{"id":746,"date":"2024-03-08T14:54:24","date_gmt":"2024-03-08T13:54:24","guid":{"rendered":"https:\/\/renebote.de\/?page_id=746"},"modified":"2024-03-08T14:54:24","modified_gmt":"2024-03-08T13:54:24","slug":"versteck-dich","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/renebote.de\/?page_id=746","title":{"rendered":"Versteck dich!"},"content":{"rendered":"\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Ich sch\u00fctze dich<\/h4>\n\n\n\n<dialog id=\"imgFull\" class=\"coverFullsizeDialog\" style=\"display: none;\" onclick=\"hideFullsizeCoverDialog();\" >\n\t<img decoding=\"async\" id=\"coverFullsize\" src=\"\" alt=\"Cover des Buchs Versteck dich!\" \/>\n<\/dialog>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:40%\">\n<img decoding=\"async\" id=\"coverPreview\" class=\"coverPreviewBook\" src=\"https:\/\/renebote.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Cover-Versteck-dich.webp\" onclick=\"showFullsizeCoverDialog();\" alt=\"Cover des Buchs Versteck dich!\" \/>\n<div class=\"bookPageGeneralInfoContainer\">\n    <div class=\"bookPageEditionsContainer\">\n\t\t\t\t<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/renebote.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Ebook.webp\" style=\"width: 100%;\" title=\"Erh\u00e4ltlich als E-Book\" \/>\n\t\t<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/renebote.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Buch.webp\" style=\"width: 100%;\" title=\"Erh\u00e4ltlich als Taschenbuch\" \/>\n    <\/div>\n    <div class=\"bookPageInfoRowsContainer\">\n\t\t<div class=\"bookPageInfoRow\">\n            <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/renebote.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Erscheinungstermin.webp\" class=\"bookPageInfoIcon\" title=\"Erscheinungsdatum\" \/>1. Dezember 2016\n        <\/div>\n\t\t<div class=\"bookPageInfoRow\">\n            <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/renebote.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Seiten.webp\" class=\"bookPageInfoIcon\" title=\"Seiten\" \/>88\n        <\/div>\n\t\t<div class=\"bookPageInfoRow\">\n            <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/renebote.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/ISBN.webp\" class=\"bookPageInfoIcon\" title=\"ISBN\" \/>978-3743128880 \n        <\/div>\n\t\t<div class=\"bookPageInfoRow\">\n            <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/renebote.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Verlag.webp\" class=\"bookPageInfoIcon\" title=\"Ver\u00f6ffentlicht bei\" \/>Books on Demand\n        <\/div>\n    <\/div>\n<\/div>\n<div class=\"justifyText marginTop\">\n\t<p>Die Mutter: s\u00e4uft wie ein Loch. Der Stief&shy;vater: kann nur pr\u00fcgeln. Kein Wunder, dass Julia da abge&shy;hauen ist. Und wer stolpert im Park fast \u00fcber sie? Genau. Eigent&shy;lich h\u00e4tte ich aus der Sache schnell wieder raus sein k\u00f6nnen, das Jugend&shy;amt ist ja da gleich um die Ecke, aber nee, lieber nicht. Was, wenn sie die Kleine wieder zur\u00fcck&shy;schicken? Ich will sicher sein, dass sie nie wieder zu ihrer ver&shy;soffenen Mutter und ihrem pr\u00fcgelnden Stief&shy;vater muss. Blo\u00df, jeder Erwach&shy;sene, den ich ein&shy;weihe, wird sie sofort zum Jugend&shy;amt schleifen. Also muss ich sie ver&shy;stecken und mich selbst um sie k\u00fcmmern. Eine echte Herkules&shy;aufgabe, aber ich werde es schaffen, weil ich es schaffen muss.