{"id":262,"date":"2024-02-02T11:30:38","date_gmt":"2024-02-02T10:30:38","guid":{"rendered":"https:\/\/renebote.de\/?page_id=262"},"modified":"2024-02-02T11:30:38","modified_gmt":"2024-02-02T10:30:38","slug":"kerzen-schaukeln","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/renebote.de\/?page_id=262","title":{"rendered":"Kerzen &#038; Schaukeln"},"content":{"rendered":"\n<dialog id=\"imgFull\" class=\"coverFullsizeDialog\" style=\"display: none;\" onclick=\"hideFullsizeCoverDialog();\" >\n<img decoding=\"async\" id=\"coverFullsize\" src=\"\" alt=\"Cover der Kurzgeschichte Kerzen &#038; Schaukeln\" \/>\n<\/dialog>\n<div class=\"justifyText\">\n<img decoding=\"async\" id=\"coverPreview\" class=\"coverPreview\" src=\"https:\/\/renebote.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Cover-Kerzen-und-Schaukeln.webp\" onclick=\"showFullsizeCoverDialog();\" alt=\"Cover der Kurzgeschichte Kerzen &#038; Schaukeln\" \/>\n<p>Solange Dominik denken konnte, fand die Weihnachtsfeier mit der gesamten Familie bei ihm zu Hause statt. Der Grund daf\u00fcr war simpel: Im Haus, das er mit seinen Eltern bewohnte, war am meisten Platz. Mit der versammelten Verwandtschaft waren sie zu zehnt, und man wollte ja auch nicht zu beengt sitzen, vor allem, wenn jeder etwas auszupacken und auszuprobieren hatte. Auch das hatte sich eingeb\u00fcrgert: Auch die, die Heiligabend schon zu Hause feierten, hoben sich die Bescherung bis zur gro\u00dfen Feier am ersten Weihnachtstag auf.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wie in jedem Jahr fiel die Verwandtschaft zum Nachmittagskaffee ein: beide Gro\u00dfelternpaare, Dominiks Onkel mit Anhang und zwei Gro\u00dftanten, die eine verwitwet, die andere nie verheiratet gewesen. Die j\u00fcngste Generation war dabei d\u00fcnn besetzt, neben Dominik selbst hielt nur noch seine Cousine die Fahne hoch, und es sah auch nicht so aus, als w\u00fcrde sich das noch \u00e4ndern.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Charlotte war zw\u00f6lf und damit knapp ein Jahr j\u00fcnger als Dominik. Sie sahen sich nicht oft, eigentlich nur bei Familienfeiern, aber wenn sie sich trafen, dann verstanden sie sich gut und hatten viel Spa\u00df zusammen. Nat\u00fcrlich sa\u00dfen sie nebeneinander am Tisch, und obwohl ihre Hobbys durchaus unterschiedlich waren, ging ihnen der Gespr\u00e4chsstoff nie aus. Dominik fuhr Mountainbike-Downhill und hatte mit Parcours-Laufen angefangen, Charlotte hielt sich beim Hockey fit. Au\u00dferdem sang sie in einem Jugendchor und arbeitete an der Sch\u00fclerzeitung ihrer Schule mit. Da die Sch\u00fclerzeitung auch als PDF auf der Schulhomepage zum Download angeboten wurde, hatte Dominik alle Artikel seiner Cousine gelesen und fand, dass Charlotte durchaus Talent hatte. Allein daraus ergaben sich immer wieder interessante Gespr\u00e4chsthemen, zus\u00e4tzlich zum Alltag, Sport und Anekdoten aus den jeweiligen Freundeskreisen.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Nach dem Kaffee wurde beschert. Dabei verteilte sich die Gesellschaft etwas: Die beiden Gro\u00dfv\u00e4ter, die sich gut verstanden, gingen nach drau\u00dfen auf die Terrasse, wo der v\u00e4terlicherseits, also der gemeinsame von Dominik und Charlotte, seine Pfeife rauchen konnte. Die M\u00fctter r\u00e4umten den Tisch ab und blieben in der K\u00fcche h\u00e4ngen, auch eine der Gro\u00dfm\u00fctter gesellte sich dazu. Dominik und Charlotte setzten sich im Schneidersitz vor dem Weihnachtsbaum auf den Boden, dort hatten sie Platz und waren niemandem im Weg. Auch das hatte schon Tradition, schon als Krabbelkinder hatten sie dort ihre Decke liegen gehabt, auf der sie gespielt hatten.