{"id":736,"date":"2024-03-06T20:28:18","date_gmt":"2024-03-06T19:28:18","guid":{"rendered":"https:\/\/renebote.de\/?page_id=736"},"modified":"2024-03-23T19:28:36","modified_gmt":"2024-03-23T18:28:36","slug":"das-geheimnis-des-schulenbergtunnels","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/renebote.de\/?page_id=736","title":{"rendered":"Das Geheimnis des Schulenbergtunnels"},"content":{"rendered":"\n<dialog id=\"imgFull\" class=\"coverFullsizeDialog\" style=\"display: none;\" onclick=\"hideFullsizeCoverDialog();\" >\n\t<img decoding=\"async\" id=\"coverFullsize\" src=\"\" alt=\"Cover des Buchs Das Geheimnis des Schulenbergtunnels\" \/>\n<\/dialog>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9baa9b4c wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:40%\">\n<img decoding=\"async\" id=\"coverPreview\" class=\"coverPreviewBook\" src=\"https:\/\/renebote.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Cover-Das-Geheimnis-des-Schulenbergtunnels.webp\" onclick=\"showFullsizeCoverDialog();\" alt=\"Cover des Buchs Das Geheimnis des Schulenbergtunnels\" \/>\n<div class=\"bookPageGeneralInfoContainer\">\n    <div class=\"bookPageEditionsContainer\">\n\t\t\t\t<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/renebote.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Ebook.webp\" style=\"width: 100%;\" title=\"Erh\u00e4ltlich als E-Book\" \/>\n\t\t<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/renebote.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Buch.webp\" style=\"width: 100%;\" title=\"Erh\u00e4ltlich als Taschenbuch\" \/>\n    <\/div>\n    <div class=\"bookPageInfoRowsContainer\">\n\t\t<div class=\"bookPageInfoRow\">\n            <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/renebote.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Erscheinungstermin.webp\" class=\"bookPageInfoIcon\" title=\"Erscheinungsdatum\" \/>13. Juli 2016\n        <\/div>\n\t\t<div class=\"bookPageInfoRow\">\n            <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/renebote.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Seiten.webp\" class=\"bookPageInfoIcon\" title=\"Seiten\" \/>184\n        <\/div>\n\t\t<div class=\"bookPageInfoRow\">\n            <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/renebote.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/ISBN.webp\" class=\"bookPageInfoIcon\" title=\"ISBN\" \/>978-3741241543 \n        <\/div>\n\t\t<div class=\"bookPageInfoRow\">\n            <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/renebote.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Verlag.webp\" class=\"bookPageInfoIcon\" title=\"Ver\u00f6ffentlicht bei\" \/>Books on Demand\n        <\/div>\n    <\/div>\n<\/div>\n<div class=\"justifyText marginTop\">\n\t<p>Adrian ist sofort Feuer und Flamme, als sein Gro\u00df&shy;vater ihm von einem Schatz im Schulen&shy;berg&shy;tunnel erz\u00e4hlt. Zusammen mit seinem besten Freund Moritz macht er sich auf die Suche, und tat&shy;s\u00e4chlich finden sie in der N\u00e4he des Tunnels einen ver&shy;steckten Stollen. Doch noch jemand scheint hinter den Juwelen und wert&shy;vollen M\u00fcnzen her zu sein, und als Adrian und Moritz merken, dass sie nicht allein sind, da sind sie fast schon aus dem Rennen. Eine auf&shy;regende Jagd quer durch Hat&shy;tingen beginnt &#8230;<\/p>\n\n<\/div>\n<div class=\"fullWidthRow marginTop\">\n\t<b>E-Book \u20ac2,99<\/b>\n<\/div>\n<div class=\"fullWidthRow noBlockStartMargin\">\n\t<div style=\"width: 30%\";>\n\t\t<a href=\"https:\/\/books.apple.com\/de\/book\/das-geheimnis-des-schulenbergtunnels\/id1134115265\">\n\t\t\t<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/renebote.