{"id":82,"date":"2024-01-24T20:03:50","date_gmt":"2024-01-24T19:03:50","guid":{"rendered":"https:\/\/renebote.de\/?page_id=82"},"modified":"2024-01-28T17:28:27","modified_gmt":"2024-01-28T16:28:27","slug":"stilles-silvester-fuer-sammy","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/renebote.de\/?page_id=82","title":{"rendered":"Stilles Silvester f\u00fcr Sammy"},"content":{"rendered":"\n<dialog id=\"imgFull\" onclick=\"hideFullsizeCoverDialog();\" class=\"coverFullsizeDialog\" style=\"display: none;\">\n<img decoding=\"async\" id=\"coverFullsize\" src=\"\" class=\"fullsizeCoverImage\" alt=\"Cover der Kurzgeschichte Stilles Silvester f\u00fcr Sammy\">\n<\/dialog>\n<p class=\"justifyText\">\n    <img decoding=\"async\" id=\"coverPreview\" src=\"https:\/\/renebote.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Cover-Stilles-Silvester-fuer-Sammy-1.webp\" class=\"coverPreview\" onclick=\"showFullsizeCoverDialog();\" alt=\"Cover der Kurzgeschichte Stilles Silvester f\u00fcr Sammy\" \/>\n        Im Klassenchat der 10a herrschte am letzten Tag des Jahres jede Menge Betrieb. Seit dem sp\u00e4ten Vormittag tauschten die Jungen und M\u00e4dchen sich dar\u00fcber aus, wie sie den Jahreswechsel\n        verbringen wollten, und versuchten auch ein bisschen, sie gegenseitig zu \u00fcbertrumpfen. F\u00fcr viele von ihnen war es das erste Mal, dass sie zu einer \u201eechten\u201c Silvesterparty gehen durften, und\n        f\u00fcr Dennis und Enno w\u00fcrde es vielleicht auch das vorerst letzte Mal sein, wenn sie sich wirklich so geb\u00e4rdeten, wie sie die anderen glauben machen wollten. F\u00fcnf oder sechs wollten auf die\n        Party von Clarissa, die den Vorteil hatte, dass sie sich mit ihrer Einladung an die Party ihrer \u00e4lteren Schwester dranh\u00e4ngen konnte.\n    <\/p>\n\n    <p class=\"justifyText\">\n        Dazwischen gab es auch hitzige Debatten, ob man vor dem Hintergrund des Klimawandels \u00fcberhaupt noch b\u00f6llern durfte. Einige wollten verzichten oder sich zumindest einschr\u00e4nken, andere meinten,\n        einmal im Jahr musste das doch mal erlaubt sein. Vor allem Jascha und Dea deckten sich gegenseitig mit bissigen Kommentaren ein. Dea wusste ganz genau, dass Jascha nicht so ignorant war, wie\n        er manchmal tat, lie\u00df sich aber trotzdem regelm\u00e4\u00dfig provozieren; umgekehrt wusste Jascha genauso gut, was sie auf die Palme brachte, konnte es aber nicht lassen, sie anzustechen.\n    <\/p>\n\n    <p class=\"justifyText\">\n        \u201eIch w\u00fcnschte, es w\u00e4re schon wieder vorbei\u201c, schrieb Jada am fr\u00fchen Nachmittag in den Chat. \u201eHier sind sie jetzt schon dran wie verr\u00fcckt. Mir macht\u2019s nichts aus, aber Sammy hat total Panik.\u201c\n        Sammy war ihr Hund, eine noch nicht ganz drei Jahre alte Golden-Retriever-H\u00fcndin. Sie lag neben Jada auf dem Boden und schmiegte sich an ihre F\u00fc\u00dfe; Jada konnte deutlich sp\u00fcren, wie sie bei\n        jedem B\u00f6ller, der drau\u00dfen hochging, zusammenzuckte.\n    <\/p>\n\n    <p class=\"justifyText\">\n        \u201eDie beiden Vollidioten von gegen\u00fcber wieder?