{"id":265,"date":"2024-02-02T11:46:45","date_gmt":"2024-02-02T10:46:45","guid":{"rendered":"https:\/\/renebote.de\/?page_id=265"},"modified":"2024-02-02T11:46:45","modified_gmt":"2024-02-02T10:46:45","slug":"mitternacht-an-der-kreuzung-auf-dem-see","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/renebote.de\/?page_id=265","title":{"rendered":"Mitternacht, an der Kreuzung auf dem See!"},"content":{"rendered":"\n<dialog id=\"imgFull\" class=\"coverFullsizeDialog\" style=\"display: none;\" onclick=\"hideFullsizeCoverDialog();\" >\n<img decoding=\"async\" id=\"coverFullsize\" src=\"\" alt=\"Cover der Kurzgeschichte Mitternacht, an der Kreuzung auf dem See!\" \/>\n<\/dialog>\n<div class=\"justifyText\">\n<img decoding=\"async\" id=\"coverPreview\" class=\"coverPreview\" src=\"https:\/\/renebote.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Cover-Mitternacht-an-der-Kreuzung-auf-dem-See.webp\" onclick=\"showFullsizeCoverDialog();\" alt=\"Cover der Kurzgeschichte Mitternacht, an der Kreuzung auf dem See!\" \/>\n<p>Still lag der See vor der Stadt im Licht des Vollmonds. Das Wasser gl\u00e4nzte silbrig, winzige Wellen machten sich ein Spiel daraus, das Glitzern immer wieder neu zu formen.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Bis auf das kaum h\u00f6rbare Pl\u00e4tschern des Wassers war alles still. Niklas fand es sch\u00f6n, f\u00fchlte sich gleichzeitig aber auch ziemlich beklommen. Normalerweise mied er den See, tags\u00fcber war ihm einfach zu viel los. Obwohl relativ klein, war der See mit seinen Ufern ein beliebtes Naherholungsgebiet, ausgestattet mit allem, was Unmassen von Besuchern anzog. Man konnte den See auf Fu\u00df- und Radwegen umrunden, mit Tretbooten oder Kanus befahren, es gab Restaurants, Caf\u00e9s, eine Minigolfanlage, Tennispl\u00e4tze und mehrere Spielpl\u00e4tze. Ein Schiff pendelte nachmittags und am Wochenende zwischen einem halben Dutzend Anlegestellen, und auch bei Seglern und Surfern war der See beliebt. Besonders am Wochenende durfte man keine Angst vor Menschenmassen und Gedr\u00e4nge haben, wenn man an den See kommen wollte.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Jetzt in der Nacht war davon nichts zu sp\u00fcren. Die Boote lagen am Ufer vert\u00e4ut, und auf den Wegen rundherum war keine Menschenseele zu sehen. Doch ganz allein war Niklas nicht, das wusste er, obwohl er niemanden sah und h\u00f6rte.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Angefangen hatte alles am Mittag in der Schule mit einem Brief, den er nach der letzten gro\u00dfen Pause auf seinem Tisch gefunden hatte. \u201eTraust du dich?\u201c, hatte der Absender ohne Einleitung geschrieben. \u201eTriff mich um Mitternacht auf dem See!\u201c Eine grobe Skizze hatte den Treffpunkt markiert, und zwei Linien, die sich genau dort kreuzten. An jedem Ende jeder Linie war ein Punkt an Land markiert, der auch bei Nacht gut zu sehen sein musste: ein Hochhaus, dessen Lichter nicht zu \u00fcbersehen waren, eine Tankstelle, die wegen der Farbe ihrer Beleuchtung unverkennbar war, ein Br\u00fcckenpfeiler, der sich vor dem etwas helleren Nachthimmel abhob, und schlie\u00dflich eines der Restaurants am Ufer. An jeden Ast des Kreuzes war au\u00dferdem ein Auge gezeichnet, und die Schlussfolgerung lag auf der Hand: Niklas hatte den richtigen Punkt erreicht, wenn er all diese Landmarken sehen konnte. Das war tats\u00e4chlich eine ziemlich genaue Angabe, denn vor allem die Tankstelle w\u00fcrde schon bei wenigen Metern Abweichung nach rechts oder links aus dem Blick geraten.