginTop\">\n\t<p>Seit die Eltern sich ge&shy;trennt haben, sieht Jan seinen Vater nur noch selten. Hauke ist Kapit\u00e4n eines kleinen Frach&shy;ters und immer unter&shy;wegs. Besu&shy;chen kann Jan ihn nur, wenn sein Schiff in einem Hafen in der N\u00e4he liegt. Umso mehr freut er sich auf die Sommer&shy;ferien, denn da darf er mit&shy;fahren auf der &#8222;Snippe Deern&#8220;: zwei Wochen Aben&shy;teuer, und dass er nicht wei\u00df\u009f, wohin die Reise geht, macht die Sache erst richtig span&shy;nend. Doch das Wetter macht seine eigene Rech&shy;nung auf, und Jan bekommt mehr Aben&shy;teuer, als er sich je h\u00e4tte vor&shy;stellen k\u00f6nnen. Zusam&shy;men mit Rieke, der Tochter von Haukes neuer Freundin, k\u00e4mpft er im wahr&shy;sten Sinne des Wortes darum, sich \u00fcber Wasser zu halten.<\/p>\n\n<\/div>\n<div class=\"fullWidthRow marginTop\">\n\t<b>E-Book \u20ac2,99<\/b>\n<\/div>\n<div class=\"fullWidthRow noBlockStartMargin\">\n\t<div style=\"width: 30%\";>\n\t\t<a href=\"https:\/\/books.apple.com\/de\/book\/die-gef%C3%A4hrliche-reise-der-snippe-deern\/id1564619313\">\n\t\t\t<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/renebote.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Shop-Icon-iBooks.webp\" style=\"width: 100%; cursor: pointer;\" title=\"Link zum iBooks-Shop (Apple)\"\/>\n\t\t<\/a>\n\t<\/div>\t<div style=\"width: 30%\";>\n\t\t<a href=\"https:\/\/www.ebook.de\/de\/product\/40667010\/rene_bote_die_gefaehrliche_reise_der_snippe_deern.html\">\n\t\t\t<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/renebote.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Shop-Icon-Ebook_de.webp\" style=\"width: 100%; cursor: pointer;\" title=\"Link zum Shop von ebook.de\"\/>\n\t\t<\/a>\n\t<\/div>\t<div style=\"width: 30%\";>\n\t\t<a href=\"https:\/\/www.bod.de\/buchshop\/die-gefaehrliche-reise-der-snippe-deern-rene-bote-9783753415680\">\n\t\t\t<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/renebote.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Shop-Icon-BoD.webp\" style=\"width: 100%; cursor: pointer;\" title=\"Link zum Shop von BoD\"\/>\n\t\t<\/a>\n\t<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"fullWidthRow marginTop\">\n\t<b>Taschenbuch \u20ac4,90<\/b>\n<\/div>\n<div class=\"fullWidthRow noBlockStartMargin\">\n    <div style=\"width: 30%\";>\n\t\t<a href=\"https:\/\/www.ebook.de\/de\/product\/40668664\/rene_bote_die_gefaehrliche_reise_der_snippe_deern.html\">\n            <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/renebote.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Shop-Icon-Ebook_de.webp\" style=\"width: 100%; cursor: pointer;\" title=\"Link zum Shop von ebook.de\"\/>\n        <\/a>\n    <\/div>    <div style=\"width: 30%\";>\n        <a href=\"https:\/\/www.bod.de\/buchshop\/die-gefaehrliche-reise-der-snippe-deern-rene-bote-9783753479880\">\n\t\t\t<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/renebote.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Shop-Icon-BoD.webp\" style=\"width: 100%; cursor: pointer;\" title=\"Link zum Shop von BoD\"\/>\n        <\/a>\n    <\/div>\n<\/div>\n<div class=\"justifyText\"><p><b>Autorenplauderei: Reali&shy;t\u00e4t und dichte&shy;rische Frei&shy;heit<\/b><\/p><p>Bei dieser Ge&shy;schichte lag der Teufel im Detail, ich hatte einige M\u00fche, eine M\u00f6glich&shy;keit zu finden, die Rahmen&shy;bedin&shy;gungen so zu gestal&shy;ten, dass die Hand&shy;lung sich so ent&shy;wickeln konnte, wie ich sie sich ent&shy;wickeln lassen wollte. Nat\u00fcr&shy;lich k\u00f6nnte ich mich als Autor auf die \u201edichte&shy;rische Frei&shy;heit\u201c zur\u00fcck&shy;ziehen und sagen: Ist eben so, aber ich finde, wenn ich eine Ge&shy;schichte in einer realen Welt spielen lasse, dann sollte ich mich auch an deren Gegeben&shy;heiten halten.