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Shop-Icon-iBooks.webp\" style=\"width: 100%; cursor: pointer;\" title=\"Link zum iBooks-Shop (Apple)\"\/>\n\t\t<\/a>\n\t<\/div>\t<div style=\"width: 30%\";>\n\t\t<a href=\"https:\/\/www.ebook.de\/de\/product\/26495159\/rene_bote_das_geheimnis_des_schulenbergtunnels.html\">\n\t\t\t<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/renebote.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Shop-Icon-Ebook_de.webp\" style=\"width: 100%; cursor: pointer;\" title=\"Link zum Shop von ebook.de\"\/>\n\t\t<\/a>\n\t<\/div>\t<div style=\"width: 30%\";>\n\t\t<a href=\"https:\/\/www.bod.de\/buchshop\/das-geheimnis-des-schulenbergtunnels-rene-bote-9783741214110\">\n\t\t\t<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/renebote.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Shop-Icon-BoD.webp\" style=\"width: 100%; cursor: pointer;\" title=\"Link zum Shop von BoD\"\/>\n\t\t<\/a>\n\t<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"fullWidthRow marginTop\">\n\t<b>Taschenbuch \u20ac6,90<\/b>\n<\/div>\n<div class=\"fullWidthRow noBlockStartMargin\">\n    <div style=\"width: 30%\";>\n\t\t<a href=\"https:\/\/www.ebook.de\/de\/product\/26476599\/rene_bote_das_geheimnis_des_schulenbergtunnels.html\">\n            <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/renebote.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Shop-Icon-Ebook_de.webp\" style=\"width: 100%; cursor: pointer;\" title=\"Link zum Shop von ebook.de\"\/>\n        <\/a>\n    <\/div>    <div style=\"width: 30%\";>\n        <a href=\"https:\/\/www.bod.de\/buchshop\/das-geheimnis-des-schulenbergtunnels-rene-bote-9783741241543\">\n\t\t\t<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/renebote.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Shop-Icon-BoD.webp\" style=\"width: 100%; cursor: pointer;\" title=\"Link zum Shop von BoD\"\/>\n        <\/a>\n    <\/div>\n<\/div>\n\n<p class=\"justifyText\">\nF\u00fcr alle, die sich ein Bild des wichtig&shy;sten Hand&shy;lungs&shy;ortes der Ge&shy;schichte machen wollen, gibt es eine kleine <a href=\"https:\/\/renebote.de\/?page_id=1061\">Bilder&shy;galerie<\/a>.\n<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<div class=\"justifyText\">\n<p style=\"margin-top: -5px;\">Es war viel zu warm f\u00fcr die erste Maih\u00e4lfte, br\u00fcllend hei\u00df schon seit mehr als einer Woche, so dass die Stadtverwaltung die Er\u00f6ffnung der Freibadsaison hastig vorgezogen hatte. Eigentlich h\u00e4tte es erst im Juni losgehen sollen, aber mehrere Tage mit \u00fcber drei\u00dfig Grad in Folge waren ein Argument, dem sich die Stadtoberen nicht verschlie\u00dfen konnten. Die B\u00fcrger dankten es ihnen, denn Schwimmer- und Nichtschwimmerbecken, Babybecken und Liegewiese waren gesteckt voll, an Rutschen und Sprungturm bildeten sich lange Schlangen, und die Leute vom Kiosk kamen mit dem Eisverkauf kaum hinterher.<\/p>\n<p>Die beiden Jungen, die auf dem hinteren Teil der Wiese eine Frisbee-Scheibe fliegen lie\u00dfen, h\u00e4tten nach Schulschluss gleich vom Klassenzimmer aus ins Wasser hechten k\u00f6nnen, denn ihre Schule lag direkt nebenan. Die Versuchung war gro\u00df gewesen, bestimmt nicht nur bei den Sch\u00fclern, aber f\u00fcr Hitzefrei hatte es dann doch um eine Winzigkeit nicht gereicht.