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Von wem der Brief kam, war f\u00fcr Niklas klar gewesen, obwohl der Absender seinen Namen sch\u00f6n f\u00fcr sich behalten hatte. Es gab nur einen, der ihm so eine Aufgabe stellen w\u00fcrde: sein bester Freund Elvir. Er teilte Niklas\u2018 Abenteuerlust, und sie dachten sich immer wieder neue Herausforderungen f\u00fcr den jeweils anderen aus. Es war ein Hobby, Spa\u00df und etwas Nervenkitzel, aber passiert war nie etwas. Das war kein gl\u00fccklicher Zufall, Niklas und Elvir achteten immer darauf, weder sich selbst, noch den jeweils anderen oder unbeteiligte Dritte in Gefahr zu bringen. Da sie keine Fotos oder Videos von ihren Aktionen machten, um sie anschlie\u00dfend ins Netz zu stellen, konnten sie auch nicht der Versuchung erliegen, immer waghalsiger zu werden, um mehr Likes zu bekommen.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Nachts auf den See rauszufahren, war trotzdem eine Hausnummer, da w\u00fcrde Niklas sich anstrengen m\u00fcssen, um eine \u00e4hnlich gro\u00dfe, aber sichere Herausforderung f\u00fcr Elvir zu finden. Aber dar\u00fcber konnte er sich sp\u00e4ter Gedanken machen, es war nicht so, dass jede Probe bei ihnen unverz\u00fcglich mit einer Gegenprobe beantwortet werden musste. Jetzt war Niklas erst mal gespannt, wie es hier weitergehen w\u00fcrde. Da Elvir ihm keinen Hinweis mit auf den Weg gegeben hatte, wie es weitergehen sollte, wenn er den festgelegten Punkt auf dem See erreicht hatte, ging Niklas davon aus, dass sein bester Freund sich melden w\u00fcrde. Vielleicht w\u00fcrde er anrufen, eine Nachricht schicken, m\u00f6glicherweise morste er auch vom Ufer aus mit einer Taschenlampe. Obwohl, nein, das w\u00fcrde er nicht tun, denn das Licht w\u00fcrde man auch von anderswo sehen k\u00f6nnen. Es war nicht auszuschlie\u00dfen, dass dann jemand ein Verbrechen oder jemanden in Not witterte und die Polizei oder die Rettung rief. Wer kannte denn heute noch das Morsealphabet und konnte schnell genug mitlesen, um zu verstehen, dass es keinen Grund zur Sorge gab? Er und Elvir hatten das auch nur zum Spa\u00df gelernt vor zwei Jahren.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Links von sich h\u00f6rte Niklas ein Pl\u00e4tschern. Es war nicht laut, und w\u00e4re die Nacht nicht so still, der See nicht so ruhig gewesen, dann h\u00e4tte er es wohl gar nicht wahrgenommen. Aber es war doch anders als die kaum h\u00f6rbaren Wellen, deshalb merkte er auf. Er schaute in die Richtung, konnte aber nichts erkennen. 20, 25 Meter entfernt hob sich ein dunkler Schemen vor dem Himmel ab, eine Insel, die keinen Namen trug. Es war auch keine echte Insel, jedenfalls noch nicht lange. Der See war insgesamt nicht tief, sah man ab von der Fahrrinne f\u00fcr das Ausflugsschiff, die regelm\u00e4\u00dfig ausgebaggert wurde, wohl nirgends mehr als mannstief. Die Insel war eine besonders seichte Stelle, selten wurde sie komplett \u00fcbersp\u00fclt, und seit ein paar Jahren eigentlich gar nicht mehr. Ein paar B\u00fcsche, z\u00e4he Pioniergew\u00e4chse, hatten sich angesiedelt, und die Stadt lie\u00df sie wuchern. Die Insel, die so immer mehr zu einer wurde, lag abseits der Fahrrinne, und auch die Segler st\u00f6rte sie nicht. Die M\u00fche, zur Insel \u00fcberzusetzen, machte sich niemand, der gesamte Grund bestand aus faust- bis kopfgro\u00dfen Steinbrocken, v\u00f6llig ungeeignet f\u00fcr Sonnenbad und Picknick, und zu entdecken gab es nichts.