\u201c, fragte Nicolina, die zu Jadas engeren Freundinnen in der Klasse geh\u00f6rte. \u201eJa\u201c, schrieb Jada zur\u00fcck. \u201eIst doch klar.\u201c Dahinter setzte sie einen\n        Smiley, der w\u00fctend mit dem Kopf gegen die Mauer sprang. Im Haus gegen\u00fcber wohnte eine Familie mit zwei S\u00f6hnen, der eine 19, der andere 17, und beide nicht von der Sorte, mit der man sich gern\n        abgab. Die brauchten immer Krach und Action, und es war ihnen v\u00f6llig egal, ob andere darunter zu leiden hatten. Jada hatte ihnen schon aus dem Fenster zugeschrien, dass sie sich gef\u00e4lligst an\n        die Zeiten halten sollten, zu denen geb\u00f6llert werden durfte, aber die beiden hatten nur gelacht. Sie wussten ganz genau, dass Jada nichts machen konnte \u2013 falls sie die Polizei holte, w\u00fcrden\n        sie alles abstreiten und behaupten, Jada wollte ihnen blo\u00df eins auswischen.\n    <\/p>\n\n    <p class=\"justifyText\">\n        Jada war schon mit Sammy drau\u00dfen gewesen, unten in den Ruhrwiesen, wo nicht geb\u00f6llert wurde. Inzwischen d\u00e4mmerte es, und Sammy war m\u00fcde vom Laufen, fand aber wegen des L\u00e4rms keine Ruhe. Die\n        Doppelverglasung der Fenster reichte nicht, um den Krach drau\u00dfen zu halten, auch nicht mit runtergelassenen Rolll\u00e4den; Sammy hatte wie alle Hunde nicht nur eine feine Nase, sondern auch ein\n        sehr scharfes Geh\u00f6r.\n    <\/p>\n\n    <p class=\"justifyText\">\n        W\u00e4hrend sie noch eine kurze Beschreibung tippte, wie es gerade bei ihr aussah, erschien im Chat eine weitere Nachricht, in der ihr Name hervorgehoben war. \u201eWillst du mit Sammy zu mir\n        rauskommen?\u201c, schrieb Remo. \u201eHier passiert gar nichts.\u201c\n    <\/p>\n\n    <p class=\"justifyText\">\n        Das konnte Jada sich vorstellen, denn Remo wohnte ganz weit drau\u00dfen; das Haus, in dem die Familie lebte, war mal ein allein stehender Bauernhof gewesen. Die Felder, die fr\u00fcher dazugeh\u00f6rt\n        hatten, waren schon lange verkauft worden, aber der Abstand zu den n\u00e4chsten Nachbarn war geblieben. Wenn Remo also nicht selbst sein Taschengeld \u00fcber den Tag verteilt in die Luft sprengte,\n        oder seine Geschwister, dann w\u00fcrde bei ihm Ruhe herrschen.\n    <\/p>\n\n    <p class=\"justifyText\">\n        \u201eIst das echt okay f\u00fcr dich?\u201c, vergewisserte Jada sich. Sie konnte sich nicht vorstellen, wie es sein w\u00fcrde, den Silvesterabend mit ihm zu verbringen, auch wenn sie ihn durchaus in Ordnung\n        fand. Aber f\u00fcr Sammy w\u00e4re es eine riesige Erleichterung, rauszukommen aus der Stadt, und allein ihretwegen w\u00fcrde Jada die Einladung annehmen, wenn es Remo wirklich nichts ausmachte, dass sie\n        kamen. Allerdings hatte er doch irgendwas geschrieben, dass er feiern gehen wollte, oder hatte sie sich da geirrt? Sie scrollte nach oben, bis sie den Post fand: Ja, er war zu einer Party\n        eingeladen, durfte von seinen Eltern aus auch und hatte zumindest \u00fcberlegt, hinzugehen. Jada zitierte den Post und setzte einen \u00fcberlegenden Smiley dahinter.