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<div class=\"justifyText\">\n<p style=\"margin-top: -5px; font-weight: 600;\">Auf in die Ferien!<\/p>\n<p>Nerv\u00f6s schlenderte Jan auf dem einzigen Bahnsteig des Wattenscheider Bahnhofs auf und ab. Es war der erste Tag der zweiten Sommerferienwoche, und vor ihm lag eine Reise, auf die er sich riesig freute, obwohl er noch nicht einmal wusste, wohin \u00fcberall sie ihn f\u00fchren w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Jan war dreizehn und hatte gerade erfolgreich die siebte Klasse hinter sich gebracht. Wenn er sich selbst beschreiben sollte, dann fiel ihm meist nicht viel ein, weil er fand, dass an ihm nichts Besonderes war. Er war f\u00fcr sein Alter durchschnittlich gro\u00df, weder \u00fcber-, noch untergewichtig, kein Kandidat f\u00fcr eine Modelkarriere, aber auch nicht h\u00e4sslich, soweit er das selbst einsch\u00e4tzen konnte. Sein blondes Haar trug er recht kurz geschnitten, weil er das praktisch fand, und an seinem rechten Handgelenk oft ein Armband aus dunkelblauem Stoff. Wie viele Jungen interessierte er sich f\u00fcr Fu\u00dfball, sowohl auf dem Platz, als auch an der Spielekonsole. Wege, die ihm zu Fu\u00df zu weit waren, aber trotzdem nicht das Warten auf den Bus lohnten, legte er mit seinem Longboard zur\u00fcck. Er h\u00f6rte Rockmusik und manchmal Metal und h\u00e4tte auch selbst gern E-Gitarre gelernt. Allerdings fehlte ihm ein Ort zum \u00dcben, die Nachbarn h\u00e4tten sich sch\u00f6n bedankt, wenn er in der Wohnung damit angefangen h\u00e4tte. Sein Zimmer eigens zu d\u00e4mmen, damit nichts nach drau\u00dfen drang, oder irgendwo einen Proberaum zu mieten, w\u00e4re zu teuer gekommen.<\/p>\n<p>Er hatte einen Halbbruder, Samuel, der nach den Sommerferien in die Schule kommen w\u00fcrde. Er verstand sich so gut mit Sammy, wie sich Br\u00fcder eben verstanden, sie gingen sich manchmal auf die Nerven, aber wenn es drauf ankam, war Jan f\u00fcr Sammy da. Auch mit seinem Stiefvater kam er gut aus.<\/p>\n<p>Seinen leiblichen Vater konnte er dagegen nur selten treffen. Hauke Lorentzen war Kapit\u00e4n eines Frachters und dementsprechend immer unterwegs. Meistens konnten sie deshalb nur telefonieren und videochatten. Umso mehr freute Jan sich, wenn Haukes Schiff in einem Hafen in der N\u00e4he lag, und fuhr ihn dann besuchen, wenn es sich irgendwie machen lie\u00df. Daf\u00fcr nahm er auch mal eine knappe Stunde Zugfahrt in Kauf, und inzwischen kannte er so ziemlich alle H\u00e4fen und Liegepl\u00e4tze im und rund um das Ruhrgebiet. Zuletzt hatte er sich im Mai in Dortmund mit seinem Vater getroffen, da war Hauke auf dem Dortmund-Ems-Kanal unterwegs gewesen.