<\/p>\n\n<\/div>\n<div class=\"fullWidthRow marginTop\">\n\t<b>E-Book \u20ac1,99<\/b>\n<\/div>\n<div class=\"fullWidthRow noBlockStartMargin\">\n\t<div style=\"width: 30%\";>\n\t\t<a href=\"https:\/\/books.apple.com\/de\/book\/versteck-dich\/id1186328864\">\n\t\t\t<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/renebote.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Shop-Icon-iBooks.webp\" style=\"width: 100%; cursor: pointer;\" title=\"Link zum iBooks-Shop (Apple)\"\/>\n\t\t<\/a>\n\t<\/div>\t<div style=\"width: 30%\";>\n\t\t<a href=\"https:\/\/www.ebook.de\/de\/product\/28225081\/rene_bote_versteck_dich.html\">\n\t\t\t<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/renebote.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Shop-Icon-Ebook_de.webp\" style=\"width: 100%; cursor: pointer;\" title=\"Link zum Shop von ebook.de\"\/>\n\t\t<\/a>\n\t<\/div>\t<div style=\"width: 30%\";>\n\t\t<a href=\"https:\/\/www.bod.de\/buchshop\/versteck-dich-rene-bote-9783743107625\">\n\t\t\t<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/renebote.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Shop-Icon-BoD.webp\" style=\"width: 100%; cursor: pointer;\" title=\"Link zum Shop von BoD\"\/>\n\t\t<\/a>\n\t<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"fullWidthRow marginTop\">\n\t<b>Taschenbuch \u20ac4,90<\/b>\n<\/div>\n<div class=\"fullWidthRow noBlockStartMargin\">\n    <div style=\"width: 30%\";>\n\t\t<a href=\"https:\/\/www.ebook.de\/de\/product\/28181404\/rene_bote_versteck_dich.html\">\n            <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/renebote.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Shop-Icon-Ebook_de.webp\" style=\"width: 100%; cursor: pointer;\" title=\"Link zum Shop von ebook.de\"\/>\n        <\/a>\n    <\/div>    <div style=\"width: 30%\";>\n        <a href=\"https:\/\/www.bod.de\/buchshop\/versteck-dich-rene-bote-9783743128880\">\n\t\t\t<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/renebote.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Shop-Icon-BoD.webp\" style=\"width: 100%; cursor: pointer;\" title=\"Link zum Shop von BoD\"\/>\n        <\/a>\n    <\/div>\n<\/div>\n<div class=\"justifyText\"><p><b><\/b><\/p><p>Die Ge&shy;schichte zu <i>Versteck dich!<\/i> ist schon ziemlich alt. Damals geh\u00f6rte zu meinen regel&shy;m\u00e4\u00dfigen Mit&shy;fahrern in der U-Bahn eine Gruppe von Unter&shy;stufen&shy;sch\u00fclern, die meist ziem&shy;lich weit vorne sa\u00dfen, und an einem Morgen wurde ich fast von einem M\u00e4dchen umge&shy;rempelt, das an dem Tag offen&shy;sicht&shy;lich gr\u00fcnd&shy;lich die Nase voll hatte von den anderen und sich deshalb nach ganz hinten abge&shy;setzt hat. Daraus ent&shy;stand dann nach und nach die Idee zu einer Siebt&shy;kl\u00e4sslerin, die den Bus ver&shy;l\u00e4sst, weil sie sich die Spr\u00fcche eines Klassen&shy;kameraden nicht mehr anh\u00f6ren mag, und dann im Park eine Begeg&shy;nung hat, die ihr Leben v\u00f6llig auf den Kopf stellt.