{"id":287,"date":"2024-02-02T17:32:54","date_gmt":"2024-02-02T16:32:54","guid":{"rendered":"https:\/\/renebote.de\/?page_id=287"},"modified":"2024-04-07T14:39:07","modified_gmt":"2024-04-07T13:39:07","slug":"freundschaft-aus-der-kueche-weihnachtsmarkt-daheim","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/renebote.de\/?page_id=287","title":{"rendered":"Freundschaft aus der K\u00fcche &#8211; Weihnachtsmarkt daheim"},"content":{"rendered":"\n<dialog id=\"imgFull\" class=\"coverFullsizeDialog\" style=\"display: none;\" onclick=\"hideFullsizeCoverDialog();\" >\n<img decoding=\"async\" id=\"coverFullsize\" src=\"\" alt=\"Cover der Kurzgeschichte Freundschaft aus der K\u00fcche - Weihnachtsmarkt daheim\" \/>\n<\/dialog>\n<div class=\"justifyText\">\n<p><i>\nDiese Geschichte ist in der Welt meiner Buchreihe <a href=\"https:\/\/renebote.de\/?page_id=1012\">Freundschaft aus der K\u00fcche<\/a> angesiedelt. Sie spielt zeitlich zwischen dem <a href=\"https:\/\/renebote.de\/?page_id=439\">3. Band<\/a> und der <a href=\"https:\/\/renebote.de\/?page_id=223\">Silvester-Kurzgeschichte<\/a>, obwohl die fr\u00fcher entstanden ist.\n<\/i><\/p>\n<img decoding=\"async\" id=\"coverPreview\" class=\"coverPreview\" src=\"https:\/\/renebote.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Cover-Freundschaft-aus-der-Kueche-Weihnachtsmarkt-daheim.webp\" onclick=\"showFullsizeCoverDialog();\" alt=\"Cover der Kurzgeschichte Freundschaft aus der K\u00fcche - Weihnachtsmarkt daheim\" \/>\n<p>Manchmal war Studienrat Pertel mit seiner 7c, deren Klassenlehrer er derzeit war, wirklich gestraft. Sicher, die meisten Jungen und M\u00e4dchen waren schon in Ordnung, die einen sch\u00fcchtern, die anderen weniger, manche laut, andere eher still, hier welche, die sich leicht f\u00fcr den Unterricht begeistern lie\u00dfen, dort ein paar, die sich gelinde gesagt zur\u00fcckhielten. Das kannte er, er war seit 15 Jahren Lehrer und hatte hunderte Kinder und Jugendliche kommen und gehen sehen. Was es ihm mit seiner aktuellen Klasse manchmal schwer machte, war ein Konflikt, den ein M\u00e4dchen entz\u00fcndet hatte, ohne etwas daf\u00fcr zu k\u00f6nnen.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Pauline war im Fr\u00fchjahr, also noch im letzten Schuljahr, aus Hamburg ins Ruhrgebiet gezogen. Ihre Mutter war alleinerziehend, das Geld, das der kleinen Familie zur Verf\u00fcgung stand, nicht allzu \u00fcppig bemessen. Sie f\u00fchlte sich nicht arm, sie hatte alles, was sie brauchte, eben nur nicht in Massen und nicht von den teuersten Marken.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>F\u00fcr die kleine Clique um Klassensprecherin Anna, die es sich leisten konnte, sich \u00fcber Geld und Statussymbole zu definieren, war Pauline damit ein perfektes Opfer. Doch Pauline lie\u00df sich so leicht nicht unterkriegen, und sie hatte schnell Freunde gefunden in der Klasse. Sie war zupackend, handwerklich begabt, und sie konnte hervorragend kochen und backen. So hatte Anna eine Erfahrung machen m\u00fcssen, die v\u00f6llig neu f\u00fcr sie war: Sie bestimmte nicht, wer in der Klasse \u201ein\u201c war, und, schlimmer noch, ihre eigene Beliebtheit nahm ab.