\n    <\/p>\n\n    <p class=\"justifyText\">\n        \u201eEgal\u201c, schrieb Remo zur\u00fcck. \u201eIch war eh noch nicht sicher, ob ich hingehe, und verpassen werde ich da nichts.\u201c\n    <\/p>\n\n    <p class=\"justifyText\">\n        Ein paar Augenblicke sp\u00e4ter klingelte das Handy \u2013 Remo! \u201eIch dachte, so ist es einfacher\u201c, sagte er. \u201eAu\u00dferdem muss das nicht die ganze Klasse mitlesen, sonst gibt\u2019s nur bl\u00f6de Spr\u00fcche.\u201c \u201eDas\n        h\u00e4ttest du dir drei bis vier Posts fr\u00fcher \u00fcberlegen m\u00fcssen\u201c, gab Jada trocken zur\u00fcck. \u201eAber ich find\u2019s klasse, dass du mich einl\u00e4dst.\u201c \u201eWillst du direkt r\u00fcberkommen?\u201c, fragte Remo. \u201eIch\n        meine, es wird ja schon dunkel, und je l\u00e4nger du wartest, desto mehr wird unterwegs rumgeb\u00f6llert.\u201c\n    <\/p>\n\n    <p class=\"justifyText\">\n        Damit hatte er recht, aber Jada musste erst mal ihre Eltern fragen, ob sie \u00fcberhaupt durfte. \u201eWei\u00df nicht, ob sie mich so lange irgendwo hinlassen\u201c, sagte sie. \u201eUnd sie m\u00fcssen mich ja dann\n        auch abholen heute Nacht.\u201c \u201eWenn dir Schlafsack und Isomatte reichen, kannst du bis morgen bleiben\u201c, antwortete Remo. \u201eIch hab Romy schon gefragt, sie hat nichts dagegen, wenn du bei ihr\n        pennst, und f\u00fcr meine Eltern ist es auch okay.\u201c Romy war seine j\u00fcngere Schwester, 13 oder 14 war sie, wenn Jada sich nicht t\u00e4uschte. Es gab auch noch einen Zwilling dazu, Raul.\n    <\/p>\n\n    <p class=\"justifyText\">\n        Wenn jemand mitbekam, dass sie bei Remo \u00fcbernachtete, auch wenn es im Zimmer seiner j\u00fcngeren Schwester war, w\u00fcrde sie das Klassengespr\u00e4ch sein, bis sich etwas Besseres fand, das war Jada\n        klar. Aber f\u00fcr Sammy w\u00fcrde sie auch das in Kauf nehmen.\n    <\/p>\n\n    <p class=\"justifyText\">\n        Ihre Eltern waren ziemlich perplex, als Jada ihnen von der Einladung erz\u00e4hlte. Jada hatte nie zuvor bei einem Jungen \u00fcbernachtet, und die Einladung kam nat\u00fcrlich auch sehr kurzfristig. Auf\n        der anderen Seite war Jada fast 16, also kein Kleinkind mehr, und es ging ja zuerst mal darum, Sammys Nerven zu schonen. Die Eltern \u00fcberlegten kurz und entschieden dann, dass eigentlich\n        nichts dagegen sprach, dass Jada die Nacht bei Remo verbrachte, wenn seine Eltern damit einverstanden waren.\n    <\/p>\n\n    <p class=\"justifyText\">\n        Das war telefonisch schnell gekl\u00e4rt, und eigentlich hatten Jadas Eltern auch nicht ernsthaft daran gezweifelt, dass Remo um Erlaubnis gefragt hatte, ehe er Jada eingeladen hatte. Jada schaute\n        in der Zwischenzeit schon nach den Busverbindungen und schickte Remo eine Nachricht, wann sie bei ihm ankommen w\u00fcrde.\n    <\/p>\n\n    <p>\n        Um kurz nach halb f\u00fcnf zog sie ihre Jacke an, setzte ihren Rucksack mit allem, was sie f\u00fcr die eine \u00dcbernachtung brauchte, auf und nahm Sammy an die Leine. Die schaute zun\u00e4chst etwas\n        verdutzt, das war nicht die Zeit, zu der Jada normalerweise mit ihr rausging, sprang dann aber doch fr\u00f6hlich die Treppe runter.