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Beide hatten einen kleinen Stapel Geschenke vor sich, von den Eltern, von Onkel und Tante, und von den Gro\u00dfeltern. Nach und nach packten sie aus, und jeder schaute immer wieder mal neugierig zum anderen, was der bekommen hatte und wie die Reaktion darauf ausfiel.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Dominik freute sich vor allem \u00fcber einen Gutschein f\u00fcr einen zweit\u00e4gigen Parcours-Kurs bei einem erfahrenen L\u00e4ufer. Auch das Buch, das Charlottes Eltern ihm geschenkt hatten, eine Art Reisef\u00fchrer mit empfehlenswerten Downhill-Strecken, gefiel ihm. Er hatte zwar seine Stammstrecke und suchte sich Informationen \u00fcber Alternativen im Internet, aber was er da fand, war nicht immer verl\u00e4sslich. Vor allem legten seine Eltern Wert darauf, dass die Pisten, die er fuhr, offiziell genehmigt waren oder wenigstens von den zust\u00e4ndigen Beh\u00f6rden ausdr\u00fccklich geduldet wurden, und leider gab es in der Community ein paar Leute, die sich darum \u00fcberhaupt nicht scherten. Dominik hielt sich an die Regeln, denn er wollte keinen \u00c4rger.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>W\u00e4hrend Dominik und Charlotte sich \u00fcber ihre Geschenke freuten und Spa\u00df zusammen hatten, zogen am Tisch dunkle Wolken auf. Am Anfang merkten die Kinder kaum etwas davon, sie k\u00fcmmerten sich nicht weiter um die Gespr\u00e4che der Erwachsenen. Doch irgendwann drang auch zu ihnen durch, dass die Debatte am Tisch intensiver wurde, es wurde lauter und nachdr\u00fccklicher gesprochen. Dabei konnte Dominik auch gar nicht mehr vermeiden, das eine oder andere aufzuschnappen, und er h\u00f6rte heraus, dass es um eine geplante Gesetzes\u00e4nderung ging. Offenbar sollte damit die M\u00f6glichkeit geschaffen werden, dass bestimmte Arzneien von den Krankenkassen bezahlt wurden, die nicht oder nicht f\u00fcr die betreffenden Krankheiten im Katalog standen. Offensichtlich gab es da unter Eltern und Gro\u00dfeltern grunds\u00e4tzlich gegens\u00e4tzliche und verfestigte Positionen, die vehement verteidigt wurden, und Gro\u00dftante Helene \u2013 das war die immer ledige \u2013 nutzte die Gelegenheit, um ihre diversen Gebrechen zu erw\u00e4hnen, samt der jeweils verordneten Medikamente.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Dominik versuchte, den Disput auszublenden, aber es funktionierte nicht so recht, und er merkte, wie seine gute Laune schwand. Er kannte das schon, denn auch wenn die meisten Familienfeiern in dieser Runde wirklich angenehm waren \u2013 wenn das Gespr\u00e4ch sich einmal \u00fcber ein kontroverses Thema hochgeschaukelt hatte, dann erholte sich die Stimmung davon auch nicht mehr. Selbst wenn irgendwann jemand aus der Debatte ausstieg, um zu verhindern, dass sie vollends aus dem Ruder lief, das verkrampfte Bem\u00fchen danach, blo\u00df nichts Falsches zu sagen, killte die Stimmung genauso wie ein offener Streit.