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Als Reaktion darauf hatte sie \u2013 neben regelm\u00e4\u00dfigen Sticheleien \u2013 versucht, beim gemeinsamen Grillabend der Klasse ein Zeichen zu setzen. Pauline war seit den Sommerferien mit Robin zusammen, sie hatten sich zusammengetan, um f\u00fcr das Mitbringbufett zu backen, und Anna hatte alles daran gesetzt, um sie mit ihrem Geb\u00e4ck zu blamieren. Was die beiden backen wollten, hatte sie von der Mitbringliste ablesen k\u00f6nnen, und sie hatte etwas \u00c4hnliches bei einem teuren Partyservice bestellt. Weil sich ihre Hoffnung, die Klassenkameraden und -kameradinnen w\u00fcrden ihr gekauftes Geb\u00e4ck bevorzugen, nicht erf\u00fcllt hatte, hatte sie schlie\u00dflich sogar das von Pauline und Robin in den M\u00fcll geworfen. Wenigstens war sie erwischt worden, und Robin war es gelungen, die Stimmung, vor allem Paulines Stimmung, zu retten.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>F\u00fcr Anna hatte die Aktion eine Menge \u00c4rger nach sich gezogen, und sp\u00e4testens seitdem gab es nur noch wenige, die zu ihr hielten oder zumindest vermieden, sich gegen sie zu stellen. Man musste kein Hellseher sein, um vorauszusagen, dass sie zu Beginn des n\u00e4chsten Schuljahres auch ihr Amt als Klassensprecherin verlieren w\u00fcrde; sollte Pauline sich zur Wahl stellen \u2013 vorschlagen w\u00fcrde sie bestimmt jemand \u2013 dann war es gut m\u00f6glich, dass ausgerechnet sie Anna abl\u00f6sen w\u00fcrde.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Grillabend lag inzwischen schon einige Wochen zur\u00fcck. Mittlerweile war es Anfang Dezember, und zum Gl\u00fcck hatte Anna ihre Feindseligkeiten gegen Pauline in der letzten Zeit meistenteils auf abf\u00e4llige Blicke beschr\u00e4nkt. Doch das war keine Einsicht, sondern Mangel an Gelegenheit, Pauline eins auszuwischen, ohne selbst \u00c4rger zu bekommen.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>F\u00fcr die zweite Adventswoche hatte Herr Pertel, dem es wichtig war, die Klassengemeinschaft zu f\u00f6rdern, einen gemeinsamen Bummel \u00fcber den Weihnachtsmarkt organisiert. Dem verschlossen sich selbst die nicht, die nicht Weihnachten feierten oder speziell mit Weihnachtsmarkt nichts am Hut hatten: Immerhin fiel daf\u00fcr die Doppelstunde Englisch am Mittag aus.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Auch Pauline gefiel die Idee, auch wenn es sich f\u00fcr sie nicht so weihnachtlich anf\u00fchlte. Daf\u00fcr konnte aber weder der Weihnachtsmarkt etwas noch Herr Pertel. Ein Teil der Lichter war noch aus, und die, die brannten, kamen im Licht eines wolkenverhangenen Tages l\u00e4ngst nicht so gut zur Geltung wie nach Einbruch der Dunkelheit. Vielleicht enth\u00fcllte das Tageslicht auch einfach zu viel, was die Stimmung st\u00f6rte, wie Stromverteiler und M\u00fclls\u00e4cke zwischen den H\u00fctten, die bei Nacht nicht auffielen.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Von irgendwoher hatte Herr Pertel ein kleines Budget aufgetan, das reichte f\u00fcr einen Kakao f\u00fcr jeden und einen kleinen Snack an einem Stand, der Flammkuchen in etlichen Variationen verkaufte. Zumindest hoffte Pauline, dass ihr Klassenlehrer das nicht aus eigener Tasche bezahlen musste, denn sie \u00fcberschlug die Kosten und kam auf einen Betrag von knapp unter 200 Euro.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wer mehr essen oder trinken wollte, musste das selbst bezahlen. Viele verzichteten und begn\u00fcgten sich mit Kakao und Flammkuchen, denn sie sahen ja die Preise an den St\u00e4nden, und taschengeldfreundlich war irgendwie anders. Michele, der eigentlich immer Hunger hatte, holte sich noch eine Portion Pommes, und Philippa und Enya teilten sich noch ein St\u00fcck Flammkuchen. M\u00f6glicherweise hatten sie daf\u00fcr etwas Geld von ihren Eltern mitbekommen.