\n    <\/p>\n\n    <p class=\"justifyText\">\n        Jada musste zweimal umsteigen und war eine ganze Weile unterwegs. In einer kleinen Siedlung am Stadtrand stieg sie aus, gut zehn Minuten Fu\u00dfweg hatte sie jetzt noch vor sich, vielleicht auch\n        eine Viertelstunde. Das hing auch ein bisschen davon ab, wie oft Sammy stehen blieb, um irgendwas zu beschnuppern.\n    <\/p>\n\n    <p class=\"justifyText\">\n        Als sie ausstieg, hatte Jada ihr Handy in der Hand, denn sie hatte keine Lust, sich zu verlaufen, und wollte sich deshalb von der Navi-App den Weg weisen lassen. Doch das erwies sich als\n        unn\u00f6tig, denn sie wurde erwartet: Remo war gekommen, um sie abzuholen. Davon hatte er nichts gesagt, obwohl sie sogar beil\u00e4ufig gechattet hatten, w\u00e4hrend Jada im Bus gesessen hatte. \u201eIst doch\n        lustiger so, als wenn du alleine durch die Gegend tappst\u201c, sagte er. \u201eAu\u00dferdem kenne ich Abk\u00fcrzungen, die dir die App garantiert nicht ausspuckt, auch wenn du ihr sagst, sie soll dir alles\n        zeigen, bis zum letzten Kaninchenpfad, und ich wei\u00df, wo wir durchgehen k\u00f6nnen, ohne dass uns der Bauer mit der Schrotflinte auflauert.\u201c\n    <\/p>\n\n    <p class=\"justifyText\">\n        W\u00e4hrend ihr Frauchen mit Remo sprach, machte Sammy sich auf ihre Art ein Bild des Gastgebers: Sie beschnupperte seine Hosenbeine. Jada hielt sie kurz, merkte aber schnell, dass Remo kein\n        Problem mit der Neugier des Hundes hatte. Remo hielt Sammy die H\u00e4nde hin, und als er sicher war, dass Sammy sich vergewissert hatte, dass er okay war, strich er ihr \u00fcber den Kopf. Jada freute\n        sich, es schien so, als w\u00fcrden die beiden sich auf Anhieb verstehen. Das war gut, auf jeden Fall besser, als wenn Remo Sammy nur ertragen h\u00e4tte, um ihr einen Gefallen zu tun.\n    <\/p>\n\n    <p class=\"justifyText\">\n        Als sie die Siedlung hinter sich lie\u00dfen, knipste Remo eine Lampe an, die an einem Gurt um seine Brust gebunden war. Inzwischen war es Nacht geworden, und f\u00fcr die paar Leute, die hier\n        durchkamen, stellte die Stadt keine Laternen auf. Das war wohl auch im Sinne der Natur besser; auch wenn ein Gro\u00dfteil der Fl\u00e4che landwirtschaftlich genutzt wurde, waren hier sicherlich eine\n        Menge Tiere unterwegs.\n    <\/p>\n\n   <p class=\"justifyText\">\n        Es war ein merkw\u00fcrdiges Gef\u00fchl, mit Sammy und Remo durch die Nacht zu laufen, und Jada hatte es gar nicht so eilig, zu Remo nach Hause zu kommen. Auch Remo machte nicht den Eindruck, als\n        wollte er so schnell wie m\u00f6glich zur\u00fcck, und wartete geduldig, wenn Sammy irgendwo schnuppern wollte.\n    <\/p>\n\n    <p class=\"justifyText\">\n        Jada war noch nie bei ihm zu Hause gewesen, und w\u00e4re es nicht schon dunkel gewesen, h\u00e4tte sie sich das fr\u00fchere Bauernhaus sicherlich neugierig angesehen. Jetzt war nicht viel zu erkennen,\n        Jada sah ein paar erleuchtete Fenster im Erdgeschoss, und als sie sich dem Haus n\u00e4herten, schaltete ein Bewegungsmelder eine Lampe ein. Der Rest verschwand in der Finsternis.