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u201eLotte, erz\u00e4hl doch mal, wie du im Sommer&#8230;\u201c, rief Dominiks Tante irgendwann zu Charlotte her\u00fcber. Charlotte hob abwehrend die H\u00e4nde. \u201eBitte nicht, Mama!\u201c, bat sie. \u201eAu\u00dferdem wei\u00df ich gar nicht&#8230;\u201c \u201eNat\u00fcrlich war es der Tee\u201c, insistierte ihre Mutter. Dominik schloss daraus, dass seine Cousine krank gewesen war und ein bestimmter Tee dagegen geholfen hatte, zumindest nach Ansicht seiner Tante; Charlotte schien davon ja nicht \u00fcberzeugt zu sein.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Am Tisch f\u00fchlten sich beide Seiten best\u00e4tigt. Charlottes Mutter wischte Charlottes Einwand einfach weg, dass sie nicht wusste, ob sie die Linderung dem Tee verdankte, die verwitwete Gro\u00dftante dagegen betonte, dass Charlotte die Wirkung in Abrede gestellt hatte, was so ja auch nicht stimmte.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Dominik sah, wie seine Cousine die Lippen zusammenkniff. Schlimm genug, wenn die Erwachsenen nicht in der Lage waren, sachlich zu diskutieren, aber mussten sie dann unbedingt auch noch allen anderen alles verderben? Er sah es schon kommen, dass Charlotte zum Blitzableiter wurde, obwohl sie die Letzte war, die etwas f\u00fcr die gegens\u00e4tzlichen Meinungen am Tisch konnte.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Kurz entschlossen stemmte er sich vom Teppich hoch. \u201eIch bin gleich wieder da\u201c, sagte er zu Charlotte. Sie nickte, wahrscheinlich dachte sie, er m\u00fcsste mal Getr\u00e4nke wegbringen. Was er wirklich vorhatte, w\u00fcrde sie schon fr\u00fch genug merken, und er hoffte, dass ihr seine spontane Idee gefallen w\u00fcrde.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>F\u00fcnf Minuten sp\u00e4ter war Dominik zur\u00fcck. \u201eHast du Lust, ein bisschen rauszugehen?\u201c, fragte er seine Cousine. \u201eIch k\u00f6nnte frische Luft brauchen.\u201c \u201eIch auch\u201c, pflichtete Charlotte ihm bei, und Dominik sah, dass sie verstanden hatte.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Seine Mutter war ganz entschieden nicht begeistert. \u201eEs ist Weihnachten\u201c, wandte sie ein. \u201eJa, schon\u201c, r\u00e4umte Dominik ein. Er wollte nicht voll auf Konfrontationskurs gehen, aber nachgeben wollte er auch nicht. \u201eAber deswegen muss man doch nicht die ganze Zeit in der Bude sitzen.\u201c \u201eLass sie doch!\u201c, sprang sein Vater ihm zum Gl\u00fcck bei. \u201eIst doch klar, dass ihnen langweilig ist, wenn hier die ganze Zeit nur Erwachsenen-Themen diskutiert werden.\u201c<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>So ganz \u00fcberzeugt schien Dominiks Mutter danach immer noch nicht zu sein, aber sie lie\u00df sich breitschlagen. Vielleicht wollte sie vermeiden, dass es \u00fcber die Frage, ob die Kinder raus durften oder nicht, zu noch mehr Streit kam.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Kinder verabschiedeten sich, wobei Dominik wohlweislich vermied, zu versprechen, dass sie zum Abendessen zur\u00fcck sein w\u00fcrden. Im Flur nahmen sie ihre Jacken vom Haken, und Dominik einen Rucksack, den er dort bereitgestellt hatte. Er merkte, dass Charlotte in fragend ansah, und legte mahnend den Zeigefinger \u00fcber die Lippen. Wenn sie jetzt fragte, was er in diesem Rucksack hatte, dann w\u00fcrde seine Mutter das vielleicht h\u00f6ren. Dann w\u00fcrde sie sich nat\u00fcrlich auch fragen, was f\u00fcr Zeug er mit nach drau\u00dfen schleppte, und eine \u00fcberzeugende Ausrede hatte er sich nicht zurechtgelegt. Was h\u00e4tte er denn sagen sollen? Seine Mutter durfte den Rucksack nicht sehen, fertig.