<\/p>\n<p>Diesmal sollte es jedoch nicht blo\u00df ein Besuch f\u00fcr ein paar Stunden werden, Jan w\u00fcrde mitgehen auf gro\u00dfe Fahrt, oder was man eben so nannte. Eine Weltreise w\u00fcrde es nicht werden, die <i>Snippe Deern<\/i> \u2013 auf Hochdeutsch: Freches M\u00e4dchen \u2013 befuhr Fl\u00fcsse, Kan\u00e4le und K\u00fcstengew\u00e4sser, aber Jan w\u00fcrde bestimmt trotzdem viel zu sehen bekommen. F\u00fcr zwei Wochen w\u00fcrde er seinen Vater begleiten, und wenn er dann immer noch Spa\u00df daran hatte, dann w\u00fcrde er noch eine Woche dranh\u00e4ngen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Hauke w\u00fcrde ihn in Duisburg an Bord nehmen und mit ihm den Rhein hinunterfahren. In Nijmegen w\u00fcrden sie \u00fcbernachten, dann sollte es am n\u00e4chsten Tag weitergehen nach Rotterdam, um dort die Ladung zu l\u00f6schen. Was nach Rotterdam kommen w\u00fcrde, wusste Jan nicht \u2013 vielleicht ging es auf dem Rhein zur\u00fcck, auf die Maas, die K\u00fcste entlang nach Norddeutschland oder in die andere Richtung nach Belgien\u2026 Er w\u00fcrde sich \u00fcberraschen lassen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p>\n<p>Eine Lautsprecherstimme k\u00fcndigte den Regionalexpress an, und die letzten Worte gingen schon im L\u00e4rm des einfahrenden Zuges unter. Jan musste sich sputen, denn er hatte sein Fahrrad dabei und konnte damit nicht einfach irgendwo einsteigen. Er hatte versucht, abzusch\u00e4tzen, wo die Spitze des Zuges mit dem Fahrradabteil zu stehen kommen w\u00fcrde, aber um einige Meter hatte er sich vertan. F\u00fcr einen Wagenstandanzeiger, der f\u00fcr jeden Zug exakt die Position der einzelnen Wagen auflistete, war der Bahnhof zu klein, und die winzige Anzeige auf dem digitalen Zugzielanzeiger verriet lediglich, dass das Fahrradabteil vorne und die 1. Klasse hinten war.<\/p>\n<p>Das Fahrrad mit auf die Reise zu nehmen, war ein Rat seines Vaters gewesen. Die H\u00e4fen lagen in der Regel nicht mitten im Stadtzentrum, zu Fu\u00df w\u00fcrde Jan also lange unterwegs sein, wenn er einkaufen oder sich etwas anschauen wollte. Auch Hauke fuhr viel Fahrrad; f\u00fcr l\u00e4ngere Strecken hatte er ein Auto an Bord, aber das mit dem Kran ab- und sp\u00e4ter wieder aufzuladen und an Deck zu verzurren, kostete nat\u00fcrlich Zeit. Ein Fahrrad dagegen konnte man einfach \u00fcber die Reling hieven, und ein Spanngurt gen\u00fcgte, um zu verhindern, dass es bei Wellengang \u00fcber Bord ging. Jan hatte auch \u00fcberlegt, sein Longboard mitzunehmen, aber sein Vater hatte gemeint, mit dem Fahrrad w\u00fcrde er besser bedient sein.<\/p>\n<p>Er lehnte das Rad an, machte es mit einem der Gurte fest, die daf\u00fcr an der Wand angebracht waren, und setzte sich neben dem Vorderrad auf einen der Klappsitze. Sehr bequem fand er das nicht, vor allem, weil die Lehne auf halber H\u00f6he des R\u00fcckens endete, aber f\u00fcr die zwanzig Minuten Fahrt bis nach Duisburg w\u00fcrde er es schon aushalten. Immerhin war er mit der Abfahrt am fr\u00fchen Vormittag den Berufspendlern aus dem Weg gegangen, sonst h\u00e4tte er wahrscheinlich stehen m\u00fcssen. Um sich die Zeit zu vertreiben, holte er sein Handy aus der Tasche, schrieb kurz an seine Mutter, dass er im Zug sa\u00df, und startete dann ein Kartenspiel.<\/p>\n<p>Zwei Runden schaffte er, die dritte brach er ab, als der Zugbegleiter Duisburg Hauptbahnhof als n\u00e4chsten Halt ank\u00fcndigte. Den Rest der Strecke w\u00fcrde er mit dem Rad fahren, in knapp einer halben Stunde w\u00fcrde er dann bei der <i>Snippe Deern<\/i> sein. Er h\u00e4tte auch noch mal eine Etappe mit einer Regionalbahn fahren k\u00f6nnen, aber viel gebracht h\u00e4tte ihm das nicht. Die Wartezeit beim Umstieg, die Fahrtzeit der Bahn und die Strecke, die er am Schluss trotzdem noch h\u00e4tte radeln m\u00fcssen, zusammengerechnet, h\u00e4tte er nur ein paar Minuten gespart. Daher hatte er die Regionalbahn von Anfang an nur als Back-up eingeplant f\u00fcr den Fall, dass es regnete.