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Auch Annas Eltern hatten den Weihnachtsmarktbesuch ihrer einzigen Tochter vielleicht bezuschusst, obwohl Anna auch so \u00fcppig genug Taschengeld bekam, um sich nicht einschr\u00e4nken zu m\u00fcssen. \u201eGehen wir da r\u00fcber?\u201c, schlug sie ihren Anh\u00e4ngerinnen Maike und Estefania vor und deutete auf einen Stand, der Naschkram verkaufte: Paradies\u00e4pfel, gebrannte Mandeln, Popcorn und verschiedene Sorten mit Schokolade \u00fcberzogenes Obst. Sie sprach so laut, dass die Umstehenden gar nicht umhinkamen, mitzuh\u00f6ren, und das war offensichtlich Absicht. \u201eDie sind zwar teuer, aber daf\u00fcr schmeckt das Zeug auch. Kommt, bevor der Pertel sagt, wir d\u00fcrfen nicht, weil welche sich das nicht leisten k\u00f6nnen!\u201c Den Blick, der dabei Pauline traf, h\u00e4tte es gar nicht mehr gebraucht, auch so wussten alle, wem die Anspielung galt.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Pauline kannte Annas Geh\u00e4ssigkeit inzwischen zur Gen\u00fcge, trotzdem konnte sie nicht verhindern, dass es ihr doch ab und an einen Stich gab. Aber sie hatte sich Mechanismen antrainiert, sich nichts anmerken zu lassen, und auch diesmal sahen nur ihre besten Freunde ihre Ver\u00e4rgerung.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Robin und Marlene, die sie am allerbesten kannten, hielten sich mit einer Reaktion zur\u00fcck. Sie wussten, dass Pauline am liebsten gar nicht auf die Provokationen einging und damit wohl auch recht hatte. Jede Reaktion w\u00fcrde Anna das Gef\u00fchl geben, etwas bewirkt zu haben, und je heftiger die Reaktion, desto gr\u00f6\u00dfer Annas Befriedigung.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Auf der anderen Seite konnte man Anna aber auch nicht alles durchgehen lassen, denn das wiederum h\u00e4tte sie als Best\u00e4tigung genommen, dass sie sich alles erlauben konnte. Eine klassische Zwickm\u00fchle, aus der man nur mit einer geh\u00f6rigen Portion Kreativit\u00e4t wieder rauskam.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u201eNa, gut sind so Schokobananen schon\u201c, sagte Friederike, und dass sie ihrerseits so laut sprach, dass Anna, Maike und Estefania es h\u00f6ren mussten, war ebenso wenig ein Versehen wie bei Anna Augenblicke zuvor. \u201eAber die Preise hier sind heftig. Sag mal, Pauline, braucht man da irgendwelche besonderen Ger\u00e4te f\u00fcr, oder kann man das auch einfach zu Hause machen?\u201c \u201eWenn ein Topf f\u00fcr dich ein besonderes Ger\u00e4t ist, dann brauchst du eins\u201c, antwortete die schmunzelnd. Sie ahnte, worauf ihre Klassenkameradin hinauswollte, und hatte nichts dagegen. \u201eSonst nicht. Ja klar kann man das selbst machen, ist auch gar nicht so schwer.\u201c \u201eDu wei\u00dft, wie\u2019s geht?\u201c, hakte Friederike nach, obwohl sie sich die Antwort denken konnte. \u201eDann heute Abend Weihnachtsmarkt bei mir auf der Terrasse, okay?\u201c, schlug sie vor, als Pauline nickte. \u201eWir machen uns Schokofr\u00fcchte und Kakao, ein bisschen Weihnachtsmusik, und dann machen wir\u2019s uns gem\u00fctlich.\u201c<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u201eArmselig!\u201c, lie\u00df Anna sich vernehmen, ein H\u00f6chstma\u00df an Verachtung in der Stimme. \u201eWie kann man nur so neidisch sein?\u201c \u201eFrag dein Spiegelbild!