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Aus diesem Grund vergewisserte er sich auch, dass die Au\u00dfenbeleuchtung aus war, ehe er die Haust\u00fcr \u00f6ffnete. So w\u00fcrde seine Mutter allenfalls Umrisse erkennen k\u00f6nnen, falls sie ihnen durchs Fenster nachsah; wenn er und Charlotte nach links gingen, w\u00fcrden sie auch bald von der Hecke gedeckt werden.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u201eOkay, wohin entf\u00fchrst du mich?\u201c, bohrte Charlotte nach, als sie weit genug weg waren vom Haus. \u201eF\u00fcr einen Spaziergang brauchst du keinen Wanderrucksack.\u201c \u201eStimmt\u201c, r\u00e4umte Dominik rundheraus ein. \u201eIch sag\u2019s dir trotzdem nicht.\u201c Er grinste. \u201eIn zwei Minuten sind wir n\u00e4mlich da, dann siehst du\u2019s selbst.\u201c<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Er hatte nicht lange \u00fcberlegen m\u00fcssen, wo er mit Charlotte eine friedvollere Weihnacht erleben konnte als bei ihm zu Hause, wo die Erwachsenen sich nur einig waren, dass sie sich nicht einig waren. Nicht allzu weit entfernt gab es einen gro\u00dfen Spielplatz, den Charlotte auch noch kennen musste. Sie wohnte zwar in einem anderen Teil der Stadt und kannte sich in Dominiks Ecke nur wenig aus, aber als sie noch kleiner gewesen waren, waren sie bei den Familienfeiern oft zwischen Kaffee und Abendessen dorthin gegangen. Doch sie konnte ja nicht in seinen Kopf gucken, also konnte sie auch nicht wissen, dass er den Spielplatz zweckentfremden wollte.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Erst als sie in den Weg einbogen, der von der Stra\u00dfe zum etwas zur\u00fcckgesetzt liegenden Spielplatz f\u00fchrte, kam ihr ein Verdacht. \u201eDer Spielplatz?\u201c, vergewisserte sie sich, und Dominik nickte. \u201eAber keine Sorge, nicht zum Schaukeln und Rutschen\u201c, beruhigte er sie. \u201eEs sei denn, du willst unbedingt.\u201c<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Er rechnete nicht ernsthaft damit, dass Charlotte damit anfangen w\u00fcrde; aus dem Alter waren sie raus, und einen kalten Hintern h\u00e4tte sie sich auch geholt. Aber der Spielplatz hatte noch mehr zu bieten als Rutsche, Schaukel und Kletterger\u00fcst: vor allem einen gro\u00dfen Spielturm mit mehreren Plattformen und Stegen, Rutsche, Kletternetz und Hangelparcours. Unter einer h\u00f6lzernen Rampe, die vom Sandkasten aus nach oben zu einer der Plattformen f\u00fchrte, war mit Holzbalken ein Teil des Unterbaus so verkleidet worden, dass ein kleiner Raum entstanden war. In der Fantasie von Generationen von Kindern war dieser Raum schon Wohnung, Raumschiff, B\u00e4ckerei und vieles mehr gewesen \u2013 f\u00fcr Dominik war es jetzt ein gesch\u00fctzter Platz, um Weihnachten zu feiern.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das war sein Plan, und unter den staunenden Blicken seiner Cousine packte er aus. Er hatte an alles gedacht, zumindest hoffte er das: Essen und Getr\u00e4nke, eine dicke Kerze, die Licht und etwas W\u00e4rme spenden w\u00fcrde, und an seinen Schlafsack und Decken, damit sie nicht froren.