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"font-weight: 600;\">Willkommen an Bord!<\/p>\n<p>Die <i>Snippe Deern<\/i> lag nicht im eigentlichen Hafen, sondern abseits davon an einem Kai, an dem sonst so gut wie nie Schiffe anlegten. Da Jans Vater nur f\u00fcr kurze Zeit in Duisburg festmachte, um Jan an Bord zu nehmen, war das die einfachste L\u00f6sung, Hauke sparte sich so die Formalit\u00e4ten und die Liegegeb\u00fchren.<\/p>\n<p>Jan hatte sich den Weg sicherheitshalber ins Handy gespeichert, um sich notfalls lotsen zu lassen. Aber er war nicht zum ersten Mal in Duisburg, und der Liegeplatz der <i>Snippe Deern<\/i> lag unweit des Schifffahrtmuseums, das gut ausgeschildert war. Um viertel vor elf sah Jan den Rhein vor sich, und zwei Minuten sp\u00e4ter entdeckte er das Schiff seines Vaters.<\/p>\n<p>Das Schiff sah so aus wie die meisten Frachter, die man auf dem Rhein beobachten konnte: ein langgestreckter Rumpf, bis auf einen wei\u00dfen Streifen am oberen Rand schwarz lackiert, und ein einziges Deck, das fast komplett aus den Luken der Lader\u00e4ume bestand. Die Decksaufbauten waren am Heck und wei\u00df lackiert. Um auch an der K\u00fcste fahren zu d\u00fcrfen, musste die <i>Snippe<\/i><i> <\/i><i>Deern<\/i> zus\u00e4tzliche Anforderungen erf\u00fcllen, was Stabilit\u00e4t und Ausr\u00fcstung betraf, aber die Unterschiede sah nur ein Kenner.<\/p>\n<p>Der Frachter war ein paar Jahre \u00e4lter als Jan, aber gut gepflegt und technisch auf dem neusten Stand. Darauf legte Hauke Wert, schlie\u00dflich hing von dem Schiff seine gesamte Arbeit und damit sein Lebensunterhalt ab. Au\u00dferdem war Hauke, was das betraf, ein Schiffer der alten Schule und f\u00fchlte sich seinem Schiff viel zu sehr verbunden, um es herunterkommen zu lassen. Er schaute immer, dass alles in Ordnung war, reparierte so bald wie m\u00f6glich, wenn etwas kaputtging, und tauschte veraltete Technik aus.<\/p>\n<p>Der Kapit\u00e4n nutzte den kurzen Zwischenstopp, um die Zeitung zu lesen. Daf\u00fcr hatte er sich einen Stuhl auf das kleine Deck gestellt, das vom Dach des Deckshauses gebildet wurde. Das Deckshaus \u00fcberragte das Hauptdeck kaum um Mannesh\u00f6he, Jan wusste, dass der Boden drinnen etwas ins Hauptdeck eingelassen war, sonst h\u00e4tte man in der Kaj\u00fcte gar nicht stehen k\u00f6nnen. An drei Seiten begrenzte eine Reling das Deck, das Hauke spa\u00dfeshalber \u201eSonnendeck\u201c getauft hatte, bugw\u00e4rts endete es an der R\u00fcckwand der Br\u00fccke. Die \u00fcberragte das Deckshaus deutlich, konnte allerdings abgesenkt werden, bis das Dach mit der Oberkante der Reling dahinter abschloss; andernfalls w\u00e4re die <i>Snippe<\/i><i> <\/i><i>Deern<\/i> je nach Wasserstand und Ladung unter der einen oder anderen Br\u00fccke nicht durchgekommen.<\/p>\n<p>Jan beschleunigte noch mal f\u00fcr die letzten Meter und bremste dann auf H\u00f6he des Deckshauses. \u201eHallo, Papa!\u201c, rief er und winkte, w\u00e4hrend er aus dem Sattel stieg. Sein Vater hatte ihn schon bemerkt und winkte zur\u00fcck. \u201eHallo, Jan!