<\/p>\n<p>Adrian und Moritz kannten sich seit dem Kindergarten, und genauso lange waren sie auch schon beste Freunde. Sie wohnten nicht weit voneinander entfernt, waren im Kindergarten in der gleichen Spielgruppe gewesen, dann in der gleichen Grundschulklasse, und nun auch gemeinsam in der sechsten Klasse der Gesamtschule in Welper.<\/p>\n<p>Moritz war der Sportlichere von beiden. Er spielte Fu\u00dfball in der D-Jugend des hiesigen Vereins, war ein guter Schwimmer und ein erfahrener Bergwanderer. Jedes Jahr fuhr er in den Sommerferien mit seinen Eltern und seiner j\u00fcngeren Schwester nach Tirol und machte dort durchaus anspruchsvolle Touren. Richtig an Steilw\u00e4nden geklettert war er zwar noch nicht, aber er war ausdauernd, trittsicher und schwindelfrei, und schmale, holprige Pfade, die direkt am Abgrund entlang f\u00fchrten, waren f\u00fcr ihn kein Hindernis. Besonders gern zog er nur mit seinem Vater los, denn dann konnten sie schwierigere Touren machen als wenn seine Schwester dabei war. Mareike war f\u00fcr ihre acht Jahre zwar auch beh\u00e4nde und ausdauernd, aber ganz so viel wie Moritz wollten die Eltern ihr doch noch nicht zumuten.<\/p>\n<p>Adrian schwamm ebenfalls gerne und ging mit, wenn Moritz und ein paar andere Jungen sich auf dem Bolzplatz trafen, war alles in allem aber nicht so sportbegeistert wie sein bester Freund. Daf\u00fcr las er gerne und viel und hatte sich selbst das Entwickeln von Computerprogrammen beigebracht. Das Quiz, das er programmiert hatte, hatten etliche Klassenkameraden auf dem Rechner, und aktuell bastetelte er an einem Kartenspiel.<\/p>\n<p>In dieser Woche, wo die Hitze fast unertr\u00e4glich war, hatte er jeden Nachmittag im Freibad verbracht. Moritz dagegen hatte zweimal aussetzen m\u00fcssen wegen seines Fu\u00dfballtrainings. Da hatte sich selbst seine Begeisterung in Grenzen gehalten, und er war froh gewesen, wenn er endlich unter der Dusche gestanden hatte, obwohl der Trainer mehrere Trinkpausen angeordnet und auf besonders laufintensive \u00dcbungen verzichtet hatte.<\/p>\n<p>Als Moritz aus der Schule gekommen war, hatte das Thermometer zu Hause vierunddrei\u00dfig Grad angezeigt, und die kleine Wetterstation hing neben der Terrassent\u00fcr an der Westseite des Hauses, hatte also bis zum fr\u00fchen Nachmittag keine direkte Sonne abbekommen. Kein Wunder also, dass Adrian und Moritz kaum aus dem Wasser drau\u00dfen schon wieder schwitzten. Sie verausgabten sich nicht einmal besonders, lie\u00dfen den Frisbee eher gem\u00e4chlich fliegen, aber bei solchen Temparaturen war eigentlich jede Bewegung fast schon zu viel.<\/p>\n<p>N\u00e4her zu den Becken hin war die Liegewiese so voll, dass man kaum noch einen Flecken Gr\u00fcn sah und an manchen Stellen gezwungen war, auf fremde Handt\u00fccher zu treten, weil es \u00fcberhaupt keine L\u00fccken dazwischen gab. Weiter hinten, wo Adrian und Moritz unterwegs waren, war es nicht ganz so schlimm, und eine Handvoll Neuank\u00f6mmlinge h\u00e4tte noch Platz gefunden. Die beiden Jungen liefen zwischen den anderen Badeg\u00e4sten, die sich sonnten, lasen oder redeten, hin und her und warfen die Frisbee-Scheibe von Zeit zu Zeit auch \u00fcber die Leute hinweg, die ausgestreckt auf ihren Badet\u00fcchern lagen. Die meisten waren Kinder und Jugendliche, die das nicht weiter st\u00f6rte, und nat\u00fcrlich achteten Adrian und Moritz darauf, tunlichst niemandem die Frisur zu lichten.