\n    <\/p>\n\n    <p class=\"justifyText\">\n        Remo stellte sie seinen Eltern vor, die zum Gl\u00fcck kein gro\u00dfes Aufheben machten. Sie begr\u00fc\u00dften Jada freundlich, aber unaufgeregt. Danach nahm Remo sie mit nach oben in sein Zimmer.\n    <\/p>\n\n    <p class=\"justifyText\">\n        Sammy musste nat\u00fcrlich erst mal alle M\u00f6bel beschnuppern, aber Jada hielt die Leine ganz kurz. \u201eDu kannst sie ruhig ableinen\u201c, sagte Remo. \u201eHier kann sie keinen Schaden anrichten.\u201c \u201eKann ich\n        ihr irgendwo ihre Decke hinlegen?\u201c, fragte Jada. \u201eDann wei\u00df sie, wo sie hingeh\u00f6rt.\u201c \u201eKlar\u201c, antwortete Remo und deutete auf die Ecke neben dem Fenster. \u201eIch sch\u00e4tze, da stolpert keiner \u00fcber\n        sie.\u201c\n    <\/p>\n\n    <p class=\"justifyText\">\n        Sammy schien noch nicht zu wissen, was sie von der Situation halten sollte. Sie kannte das Haus nicht, sie kannte Remo und seine Eltern nicht, lauter unbekannte Ger\u00fcche\u2026 Aber Jada war da, und\n        sie war ganz ruhig, das gab Sammy Sicherheit. Irgendwann rollte sie sich auf ihrer Decke zusammen und begann zu d\u00f6sen; ein Ohr war immer hochgeklappt, aber sie war nicht in aufgeregter\n        Hab-Acht-Stellung.\n    <\/p>\n\n    <p class=\"justifyText\">\n        Jada machte es sich ebenfalls gem\u00fctlich. Weil Remo nur den Schreibtischstuhl und das Bett als Sitzgelegenheiten h\u00e4tte anbieten k\u00f6nnen, setzten sie sich auf den Teppich. Mit dem R\u00fccken ans\n        Bett gelehnt, spielten sie verschiedene Spiele auf Remos Laptop; er hatte zum Gl\u00fcck einige, die man auch zu zweit spielen und relativ schnell lernen konnte.\n    <\/p>\n\n    <p class=\"justifyText\">\n        So verging die Zeit wie im Flug, und als Remos Eltern zum Abendessen riefen, erschrak Jada fast; sie hatte die Zeit v\u00f6llig vergessen und keine Ahnung gehabt, dass es schon so sp\u00e4t war.\n    <\/p>\n\n    <p class=\"justifyText\">\n        Es gab das Silvester-Essen schlechthin: Raclette. \u201eVielleicht gar nicht schlecht, dass du gekommen bist\u201c, meinte Remo, w\u00e4hrend er half, die letzten Sch\u00fcsseln ins Esszimmer zu tragen. Auch\n        Jada half unaufgefordert mit. \u201eSo essen wir vielleicht nur die n\u00e4chsten zweieinhalb Wochen Raclette statt die n\u00e4chsten drei.\u201c\n    <\/p>\n\n    <p class=\"justifyText\">\n        In der Tat war der Tisch \u00fcppig gedeckt, auch zu sechst w\u00fcrden sie das nicht alles aufbekommen. Aber die Auswahl war so zusammengestellt, dass nichts umkommen w\u00fcrde, alles w\u00fcrde sich ein paar\n        Tage halten oder konnte eingefroren werden, und vieles eignete sich auch als Zutat zu irgendeinem anderen Gericht.\n    <\/p>\n\n    <p class=\"justifyText\">\n        Es war eine fr\u00f6hliche Runde, und Jada genoss es, dass sie dabei sein durfte. Das Essen zog sich, schon allein, weil alle immer wieder darauf warten mussten, dass die selbst kreierten\n        Gerichten in den Pf\u00e4nnchen garten, aber es wurde nicht langweilig.