\u201c, antwortete er. \u201eGlatt durchgekommen?\u201c<\/p>\n<p>\u201eGlatt durchgekommen\u201c, best\u00e4tigte Jan. \u201eWir k\u00f6nnen also gleich ablegen.\u201c \u201eGemach, gemach!\u201c, bremste ihn sein Vater schmunzelnd, w\u00e4hrend er sich erst den Rucksack mit Jans Reisegep\u00e4ck und dann das Fahrrad anreichen lie\u00df. \u201eSo eilig haben wir\u2019s nicht.\u201c \u201eNicht?\u201c, wunderte sich Jan. \u201eDu willst doch noch bis Nijmegen heute, oder?\u201c \u201eDas hat sich nicht ge\u00e4ndert\u201c, best\u00e4tigte Hauke trocken. \u201eUnd das schaffen wir auch noch. Ist ja nicht so, dass die da zum Ladenschluss den Fluss verbarrikadieren w\u00fcrden.\u201c<\/p>\n<p>Jan kletterte an Bord und umarmte seinen Vater. Dann zurrte er sein Fahrrad an der R\u00fcckseite des Deckshauses fest und brachte seinen Rucksack in die Kammer, in der er schlafen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Die Schlafr\u00e4ume lagen unter dem Deckshaus und waren relativ niedrig. Es gab zwei Einzelkabinen und zus\u00e4tzlich einen engen Schlauch mit einer Koje auf jeder Seite, vor denen nur ein Vorhang f\u00fcr etwas Privatsph\u00e4re sorgte. Die Bauwerft hatte diese Schlafpl\u00e4tze f\u00fcr zwei Leichtmatrosen vorgesehen, sie wurden aber selten gebraucht, weil die Stammbesatzung der <i>Snippe Deern<\/i> neben Jans Vater nur noch aus einem Matrosen bestand. Jan kannte ihn von seinen Besuchen, Axel war ein gem\u00fctlicher Typ, konnte aber zupacken, und vor allem konnte man sich jederzeit voll auf ihn verlassen.<\/p>\n<p>Jetzt hatte Jan ihn allerdings noch nicht gesehen, und das \u00fcberraschte ihn. Er glaubte nicht, dass Axel einen fr\u00fchen Mittagsschlaf hielt, und eine Ladung Bauholz musste man auch nicht st\u00e4ndig inspizieren. \u201eWarten wir noch auf Axel?\u201c, erkundigte er sich zur\u00fcck an Deck. Sein Vater sch\u00fcttelte den Kopf. \u201eAxel hat Urlaub\u201c, erkl\u00e4rte er. \u201eSeine Schwester heiratet, und er meint, das w\u00fcrde wohl nicht allzu oft vorkommen, deshalb wollte er das nicht verpassen.\u201c Jan grinste, solche Spr\u00fcche passten zu Axel. \u201eWir nehmen ihn in Rotterdam wieder an Bord\u201c, fuhr Hauke fort. \u201eDu glaubst gar nicht, was das f\u00fcr ein Aufstand war, die Genehmigung zu kriegen, bis dahin ohne zweiten Mann zu fahren! Ich hoffe, dass wir bis Rotterdam nicht kontrolliert werden, sonst gibt\u2019s bestimmt eine endlose Telefoniererei, ob das denn so wirklich seine Richtigkeit hat.\u201c<\/p>\n<p>Jan nickte, das war alles nachvollziehbar. Allerdings blieb dann immer noch die Frage, warum sein Vater nicht sofort ablegen wollte, er hatte ja schlie\u00dflich nur in Duisburg festgemacht, um ihn an Bord zu nehmen. \u201eWart\u2019s nur ab!\u201c, forderte sein Vater ihn auf. Es machte ihm un\u00fcbersehbar Spa\u00df, Jan ein bisschen zappeln zu lassen. \u201eDu wirst es ja erleben, gedulde dich einfach noch zehn Minuten!\u201c<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>26. April 2021 88 978-3753479880 Books on Demand Seit die Eltern sich ge&shy;trennt haben, sieht Jan seinen Vater nur noch selten. Hauke ist Kapit\u00e4n eines kleinen Frach&shy;ters und immer unter&shy;wegs. Besu&shy;chen kann Jan ihn nur, wenn sein Schiff in einem Hafen in der N\u00e4he liegt. 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