<\/p>\n<p>Das ging so lange gut, bis Adrian unerwartet abgelenkt wurde. Ihm war klar, dass die Schimpfkanonade aus Richtung der gro\u00dfen Wasserrutschte nicht ihm galt, sondern den beiden Jungs, die nicht genug Abstand gehalten hatten und einem vielleicht siebenj\u00e4hrigen M\u00e4dchen in den R\u00fccken gerutscht waren, aber ganz kurz wandte er doch den Kopf, und dabei geriet ihm der Wurf viel zu hoch. Moritz musste rasch drei Schritte nach hinten machen, um den Frisbee fangen zu k\u00f6nnen, verga\u00df dabei aber, sich umzusehen, ob der Weg in diese Richtung auch frei war. Prompt geriet er auf ein fremdes Handtuch.<\/p>\n<p> \u201ePass doch auf, wo du hintrampelst!\u201c maulte dessen Besitzerin, der er fast auf die Ohren getreten h\u00e4tte. \u201eIch bin doch kein Fu\u00dfabtreter!\u201c \u201eSo\u2019n frechen Fu\u00dfabtreter w\u00fcrde ich mir auch nicht vor die T\u00fcr legen.\u201c gab Moritz trocken zur\u00fcck. Bei ihr konnte er sich das erlauben, denn Emma wohnte direkt neben ihm, und sie waren als Babys gemeinsam durch den Garten gekrabbelt. Die enge Freundschaft hatte bis heute Bestand, auch wenn Moritz sich nat\u00fcrlich mehr mit seiner Jungs-Clique traf und Emma sich mit ihren M\u00e4dchen. Freundschaftliche Kabbeleien geh\u00f6rten dazu, und es stand nicht zu bef\u00fcrchten, dass es am Abend zum Shootout am Gartenzaun kommen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Emma sprang auf und schnappte sich im Handstreich die Frisbee-Scheibe. Noch ehe Moritz reagieren konnte, hatte sie drei oder vier Schritte Vorsprung und rannte zwischen den Sonnenanbetern hindurch in Richtung der Schwimmbecken. Nat\u00fcrlich nahm Moritz sofort die Verfolgung auf, aber Emma war verflixt noch mal nicht langsam. Sie war ein paar Zentimeter gr\u00f6\u00dfer als er, hatte kupferrotes Haar, das in der Sonne gl\u00e4nzte, und meergr\u00fcne Augen. Sie umkurvte Handt\u00fccher und Decken, streifte einen Busch, so dass Moritz rasch den Arm hochriss, um die zur\u00fcckschnellenden Zweige von seinem Gesicht wegzuhalten, und steuerte zielstrebig das Babybecken an. Ihr Plan war, die Frisbee-Scheibe ins seichte Wasser zu werfen, und sie hoffte, dass ihre Freundin Mabelle gedankenschnell genug war, um ihr Handy rauszuholen und Moritz abzulichten, w\u00e4hrend er zwischen lauter Null- bis Dreij\u00e4hrigen herumtappte. Nicht dass sie Moritz je blo\u00dfgestellt h\u00e4tte, aber unter acht Augen \u2013 sie, Moritz, Adrian und Mabelle \u2013 h\u00e4tten sie sich sp\u00e4ter sicherlich noch das eine oder andere Mal gemeinsam \u00fcber die Szene am\u00fcsiert.<\/p>\n<p>Kurz vor dem Ziel \u00e4nderte Emma ihre Pl\u00e4ne, denn das ohnehin nicht sehr gro\u00dfe Babybecken war hoffnungslos \u00fcberf\u00fcllt. Wohin h\u00e4tte sie den Frisbee werfen sollen, ohne einen der Zwerge abzutreffen, die da fr\u00f6hlich im Wasser plantschten? Also legte sie eine scharfe Kurve hin, hin zum Nichtschwimmerbecken, und lie\u00df dort im Vorbeilaufen den Frisbee ins Wasser fallen. Sie hielt nicht an, sah aber aus den Augenwinkeln, wie Moritz bremste und sich dann an den Beckenrand kniete, um nach der Frisbee-Scheibe zu angeln. Offensichtlich wollte er nicht extra ins Wasser hechten, um sie zu holen, und musste sich ziemlich strecken, weil zwischen Wasserspiegel und Beckenkante doch reichlich drei\u00dfig Zentimeter lagen. Zwei kleine Jungen, die in der N\u00e4he herumpaddelten, machten au\u00dferdem Wellen, die den Frisbee von Moritz wegtrieben, und fast w\u00e4re Moritz vorn\u00fcbergefallen, als er nachfassen wollte.