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<div class=\"justifyText\">\n<p style=\"margin-top: -5px;\">Der Einsatzwagen n\u00e4hert sich der letzten Haltestelle vor dem Rathaus, wenn alles gut geht, bin ich in einer Minute raus aus diesem Irrenhaus. Es ist f\u00fcnf nach halb acht, der Bus gesteckt voll, Gespr\u00e4che, die sich gegenseitig zu \u00fcbert\u00f6nen versuchen, das Geschrei der F\u00fcnftkl\u00e4ssler und Musik aus viel zu weit aufgedrehten mp3-Playern und Smartphones vermischen sich zu einer geh\u00f6rt\u00f6tenden Ger\u00e4uschkulisse. Von hinten dr\u00fcckt mir einer, der noch nie was davon geh\u00f6rt hat, dass alle mehr Platz haben, wenn jeder seine Tonne abnimmt, seinen Rucksack ins Kreuz, und vom Festhalten an der Stange unter der Decke tut mir allm\u00e4hlich der Arm weh, aber was mich wirklich nervt, sind die seichten Witze unseres Klassenkaspers. Einmal in Fahrt gekommen, kennt Daniel einfach keine Grenzen mehr, und seit Steffi mich gefragt hat, warum ich mich gestern nicht bei ihr und den anderen aus der Clique hab blicken lassen, und ich wahrheitsgem\u00e4\u00df zugegeben hab, dass ich mal wieder bei Jana war, malt er den Umstehenden in den schillerndsten Farben eine lesbische Beziehung aus.<\/p>\n<p>Dabei wei\u00df er ganz genau, dass Jana mir Mathe-Nachhilfe gibt, weil ich nach einer Drei minus in der F\u00fcnften im letzten Jahr auf eine Vier abgerutscht bin. Nachdem ich die erste Arbeit in diesem Schuljahr komplett verhauen hab, wollten meine Eltern mir einen Nachhilfelehrer aufs Auge dr\u00fccken, um, wie sie\u2019s ausdr\u00fccken, den freien Fall zu stoppen, und mit jemandem aus meiner Klasse zu lernen, ist ein Kompromiss, den ich ihnen m\u00fchsam abgerungen hab. Jana macht das auch nicht aus Freundschaft, denn so dicke sind wir wirklich nicht miteinander, sondern weil meine Eltern daf\u00fcr ihr Taschengeld ganz ordentlich aufstocken, und ich halte durch, weil das immer noch besser ist als irgend so ein verkn\u00f6chertes Fr\u00e4ulein, das meine Eltern sonst wohl auftreiben w\u00fcrden. Immerhin hilft es, denn im Gegensatz zu unserem Mathelehrer kann Jana mir den Stoff so erkl\u00e4ren, dass ich ihn verstehe, und in der letzten Arbeit hatte ich eine glatte Drei.<\/p>\n<p>Das jetzt Daniel zu erkl\u00e4ren, kann ich mir aber schenken, denn der hat sich in einen Rausch geredet, und die einzige M\u00f6glichkeit, ihn zu stoppen, w\u00fcrde die Mordkommission auf den Plan rufen. Naja, noch eine Haltestelle, dann bin ich ihn vorerst los.<\/p>\n<p>Doch als der Bus h\u00e4lt, sehe ich Unheil nahen: Zweihundert Meter weiter springt die Ampel auf Rot, und da wir mitten im dicksten Berufsverkehr sind, stauen sich nat\u00fcrlich innerhalb k\u00fcrzester Zeit etliche Autos vor der Kreuzung, die den Halt genutzt haben, um den Bus zu \u00fcberholen. Mit der n\u00e4chsten Gr\u00fcnphase kommt der Bus da bestimmt nicht r\u00fcber, sondern wohl erst mit der dritten, das sagt mir meine Erfahrung aus mehr als zwei Jahren, die ich nun schon um diese Zeit in die Innenstadt zur Schule fahre. Also noch f\u00fcnf oder sieben Minuten Daniels bl\u00f6des Gerede ertragen? Nein!