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>F\u00fcr Elvir war das ideal. Er hatte sich fr\u00fchzeitig dort einbauen k\u00f6nnen, nach Einbruch der Dunkelheit h\u00e4tte niemand ihn bemerkt, trotz Vollmond. Niklas hatte nicht darauf geachtet, ob neben dem Boot, das f\u00fcr ihn vorbereitet worden war, noch ein weiteres fehlte, aber selbst wenn nicht, musste das nichts hei\u00dfen. Elvir h\u00e4tte sich auch von irgendwem ein Surfbrett oder Stand-Up-Paddling-Board leihen k\u00f6nnen, wenn er nicht gleich zu Fu\u00df gegangen war. Niklas glaubte nicht, dass das Wasser irgendwo zwischen Ufer und Insel zu tief war zum Waten.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das Pl\u00e4tschern wiederholte sich, und Niklas kniff die Augen zusammen. Die B\u00fcsche und die Uferb\u00f6schung bildeten einen dunklen Hintergrund, aber musste sich Elvir nicht trotzdem davon abheben?<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ein paar Augenblicke sp\u00e4ter brach direkt neben dem Boot etwas durch die Wasseroberfl\u00e4che. Niklas erschrak, und h\u00e4tte er nicht gesessen, w\u00e4re er wahrscheinlich r\u00fccklings \u00fcber Bord gefallen. Ein Schreckensschrei entfuhr ihm, der auf dem ganzen See zu h\u00f6ren sein musste.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>War es l\u00e4cherlich, dass er f\u00fcr einen Moment an den ber\u00fcchtigten wei\u00dfen Hai gedacht hatte? Es war nat\u00fcrlich Unfug, ganz davon ab, dass diese Tiere nicht so blutr\u00fcnstig waren, wie es ihnen angedichtet wurde. Der See war S\u00fc\u00dfwasser und viel zu klein als Jagdrevier eines so gro\u00dfen Raubfischs, und einen wei\u00dfen Hai setzte man auch nicht mal so eben aus.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Aber Elvir war es auch nicht. Es war ein M\u00e4dchen in einem hellen Badeanzug, das gerade an Bord kletterte. Niklas musste erst mal das Wasser wegblinzeln, das ihm in die Augen gespritzt war, ehe er es erkannte.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u201eRebecca?\u201c, fragte er entgeistert. \u201eIch dachte, Elvir\u2026\u201c Rebecca l\u00e4chelte und wischte sich eine nasse Haarstr\u00e4hne aus dem Gesicht. Durch die Nacht und die N\u00e4sse wirkte ihr Haar braun, aber Niklas wusste, dass es in Wahrheit von einem hellen Kupferrot war. Rebecca ging auf seine Schule, und sie kannten sich ganz gut, obwohl sie eine Klasse unter ihm war. Ihr Bruder war in Niklas\u2018 Parallelklasse, ein Junge aus Rebeccas Klasse hatte eine Schwester in Niklas\u2018, und sowohl aus der 9b, als auch aus der 8c waren mehrere in der Theater-AG. Niklas wusste, dass Rebecca im Schwimmverein war und wohl auch schon einige Pokale gewonnen hatte. Wenn er sich richtig erinnerte, war sie die J\u00fcngste in ihrer Klasse und gerade vor drei Tagen vierzehn geworden.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u201eDann ist mein Plan ja aufgegangen\u201c, stellte sie fest. \u201ePrima!\u201c \u201ePlan?\u201c, wunderte sich Niklas. \u201eNa, dass wir uns heute Nacht hier treffen\u201c, pr\u00e4zisierte Rebecca. \u201eOder w\u00e4rst du auch gekommen, wenn ich dich einfach gefragt h\u00e4tte?