\u201c, versetzte Marlene. Damit traf sie vermutlich den Nagel auf den Kopf, denn die Gemeinschaft, die Stimmung, die dieser private Weihnachtsmarkt versprach, w\u00fcrde Anna sich f\u00fcr noch so viel Geld nicht kaufen k\u00f6nnen.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Als Antwort auf die Provokation gen\u00fcgte das, Anna wusste jetzt, dass sie ihre Mitsch\u00fclerinnen und Robin, der selbstverst\u00e4ndlich dabei sein w\u00fcrde, auf eine richtig gute Idee gebracht hatte. Das war das Gegenteil von dem, was sie sich vorgestellt hatte, und w\u00fcrde ihr nicht nur die Schokofr\u00fcchte vom Stand schr\u00e4g gegen\u00fcber verg\u00e4llen. Wahrscheinlich w\u00fcrde sie sich den ganzen Nachmittag \u00fcber schwarz\u00e4rgern, wenn sie daran dachte, dass Pauline und die anderen zur gleichen Zeit bei Friederike richtig viel Spa\u00df hatten.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Den Rest verabredeten Pauline, Robin, Friederike und Marlene leise. Sie passten nicht besonders auf, dass wirklich niemand mith\u00f6rte, provozierten es aber auch nicht. Friederike schickte ihren Eltern eine Nachricht, dass ihre Freunde kommen w\u00fcrden, und fragte nach, ob sie f\u00fcr eine Weile die K\u00fcche blockieren durften.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Von ihren Eltern aus war das kein Problem. Damit stand die Verabredung, um vier w\u00fcrden sie sich bei Friederike treffen. So hatte jeder noch Zeit f\u00fcr die Hausaufgaben, und Friederike k\u00fcndigte an, dass sie ein paar Sachen raussuchen w\u00fcrde, mit denen die sie Terrasse dekorieren konnten.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u201eWas brauchen wir denn alles f\u00fcr die Schokofr\u00fcchte?\u201c, wollte sie dann wissen. \u201eFr\u00fcchte\u201c, antwortete Pauline trocken. Viel mehr war es auch tats\u00e4chlich nicht, Kuvert\u00fcre und etwas zum Aufspie\u00dfen kamen noch dazu. Da Marlene Spie\u00dfe aus Blech von zu Hause w\u00fcrde mitbringen k\u00f6nnen, brauchten sie daf\u00fcr nicht eigens etwas zu kaufen, und auch die \u00fcbrigen Zutaten gingen nicht von ihrem Taschengeld ab. Kuvert\u00fcre hatte Pauline noch genug zu Hause in der Kiste mit den Backzutaten, und verschiedenes Obst konnten sie, Robin und Friederike beisteuern. Aber selbst wenn sie alles h\u00e4tten kaufen m\u00fcssen, h\u00e4tten sie daf\u00fcr kaum mehr bezahlt als Anna eben f\u00fcr ihre Schoko-Erdbeeren; die hatte einen F\u00fcnf-Euro-Schein hingelegt und kein R\u00fcckgeld bekommen. Nat\u00fcrlich bezahlte sie die Arbeit mit, die Standmiete, und Erdbeeren waren im Winter teurer, v\u00f6llig ungerechtfertigt war der Preis vielleicht nicht. Aber damit konnte man so oder so umgehen, es war ein Unterschied, sich etwas zu g\u00f6nnen und f\u00fcr sich zu entscheiden, dass es einem den Preis wert war, oder zu kaufen, um herauszukehren, dass man es sich leisten konnte.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Aber das war jetzt Annas Problem, Pauline hatte den Vorfall schon abgehakt und freute sich auf das adventliche Treffen bei Friederike, das sich daraus ergeben hatte. Auch wenn Friederike die Idee im ersten Moment nur als Antwort auf Annas Geh\u00e4ssigkeit aufgebracht hatte, w\u00fcrde das sicherlich keine Rolle mehr spielen, wenn sie sp\u00e4ter zusammensa\u00dfen.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Pauline war die Erste, die bei Friederike eintraf, das ergab sich aus den unterschiedlichen Fahrtzeiten der Busse. Friederike war noch dabei, Decken und Kissen zusammenzusuchen, damit sie sich auf der Terrasse gem\u00fctlich einkuscheln konnten. Pauline half ihr, und sie hatten auch schon eine Lichterkette angebracht, als schlie\u00dflich auch Robin und Marlene eintrafen.