\n    <\/p>\n\n    <p class=\"justifyText\">\n        Nach dem Essen holte Raul einen Stapel Brettspiele aus dem Schrank. Das hatte Tradition, so verbrachte die Familie den Silvesterabend schon, so lange Remo sich erinnern konnte. Nat\u00fcrlich\n        hatten die Spiele im Lauf der Zeit gewechselt, waren auch herausfordernder geworden, als die Kinder nicht mehr so klein gewesen waren, aber das war nur eine Randnotiz. Jada konnte sich gar\n        nicht entsinnen, wann sie zuletzt ein Brettspiel gespielt hatte, wahrscheinlich war sie da noch in der Grundschule gewesen. In ihrer Familie war das einfach nicht so verbreitet, und auch ihre\n        Freundinnen schienen sich daf\u00fcr nicht zu interessieren.\n    <\/p>\n\n    <p class=\"justifyText\">\n        Nach zwei Runden eines Spiels, das Elemente von Quiz und Strategiespiel verband, musste Jada aussetzen: Es wurde Zeit f\u00fcr Sammys Abendspaziergang. Sammy lag brav neben ihr, aber Jada sp\u00fcrte,\n        dass die H\u00fcndin langsam unruhig wurde. \u201eSoll ich mitkommen?\u201c, erbot sich Remo. \u201eDann musst du nicht allein durch eine Ecke tigern, die du nicht kennst.\u201c \u201eNa ja, Sammy w\u00fcrde mich schon wieder\n        zur\u00fcck in die Zivilisation bringen\u201c, antwortete Jada l\u00e4chelnd. \u201eAber wenn du magst, gerne.\u201c\n    <\/p>\n\n    <p class=\"justifyText\">\n        Remo schien es wirklich nichts auszumachen, und sie freute sich, dass er sie begleitete. Es war sch\u00f6n mit ihm, und sie hatte in den letzten Stunden schon mehr als einmal gedacht, dass sie das\n        gern \u00f6fter machen w\u00fcrde. Es musste ja nicht Silvester sein daf\u00fcr \u2013 dass es Spa\u00df machte, Zeit mit ihm zu verbringen, war Grund genug.\n    <\/p>\n\n    <p class=\"justifyText\">\n        Remo w\u00e4hlte einen Weg, der sie auf einen kleinen H\u00fcgel f\u00fchrte. Von oben hatte man einen guten Ausblick auf weite Teile der Stadt. \u201eWenn du willst, k\u00f6nnen wir nachher zum Feuerwerk wieder hier\n        raufgehen\u201c, schlug er vor, als sie auf der Kuppe standen. \u201eIst schon toll, wenn \u00fcberall die bunten Raketen hochgehen. Sammy k\u00f6nnte sogar mitkommen, man h\u00f6rt nichts hier oben. Okay, sie hat\n        nat\u00fcrlich sch\u00e4rfere Ohren als wir, aber ich glaube nicht, dass es f\u00fcr sie so laut ist, dass es sie erschreckt.\u201c \u201eGerne\u201c, antwortete Jada. \u201eWar eine tolle Idee von dir, dass du mich eingeladen\n        hast. Das ist so entspannt bei euch, und Sammy f\u00fchlt sich auch total wohl.\u201c \u201eHei\u00dft das, ich darf dich f\u00fcr n\u00e4chstes Jahr wieder einplanen?\u201c, folgerte Remo. \u201eDarfst du\u201c, antwortete Jada\n        l\u00e4chelnd. Sie sp\u00fcrte, dass er sich dar\u00fcber freute, und ohne gro\u00df dar\u00fcber nachzudenken, lehnte sie den Kopf an seine Schulter.\n    <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Klassenchat der 10a herrschte am letzten Tag des Jahres jede Menge Betrieb. Seit dem sp\u00e4ten Vormittag tauschten die Jungen und M\u00e4dchen sich dar\u00fcber aus, wie sie den Jahreswechsel verbringen wollten, und versuchten auch ein bisschen, sie gegenseitig zu \u00fcbertrumpfen. 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