<\/p>\n<p>Das brachte Emma auf eine Idee, und als sie sicher sein konnte, dass Moritz sie nicht mehr beachtete, glitt sie ins Wasser. Ein paar Meter bewegte sie sich schwimmend auf Moritz zu, dann holte sie Luft und tauchte. Moritz hatte nur Augen f\u00fcr den widerspenstigen Frisbee, und dicht an der gekr\u00fcmmten Wand des nierenf\u00f6rmigen Beckens, gerade so, dass sie nicht mit Hand und Fu\u00df anstie\u00df beim Schwimmen, war Emma f\u00fcr ihn auch lange im toten Winkel. Als sie direkt vor ihm auftauchte, war es f\u00fcr ihn viel zu sp\u00e4t, um das Unheil noch abzuwenden, und wahrscheinlich hatte er Emma noch nicht mal erkannt, als er schon im Wasser lag. Emma hatte einfach mit beiden H\u00e4nden nach seinem Arm gegriffen, der dazu geradezu einlud, und sich mit den F\u00fc\u00dfen von der Wand des Beckens abgesto\u00dfen.<\/p>\n<p>Sie konnte nicht verhindern, dass Moritz halb auf ihr landete, aber das tat keinem von beiden weh. Moritz nahm ihr den heimt\u00fcckischen Angriff auch nicht \u00fcbel, r\u00e4chte sich aber, indem er sie d\u00f6ppte. Dass er sie loslie\u00df, ehe ihr die Luft knapp werden konnte, verstand sich von selbst, und als sie anschlie\u00dfend davonschwamm, machte er keine Anstalten, ihr zu folgen.<\/p>\n<p>Tropfnass kehrten beide wenig sp\u00e4ter gemeinsam zu ihren Freunden zur\u00fcck, die sich die wilde Jagd angesehen hatten, sich aber nicht dazu hatten aufraffen k\u00f6nnen, sich einzumischen. Adrian behielt die Uhr im Auge, denn f\u00fcr ihn wurde es bereits Zeit, nach Hause zu gehen. Es war noch nicht besonders sp\u00e4t, gerade mal viertel vor sechs, und normalerweise durfte er l\u00e4nger drau\u00dfen bleiben, aber heute bestand seine Mutter darauf, dass er fr\u00fchzeitig zu Hause war. Seine Gro\u00dfmutter, die in Hamburg lebte, w\u00fcrde am n\u00e4chsten Tag ihren f\u00fcnfundsiebzigsten Geburtstag feiern, und um rechtzeitig dort zu sein, w\u00fcrden sie schon fr\u00fch losfahren m\u00fcssen. Um am Morgen keine Zeit zu verlieren, sollte Adrian deshalb gleich noch seine Tasche packen. Er w\u00fcrde mit seiner Mutter einmal in Hamburg \u00fcbernachten und erst am Sonntag zur\u00fcckkommen, denn seine Mutter wollte die lange Strecke nicht zweimal an einem Tag abrei\u00dfen. Die Feier w\u00fcrde bestimmt bis sp\u00e4t am Abend dauern, und es gab niemanden, der Adrians Mutter am Steuer h\u00e4tte abl\u00f6sen k\u00f6nnen. Adrians Eltern hatten sich schon lange getrennt, der Vater lebte mit seiner neuen Freundin und Adrians Halbschwestern, f\u00fcnfj\u00e4hrigen Zwillingen, in der N\u00e4he von Aachen.<\/p>\n<p>Adrian schwelgte nicht gerade in Vorfreude, denn er bef\u00fcrchtete, dass es in Hamburg ziemlich langweilig werden w\u00fcrde. Seine Mutter war einige Jahre \u00e4lter als ihre beiden Geschwister, und deshalb waren auch seine Cousins und Cousinen alle mindestens vier oder f\u00fcnf Jahre j\u00fcnger als er. Zur Sicherheit hatte er ein gutes Buch eingepackt, und er hoffte, dass niemand von ihm erwartete, sich um die J\u00fcngeren zu k\u00fcmmern.<\/p>\n<p>Am Sonntagnachmittag stand Adrian unangemeldet bei Moritz auf der Matte, und sein Gesicht gl\u00fchte vor Aufregung. Sie hatten sich nicht verabredet, weil nicht genau abzusehen gewesen war, wann Adrian aus Hamburg zur\u00fcck sein w\u00fcrde, aber Adrian hatte tolle Neuigkeiten mitgebracht, wirklich der absolute Ober-Hammer, das konnte auf keinen Fall warten bis zum n\u00e4chsten Tag. Nur mit M\u00fche konnte er seine Ungeduld bez\u00e4hmen, bis Moritz\u2019 Mutter, die ihm die T\u00fcr ge\u00f6ffnet hatte, au\u00dfer H\u00f6rweite war.<\/p>\n<p>\u201eWir gehen auf Schatzsuche!