<\/p>\n<p>Kurz entschlossen dr\u00e4nge ich mich zum Ausgang durch, ignoriere den Protest von Bianca aus der Parallelklasse, als ich sie versehentlich mit dem Ellbogen ramme, und schiebe zwei F\u00fcnftkl\u00e4ssler, die auf ihren Handys irgendwas zocken und nicht merken, dass ich durch will, mit der Schulter zur Seite. Beschwert euch bei Daniel, der bettelt ja f\u00f6rmlich um \u00c4rger, und einen, der so energisch auf seine Ziele hinarbeitet, sollte man doch unterst\u00fctzen, oder? Ich schaffe es gerade noch rechtzeitig nach drau\u00dfen, es hat schon angefangen, zu piepen, als Warnung, dass die T\u00fcren gleich zugehen.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend hinter mir der Bus anf\u00e4hrt und keine f\u00fcnf Meter weit kommt, atme ich erst mal tief durch. Endlich Ruhe! Falls Daniel begriffen hat, dass ich seinetwegen ausgestiegen bin, freut er sich jetzt wahrscheinlich eine Lampe ans Knie, aber das interessiert mich im Moment herzlich wenig.<\/p>\n<p>In normalem Gehtempo \u00fcberquere ich den Platz vor dem Finanzamt, an dessen Rand die Bushaltestelle liegt, und erreiche durch einen Durchgang in der H\u00e4userzeile die Parallelstra\u00dfe. Zum Rennen gibt es keinen Grund, meine Schule liegt fast direkt am Rathaus, der Bus f\u00e4hrt so, dass er gut zehn Minuten vor dem Klingeln da ist, und von der Haltestelle, an der ich ausgestiegen bin, sind es nur ein paar hundert Meter mehr zu gehen.<\/p>\n<p>Der k\u00fcrzeste Weg f\u00fchrt durch einen kleinen Park, in dem um diese Zeit absolut tote Hose herrscht. Wahrscheinlich auch sonst, denn gem\u00e4ht wurde hier schon l\u00e4nger nicht mehr, und die paar Str\u00e4ucher, die auf der Wiese stehen, hat auch niemand davon abgehalten, zu wuchern, wie es ihnen passt. Eigentlich ist es auch kein richtiger Park, nur eine L\u00fccke zwischen den H\u00e4usern, die mit einem Weg l\u00e4ngs durch und einem Spielplatz der billigsten Kategorie ganz vorne ein bisschen aufgewertet wurde. Trotzdem gef\u00e4llt\u2019s mir irgendwie, ein St\u00fcckchen Gr\u00fcn zwischen dem ganzen Beton, und nach dem L\u00e4rm im Bus tut die Ruhe gut. Die Hauptstra\u00dfe ist von hier aus kaum zu h\u00f6ren, weil zwei Reihen mit mindestens vierst\u00f6ckigen H\u00e4usern dazwischen stehen, in die andere Richtung sind sowieso alles Kleinstra\u00dfen, beidseitig zugeparkt, aber wenig, was rollt.<\/p>\n<p>Auch das Wetter macht Freude, und f\u00fcr einen Moment denke ich, eigentlich k\u00f6nnte ich das \u00f6fter so machen, eine Haltestelle fr\u00fcher aussteigen und das kurze St\u00fcck zu Fu\u00df gehen. Daf\u00fcr, dass wir schon Ende September haben, ist es eigentlich fast ein bisschen zu warm, ich hab die Jacke zu Hause gelassen, und die Sonne scheint. Die Wettervorhersage behauptet, ein paar Tage soll es noch so bleiben, hoffentlich stimmt\u2019s.<\/p>\n<p>Auf der anderen Seite gibt es einen alten Kiosk, ein kleiner Anbau, der an die Seitenwand des Hauses neben dem Park drangeklatscht wurde und schon vor Ewigkeiten dichtgemacht hat. Ich kann mich jedenfalls nicht entsinnen, die Bude jemals offen gesehen zu haben, und auf der Eiskarte neben dem Verkaufsfenster, die zwar von der Sonne ausgeblichen, aber wundersamerweise weder beschmiert, noch abgefackelt wurde, stehen die Preise neben Sorten, die ich gar nicht mehr kenne, noch in D-Mark. Von der Eiskarte mal abgesehen, wurde zerst\u00f6rt, was sich irgendwie zerst\u00f6ren l\u00e4sst, der Rollladen vor dem Verkaufsfenster h\u00e4ngt schief und ist gesplittert, die Scheibe dahinter ist genauso eingeschlagen wie die Leuchtreklame obendr\u00fcber, die W\u00e4nde sind mit Graffiti zugekleistert, und drinnen liegt jede Menge M\u00fcll.