\u201c<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Niklas zuckte unsicher mit den Schultern. Wahrscheinlich nicht, musste er sich eingestehen. Sie war okay, gar kein Zweifel, aber ob er sich auf eine Verabredung mit ihr eingelassen h\u00e4tte? Kaum, und er h\u00e4tte nicht mal sagen k\u00f6nnen, warum nicht.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u201eSiehst du\u201c, deutete Rebecca sein Schweigen richtig. \u201eDeshalb der Trick mit dem Boot. Ich wusste ja, dass ihr immer wieder solche Sachen macht.\u201c \u201eDu hast mich sch\u00f6n drangekriegt\u201c, musste Niklas zugeben. \u201eIch hab echt keine Sekunde dran gedacht, dass der Brief nicht von Elvir sein k\u00f6nnte.\u201c \u201eZum Gl\u00fcck!\u201c, meinte Rebecca. Sie hatte sich vollends ins Boot gezogen und kletterte um ihn herum auf den zweiten Sitz. \u201eIch hoffe, du bist mir nicht b\u00f6se.\u201c<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Niklas sch\u00fcttelte den Kopf. \u201eKein St\u00fcck\u201c, versicherte er ehrlich. \u201eVon dir kann Elvir sich noch was abgucken. Das hast du echt sauber hingekriegt. Wie bist du auf die Idee gekommen?\u201c \u201eWar gar nicht so schwer\u201c, gab Rebecca zu. \u201eDer Bootsverleih geh\u00f6rt meinem Onkel. Ich kann fahren, so oft ich will, vorausgesetzt, ich nehme keinem Kunden das Boot weg, und auch au\u00dferhalb der \u00d6ffnungszeiten. War also \u00fcberhaupt kein Problem, das Boot zu pr\u00e4parieren und unabgeschlossen am Anleger liegenzulassen.\u201c \u201ePr\u00e4pariert?\u201c, echote Niklas verdutzt. Rebecca schmunzelte. \u201eJa, glaubst du, ich sitze hier mit nichts in der Hand und rede mit dir \u00fcbers Wetter?\u201c, fragte sie. Dabei drehte sie sich nach hinten und schob einen kleinen Schl\u00fcssel, den sie an einer Schnur um den Hals trug, in ein Schloss neben dem Ruderhebel. Niklas hatte das Schloss gesehen, weil er geschaut hatte, ob Elvir irgendwo eine Nachricht f\u00fcr ihn hinterlegt hatte, einen Zettel oder eine mit Kreide oder Whiteboard-Marker geschriebene Botschaft. Er hatte es aber nicht weiter beachtet, weil er davon ausgegangen war, dass es sich nur um eine Reparaturklappe handelte. Au\u00dferdem h\u00e4tte Elvir bestimmt nichts aufgebrochen; dass auch die Boote als solche nachts angekettet waren, daran hatte Niklas gar nicht gedacht, obwohl es nahe lag.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich war die Klappe haupts\u00e4chlich daf\u00fcr gedacht, Reparaturen zu vereinfachen, wobei nat\u00fcrlich f\u00fcr manche Arbeiten das Boot trotzdem aufs Trockene gezogen und aufgebockt werden musste. Zus\u00e4tzlich, verriet Rebecca Niklas, befand sich darunter ein Sender, \u00fcber den das Boot geortet werden konnte. Der hatte schon mehr als einmal gute Dienste geleistet, wenn irgendwelche Leute das Boot nicht zur\u00fcckgebracht hatten. Zum Gl\u00fcck war bis jetzt immer Faulheit oder Vandalismus die Ursache gewesen, das war \u00e4rgerlich, kostete aber anders als ein Unfall niemanden das Leben.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wenn man es geschickt anfing, war hinter der Klappe aber auch etwas Stauraum, und den hatte Rebecca genutzt, um eine Tasche bereitzulegen, ohne dass Niklas sie finden w\u00fcrde. Niklas sah, dass die Tasche sicherheitshalber mit Panzertape befestigt worden war, und sie schien fast v\u00f6llig trocken geblieben zu sein.