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Charlotte l\u00e4chelte, als er die Kerze so in den Sand steckte, dass sie nicht umfallen konnte, und sie anz\u00fcndete. \u201eDu willst hier weiterfeiern?\u201c, folgerte sie. Dominik nickte. \u201eIst vielleicht nicht so sch\u00f6n geschm\u00fcckt wie zu Hause, aber daf\u00fcr haben wir nicht die ganze Zeit die Streitereien im Ohr.\u201c \u201eFinde ich gut\u201c, meinte Charlotte. \u201eIch bin gerne bei euch, aber nicht, wenn sich alle streiten.\u201c<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wenn jemand zuf\u00e4llig vorbeigekommen w\u00e4re und einen Blick in den Verschlag unter dem Spielturm geworfen h\u00e4tte, dann h\u00e4tte er wahrscheinlich den Kopf gesch\u00fcttelt. Von au\u00dfen musste es ja auch \u00e4rmlich wirken, Weihnachten auf dem Spielplatz, mit einer Kerze und in Decken geh\u00fcllt, aber der Eindruck t\u00e4uschte. Es war wirklich gem\u00fctlich: Die Decken polsterten den Boden und hielten die K\u00e4lte ab, die Kerze verbreitete anheimelndes Licht, und Charlotte lie\u00df ihr Handy leise Musik abspielen, eine Mischung aus Weihnachtsliedern und aktuellen Songs, die sie beide mochten. Dominik hatte zwei Thermosflaschen mit hei\u00dfem Wasser, Teebeutel und Becher mitgebracht, und vom Abendessen hatte er auch genug abgezweigt, dass Charlotte und er satt wurden. Gut, dass seine Eltern alles schon am Vormittag vorbereitet hatten! Langweilig w\u00fcrde ihnen auch nicht werden, Dominik hatte zwei Kartenspiele in den Rucksack geworfen und ein Ratespiel, f\u00fcr das man nicht viel Platz brauchte.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Um kurz vor sieben gab Dominiks Handy einen Signalton von sich. \u201eMama\u201c, stellte Dominik trocken fest, noch ehe er einen Blick auf die eingegangene Nachricht geworfen hatte. \u201eSie will, dass wir zur\u00fcckkommen.\u201c<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u201eWo bleibt ihr?\u201c, hatte seine Mutter getextet. \u201eDas Essen ist gleich fertig.\u201c \u201eWir sind schon beim Nachtisch\u201c, schrieb Dominik zur\u00fcck. Das stimmte, sie hatten direkt gegessen, weil Dominik es zwar geschafft hatte, das Essen in der Mikrowelle aufzuw\u00e4rmen, aber auf die Schnelle keine Beh\u00e4lter gefunden hatte, in denen es \u00fcber l\u00e4ngere Zeit halbwegs warm geblieben w\u00e4re.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Er r\u00fcckte etwas n\u00e4her an Charlotte heran und machte ein Selfie. Dabei hielt er das Handy so, dass gut zu sehen war, wie gem\u00fctlich sie sich eingerichtet hatten. Er schickte das Foto ab, und ein paar Augenblicke sp\u00e4ter kam schon die Antwort.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Dominik hatte mit einer erbosten Nachricht seiner Mutter gerechnet, eigentlich hatte er sogar gedacht, sie w\u00fcrde anrufen, und sich darauf eingerichtet, ihr klarzumachen, warum sie lieber so Weihnachten feierten. Doch zu seiner \u00dcberraschung war diesmal sein Vater der Absender, und er hatte nur einen Satz geschrieben: \u201eIhr habt Weihnachten verstanden.\u201c<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Solange Dominik denken konnte, fand die Weihnachtsfeier mit der gesamten Familie bei ihm zu Hause statt. Der Grund daf\u00fcr war simpel: Im Haus, das er mit seinen Eltern bewohnte, war am meisten Platz. 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