\u201c verk\u00fcndete er strahlend, sobald sie in Moritz\u2019 Zimmer waren und Moritz die T\u00fcr zugemacht hatte. Mit einer Begr\u00fc\u00dfung hielt er sich gar nicht erst auf; gespannt wartete er auf Moritz\u2018 Reaktion.<\/p>\n<p>Moritz, der noch an der Zimmert\u00fcr stand, entt\u00e4uschte seinen besten Freund nicht und r\u00e4umte mit dem Arm fast das B\u00fccherregal ab, als er herumfuhr. \u201eWas? Wie jetzt?\u201c Ulkige Geschichten war er von Adrian ja gew\u00f6hnt, der grub in den zahllosen B\u00fcchern, die er las, immer wieder mal irgendwelche Kuriosit\u00e4ten aus, aber das \u00fcberforderte ihn jetzt doch. F\u00fcr einen Moment glaubte er, das mit der Schatzsuche m\u00fcsste ein Witz sein, aber ein Blick in Adrians Gesicht zeigte ihm, dass der es ernst meinte: Er wollte auf Schatzsuche gehen!<\/p>\n<p> \u201eSpinnst du?\u201c fragte er entgeistert. \u201eWo soll\u2019s denn hier einen Schatz geben? Jetzt sag nicht, du meinst den ollen Jost! Das sind doch alles Legenden.\u201c \u201eQuatsch!\u201c erwiderte Adrian fast emp\u00f6rt. Dass die Geschichten um den Raubritter von der hoch \u00fcber der Ruhr gelegenen Burg Blankenstein nur eine Sage waren, war ihm auch klar. Einen wahren Kern mochte die M\u00e4r zwar haben, aber den in der Ruhr versunkenen Schatz, der darin vorkam, hatte es entweder nie gegeben, oder er war v\u00f6llig unerreichbar f\u00fcr einen Hobbyarch\u00e4ologen.<\/p>\n<p>\u201eEs geht um einen Schatz aus dem Krieg.\u201c erkl\u00e4rte Adrian. \u201eSchmuck, M\u00fcnzen, vielleicht ungeschliffene Diamanten, so genau wusste Opa das nicht.\u201c \u201eEr hat dir davon erz\u00e4hlt?\u201c vergewisserte sich Moritz, und Adrian nickte. \u201eEigentlich mehr den Kurzen.\u201c erkl\u00e4rte er. \u201eDie hatten Langeweile, da hat Opa ihnen ein paar Geschichten erz\u00e4hlt.\u201c \u201eUnd du glaubst, er hat sich das nicht nur ausgedacht?\u201c forschte Moritz nach. \u201eBestimmt nicht.\u201c versicherte Adrian. \u201eWenn er sich was aus den Fingern gesaugt h\u00e4tte f\u00fcr die Kurzen, dann h\u00e4tte er bestimmt nichts vom Krieg erz\u00e4hlt.\u201c Das leuchtete Moritz ein, denn er wusste, wie viel j\u00fcnger als Adrian die Cousins und Cousinen waren. Auch dass Adrian bei den meisten Geschichten die Ohren auf Durchzug gestellt hatte, weil sie f\u00fcr ihn langweilig gewesen waren, konnte er nachvollziehen, aber bei dieser einen hatte es sich offensichtlich gelohnt, die Ohren zu spitzen.<\/p>\n<p>Hauptfigur der Ereignisse, die ihren Anfang im Jahre 1920, also vor fast hundert Jahren, genommen hatten, war ein junger Franzose gewesen, der Sohn eines reichen Textilfabrikanten, der sich in Hattingen angesiedelt hatte, um eine Niederlassung der elterlichen Firma aufzumachen. Weil jeder Mensch etwas zum Anziehen brauchte, und weil der junge Unternehmer es verstanden hatte, gute Kleidung zu einem bezahlbaren Preis anzubieten, hatten sich die Gesch\u00e4fte gelohnt.<\/p>\n<p>Doch dann hatten sich die Verh\u00e4ltnisse in Deutschland grundlegend ge\u00e4ndert, und kurz bevor der Krieg ausgebrochen war, war der junge Franzose, der in der Zwischenzeit auch eine Familie gegr\u00fcndet hatte, mit Frau und Kindern in seine Heimat geflohen.<\/p>\n<p>Die Hintergr\u00fcnde hatte Adrians Gro\u00dfvater nat\u00fcrlich nur so weit angerissen wie unbedingt n\u00f6tig, denn f\u00fcr Geschichten \u00fcber den Krieg waren Adrians Cousins und Cousinen wirklich noch zu klein, und spannend war f\u00fcr sie in erster Linie der Schatz gewesen. Aber Adrian hatte am Abend noch ein wenig recherchiert und zumindest den Beweis gefunden, dass es den jungen Franzosen tats\u00e4chlich gegeben hatte. Jacques Russel hatte der Fabrikantensohn gehei\u00dfen, geboren um 1898, 1920 aus Frankreich nach Hattingen gekommen und Ende 1939 aus Deutschland geflohen. Was danach aus ihm geworden war, ob er den Krieg \u00fcberlebt hatte, hatte Adrian noch nicht herausfinden k\u00f6nnen, aber in Deutschland war er mit ziemlicher Sicherheit nie wieder gewesen.