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u201eIhr seid ja schon richtig weit!\u201c, stellte Marlene fest. \u201eIch hoffe, ihr habt uns auch noch was zu tun \u00fcbrig gelassen!\u201c \u201eDu kannst dich gleich in der K\u00fcche n\u00fctzlich machen\u201c, frotzelte Pauline. \u201eDa gibt\u2019s f\u00fcr alle genug zu tun.\u201c \u201eOkay\u201c, antwortete Marlene. \u201eDu wei\u00dft, wie\u2019s geht, wir folgen dir.\u201c<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Pauline ging davon aus, dass Marlene und die anderen das durchaus auch ohne sie hinbekommen h\u00e4tten. Es war ja auch wirklich nicht schwer, die Kuvert\u00fcre musste erw\u00e4rmt werden, und sobald sie schmolz, konnte man das Obst hineintunken oder mit der fl\u00fcssigen Kuvert\u00fcre bestreichen. Friederike machte Wasser hei\u00df, sch\u00fcttete es in eine gro\u00dfe Auflaufform und lie\u00df drei Metallsch\u00fcsseln darin schwimmen, eine f\u00fcr jede Sorte Kuvert\u00fcre, die Pauline mitgebracht hatte. Marlene kam die Aufgabe zu, die Kuvert\u00fcre mit dem Messer zu st\u00fcckeln, damit sie schneller schmolz, und sie w\u00e4hrend des Erw\u00e4rmens zu r\u00fchren. Robin und Friederike sch\u00e4lten Mandarinen und Bananen und bereiteten mundgerechte St\u00fccke vor. \u201eWir haben noch Pfirsiche\u201c, fiel Friederike ein. \u201eZwar aus der Dose, aber \u2026 Gehen die auch? Und \u00c4pfel?\u201c Pauline zuckte mit den Schultern. \u201eNoch nie geh\u00f6rt als Schokofr\u00fcchte\u201c, gab sie ehrlich zu. \u201eAber sollte. Probieren wir\u2019s aus!\u201c<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Also holte Friederike das Obst, gab es Robin zum Schnippeln und schwatzte ihrer Mutter noch einen weiteren Block Kuvert\u00fcre ab. Dass ihre Eltern anschlie\u00dfend auch etwas von den Schokofr\u00fcchten bekamen, verstand sich von selbst, auch Pauline packte zwei bunte Spie\u00dfe f\u00fcr ihre Mutter ein und Robin f\u00fcr seine Eltern; nur Marlene meinte, dass ihre Eltern darauf nicht so scharf w\u00e4ren.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Mit einem hoch vollgestapelten Teller setzte sich das Quartett nach drau\u00dfen. Es war bereits dunkel, obwohl es noch weit vor f\u00fcnf Uhr war; lange war es ja nicht mehr hin bis zum k\u00fcrzesten Tag des Jahres. Es war k\u00fchl, und ab und zu nieselte es, aber mit hei\u00dfem Kakao und gut in Kissen und Decken eingepackt, war es urgem\u00fctlich. Marlene lie\u00df auf dem Handy leise Weihnachtsmusik laufen, die vier erz\u00e4hlten Anekdoten und Weihnachtsgeschichten und stellten einander R\u00e4tselfragen. An Anna, die das Ganze mit ihrem Verhalten auf dem Weihnachtsmarkt angesto\u00dfen hatte, verschwendeten sie keine Gedanken. Daf\u00fcr ging Pauline durch den Kopf, dass die kleine Runde genau das war, was Weihnachten im Kern ausmachte: das sorgenfreie Zusammensein mit Menschen, die einem lieb waren.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Diese Geschichte ist in der Welt meiner Buchreihe Freundschaft aus der K\u00fcche angesiedelt. Sie spielt zeitlich zwischen dem 3. Band und der Silvester-Kurzgeschichte, obwohl die fr\u00fcher entstanden ist. Manchmal war Studienrat Pertel mit seiner 7c, deren Klassenlehrer er derzeit war, wirklich gestraft. 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