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Auf diese Weise hatte Rebecca alles in der Hinterhand, was sie und Niklas f\u00fcr ein n\u00e4chtliches Picknick auf dem See brauchten. Nach und nach holte sie eine T\u00fcte mit Pl\u00e4tzchen, eine Flasche Eistee, zwei Becher und eine Packung Salzstangen heraus. Mit einer Duftkerze schaffte sie eine romantische Stimmung und sorgte gleichzeitig daf\u00fcr, dass M\u00fccken Abstand hielten, falls sie noch unterwegs waren. Zuletzt holte sie noch ein Badetuch heraus, das sie sich um die Schultern legte. Die Nacht war zwar warm, aber ihr Badeanzug war ja nass, das war dann vielleicht doch nicht so angenehm.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u201eWie komme ich dazu?\u201c, fragte Niklas staunend. \u201eDu verw\u00f6hnst mich ja!\u201c \u201eDu wei\u00dft, warum\u201c, antwortete Rebecca schlicht.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Niklas stutzte, doch dann begriff er. Es war doch klar, was das bedeutete, Rebecca hatte sich ganz clever ein Date mit ihm verschafft. Eigentlich h\u00e4tte er es in dem Moment wissen m\u00fcssen, wo sie neben dem Boot aufgetaucht war.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Rebecca sah, dass er verstanden hatte. \u201eIch wei\u00df, das kommt jetzt pl\u00f6tzlich f\u00fcr dich\u201c, sagte sie sanft. \u201eAber ich glaube, anders h\u00e4tte ich mich nie getraut.\u201c<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Was sollte Niklas darauf sagen? Feige war Rebecca bestimmt nicht, allein schon dieses n\u00e4chtliche Date strafte alle l\u00fcgen, die etwas anderes behaupteten. Aber ihr das zu versichern, h\u00e4tte irgendwie komisch geklungen, fand er, zu platt, zu sehr darauf aus, zu sagen, was sie h\u00f6ren wollte. Dabei nahm er nicht mal an, dass sie wollte, dass er ihr widersprach \u2013 jemandem zu zeigen, dass man mehr f\u00fcr ihn f\u00fchlte, war eben nicht immer einfach und oft mit \u00c4ngsten verbunden.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u201eWollen wir uns nach hinten setzen?\u201c, schlug er nach ein paar Augenblicken vor. Das Boot hatte am Heck eine kleine Plattform, auf der noch mal zwei Leute sitzen konnten, zus\u00e4tzlich zu den beiden Sitzen an den Tretkurbeln vorne. Rebecca nickte und kletterte zwischen den Lehnen der beiden Vordersitze durch. Niklas folgte ihr und setzte sich neben ihr auf den Boden, n\u00e4her, als es vorne m\u00f6glich gewesen w\u00e4re, wo der Ruderhebel im Weg war.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Rebecca sah ihn von der Seite an, sie freute sich, dass er nicht versuchte, Abstand zu halten, und lud ihn mit ihrem Blick ein, noch etwas mehr zu wagen. Behutsam legte Niklas ihr einen Arm um die Schultern. Rebecca l\u00e4chelte, hauchte ihm einen Kuss auf die Wange und legte dann den Kopf an seine Schulter.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Still lag der See vor der Stadt im Licht des Vollmonds. Das Wasser gl\u00e4nzte silbrig, winzige Wellen machten sich ein Spiel daraus, das Glitzern immer wieder neu zu formen. &nbsp; Bis auf das kaum h\u00f6rbare Pl\u00e4tschern des Wassers war alles still. Niklas fand es sch\u00f6n, f\u00fchlte sich gleichzeitig aber auch ziemlich beklommen. 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