<\/p>\n<p>Ich bin nur noch ein paar Meter von dieser Ruine entfernt, als ich mehr aus dem Augenwinkel eine Bewegung wahrnehme. Ich gucke genauer hin, sehe, wie die T\u00fcr sich \u00f6ffnet, und bin mit einem Satz hinter dem n\u00e4chsten Busch, der zum Gl\u00fcck hoch genug ist, um mich zu verdecken, und ein dichtes Blattwerk hat. Zu klauen gibt\u2019s in der Bude bestimmt nichts mehr, es muss also entweder ein Penner oder ein Randalierer sein, wobei das eine das andere nicht ausschlie\u00dft. Der Wind, der gerade reicht, um die Bl\u00e4tter leise rascheln zu lassen, hat die T\u00fcr jedenfalls nicht bewegt, denn ich hab fr\u00fcher aus Neugier mal in den Kiosk geschaut und wei\u00df noch, dass die Angeln rostig sind und die Unterkante auch irgendwo am Boden schleift. Ich muss gestehen, mir wird\u2019s ein bisschen flau im Magen, man wei\u00df ja nicht, was man von so einem Typen zu halten hat, der sich in Abbruchh\u00e4usern rumtreibt. Ich bereite mich schon mal drauf vor, abzuhauen, falls der Typ mich sieht, aber vielleicht zittert er ja in die andere Richtung ab, und ich kann weitergehen, wenn er etwas Vorsprung hat.<\/p>\n<p>Das Erste, was ich von der Gestalt hinter der T\u00fcr zu sehen bekomme, ist eine Hand, und schon das l\u00e4sst mich stutzen. Sieht ziemlich klein aus, nicht so, als k\u00f6nnte sie mich erw\u00fcrgen, und der Kopf, der sich direkt danach vorsichtig ins Freie schiebt, d\u00fcrfte auch keinem H\u00fcnen geh\u00f6ren, da h\u00e4tte das Kinn bei halbwegs normaler K\u00f6rperhaltung deutlich mehr Abstand zum Boden haben m\u00fcssen. Ein schlanker K\u00f6rper vervollst\u00e4ndigt die Figur eines M\u00e4dchens von sieben oder acht Jahren, das sich in alle Richtungen umguckt, ohne mich aber zu sehen, und dann ein paar Schritte nach drau\u00dfen macht, um sich in der Ecke zwischen der R\u00fcckwand der Bude und der Seitenwand des Hauses, an das der Kiosk angebaut ist, zum Pinkeln hinzuhocken.<\/p>\n<p>Die Kurze erleichtert sich, und ich bin erleichtert, weil ich von ihr nun wirklich nichts zu bef\u00fcrchten hab. Hit Girl wird in der roten Cordhose und dem blauen Sweatshirt jedenfalls nicht drinstecken.<\/p>\n<p>Mein Aufatmen dauert nicht l\u00e4nger als eine Sekunde, dann kommen mir Zweifel. Soll ich wirklich einfach weitergehen? Die Kleine ist so schmutzig, der Pulli voller Spinnenweben, die Hose staubig und das Haar verfilzt, das kann sie kaum geschafft haben, wenn sie heute fr\u00fch sauber und ordentlich aus dem Haus gegangen ist und auf dem Weg zur Schule nur mal kurz in die Bude geguckt hat, wo sie schon mal wegen zum Pinkeln von der Stra\u00dfe weg ist. Sieht ganz so aus, als h\u00e4tte sie hier \u00fcbernachtet, und ich kann mir nicht vorstellen, dass ihre Eltern das erlaubt haben.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich sch\u00fctze dich 1. Dezember 2016 88 978-3743128880 Books on Demand Die Mutter: s\u00e4uft wie ein Loch. Der Stief&shy;vater: kann nur pr\u00fcgeln. Kein Wunder, dass Julia da abge&shy;hauen ist. Und wer stolpert im Park fast \u00fcber sie? Genau. 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