<\/p>\n<p>\u201eUnd der Schatz?\u201c wollte Moritz wissen. Allm\u00e4hlich begann ihn die Sache zu interessieren, obwohl er sich immer noch nicht in Gold und Juwelen baden sah. \u201eWartet immer noch darauf, gefunden zu werden.\u201c antwortete Adrian trocken. \u201eZumindest hab ich keinen Hinweis gefunden, dass er entdeckt worden w\u00e4re. Russel konnte nur das N\u00f6tigste mitnehmen. Opa sagt, er hatte Angst, dass die Nazis ihm alles Wertvolle abnehmen w\u00fcrden, deshalb h\u00e4tte er den Schmuck von seiner Frau und seine M\u00fcnzsammlung lieber versteckt, um sie sp\u00e4ter zu holen. Vielleicht waren auch ungeschliffene Diamanten dabei, Opa meint, die k\u00f6nnte Russel aber auch mitgenommen haben, weil man sie leicht schmuggeln und \u00fcberall zu Geld machen kann.\u201c<\/p>\n<p>\u201eAber er ist nie zur\u00fcckgekommen, um die Sachen zu holen?\u201c bohrte Moritz nach. Adrian zuckte mit den Schultern. \u201eWie gesagt, gefunden hab ich nichts. Die Fabrik ist auf jeden Fall ausgebombt worden, bei einem Luftangriff, der wohl eigentlich die Henrichsh\u00fctte treffen sollte. Sie wurde dann nach dem Krieg abgerissen.\u201c \u201eWei\u00dft du, wo sie war?\u201c Adrian nickte. \u201eSchon. Aber da brauchen wir gar nicht erst anzufangen. Erstens ist von der Fabrik wirklich nichts mehr da, und wenn der Schatz da versteckt gewesen w\u00e4re, dann w\u00e4re er sp\u00e4testens beim Abriss komplett zerst\u00f6rt worden, und zweitens hat Russel seinen Schatz ganz woanders versteckt.\u201c<\/p>\n<p>\u201eUnd wo?\u201c bohrte Moritz nach, weil Adrian eine Pause machte, um die Spannung zu erh\u00f6hen. Adrian grinste, denn an welches m\u00f6gliche Versteck der beste Freund auch immer dachte, das richtige erriet er ganz bestimmt nicht. \u201eIm Schulenbergtunnel.\u201c<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>13. Juli 2016 184 978-3741241543 Books on Demand Adrian ist sofort Feuer und Flamme, als sein Gro\u00df&shy;vater ihm von einem Schatz im Schulen&shy;berg&shy;tunnel erz\u00e4hlt. Zusammen mit seinem besten Freund Moritz macht er sich auf die Suche, und tat&shy;s\u00e4chlich finden sie in der N\u00e4he des Tunnels einen ver&shy;steckten Stollen. Doch noch jemand scheint hinter den Juwelen [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-736","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renebote.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/736","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renebote.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/renebote.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renebote.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renebote.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=736"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/renebote.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/736\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1076,"href":"https:\/\/renebote.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/736\/revisions\/1076"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renebote.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=736"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}