{"id":256,"date":"2024-02-01T20:29:56","date_gmt":"2024-02-01T19:29:56","guid":{"rendered":"https:\/\/renebote.de\/?page_id=256"},"modified":"2024-02-01T20:29:56","modified_gmt":"2024-02-01T19:29:56","slug":"die-waechterin-die-ueberall-war","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/renebote.de\/?page_id=256","title":{"rendered":"Die W\u00e4chterin, die \u00fcberall war"},"content":{"rendered":"\n<dialog id=\"imgFull\" class=\"coverFullsizeDialog\" style=\"display: none;\" onclick=\"hideFullsizeCoverDialog();\" >\n<img decoding=\"async\" id=\"coverFullsize\" src=\"\" alt=\"Cover der Kurzgeschichte Die W\u00e4chterin, die \u00fcberall war\" \/>\n<\/dialog>\n<div class=\"justifyText\">\n<img decoding=\"async\" id=\"coverPreview\" class=\"coverPreview\" src=\"https:\/\/renebote.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Cover-Die-Waechterin-die-ueberall-war.webp\" onclick=\"showFullsizeCoverDialog();\" alt=\"Cover der Kurzgeschichte Die W\u00e4chterin, die \u00fcberall war\" \/>\n<p>Dass Grundschulkinder ab und an mit dem einen oder anderen Kratzer nach Hause kamen, war mehr oder weniger normal. Sie stie\u00dfen beim Laufen irgendwo an, fielen beim Spielen hin oder konnten nicht schnell genug ausweichen, wenn jemand etwas durch die Gegend warf. Doch wie Stella an einem Mittwoch Anfang Juni zugerichtet war, das toppte alles, was ihre Mutter bis dahin mit ihr erlebt hatte. Sie hatte Kratzer an beiden Armen, einen an der Wange, eine Sch\u00fcrfwunde am Schienbein und offenbar eine Rippe geprellt; wenn sie dort dr\u00fcckte, tat es weh. Auch ihre Kleidung hatte gelitten, T-Shirt und Rock waren dreckig, und die knielangen Leggins, die sie unter dem Rock trug, hatten einen Riss.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Mutter schlug bildlich gesprochen die H\u00e4nde \u00fcber dem Kopf zusammen, als sie ihre Zehnj\u00e4hrige so sah. \u201eUm Himmels willen!\u201c, entfuhr es ihr. \u201eWas ist denn mit dir passiert? Du siehst ja schlimm aus!\u201c Stella war nicht einfach blo\u00df gestolpert und hingefallen, davon w\u00e4re sie nicht derart verschrammt gewesen, das sah man auf den ersten Blick. So, wie sie aussah, war sie eher von einem Radler \u00fcber den Haufen gefahren worden, oder von einem dieser E-Scooter, die sich seit einiger Zeit immer mehr ausbreiteten. Da las man ja immer wieder von Unf\u00e4llen, weil die Leute mit den Scootern nicht umgehen konnten und viel zu schnell fuhren.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u201eIch hab Hermann verteidigt, weil Paul ihn wieder geschubst hat und alles\u201c, erkl\u00e4rte Stella. \u201eHast du dich gepr\u00fcgelt?\u201c, hakte ihr Mutter nach. \u201eDu h\u00e4ttest doch einen Lehrer holen k\u00f6nnen!\u201c, fuhr sie fort, als Stella nickte. \u201eGing nicht\u201c, widersprach Stella. Sie war sich sicher, dass sie das Richtige getan hatte, auch wenn sie das mit einigen Schrammen bezahlt hatte. \u201eDas war schon auf dem Weg nach Hause, ich h\u00e4tte ja erst wieder zur Schule rennen m\u00fcssen\u2026 Das h\u00e4tte doch viel zu lange gedauert!\u201c<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ihre Mutter kniff die Lippen zusammen. Es gefiel ihr nicht, dass ihre J\u00fcngste sich eine Schl\u00e4gerei geliefert hatte, aber konnte sie Stella einen Vorwurf machen, weil sie sich f\u00fcr einen Mitsch\u00fcler eingesetzt hatte? Im Gegenteil, es war lobenswert, wenn Stella sich gegen Ungerechtigkeit einsetzte, aber trotzdem \u2013 eine Pr\u00fcgelei?<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Nach dem, was Stella erz\u00e4hlte, war Paul der Klassenr\u00fcpel, allerdings gerissen, sodass er selten erwischt wurde. Den Lehrern fiel er auf, weil er selten etwas zum Thema beizutragen hatte und daf\u00fcr umso lieber mit Zwischenrufen st\u00f6rte. Der Sportlehrer ermahnte ihn oft, weil er beim V\u00f6lkerball gezielt auf den Kopf warf und beim Fu\u00dfball viel zu wild in die Zweik\u00e4mpfe ging. Seine fiesen Streiche, Beleidigungen und Hiebe hob er sich jedoch f\u00fcr Momente auf, in denen die Erwachsenen nicht hinsahen. Meistens war sein Kumpel Louis dabei, aber der dachte nicht selbst und machte, was Paul ihm sagte.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Hermann war ihr Lieblingsopfer, wahrscheinlich, weil von ihm kein Widerstand zu bef\u00fcrchten war. Er war Paul \u2013 und auch den meisten anderen in der Klasse \u2013 k\u00f6rperlich klar unterlegen und sch\u00fcchtern. Vor allem aber galt er als uncool, weil seine Mutter ihn behandelte wie einen Dreij\u00e4hrigen. Auch Stella hatte kein nennenswertes Interesse daran, mit ihm befreundet zu sein, aber trotzdem fand sie es nicht in Ordnung, wie er drangsaliert wurde.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Auf dem Heimweg hatte sie gesehen, wie Paul Hermann eingeholt und versucht hatte, ihm den Rucksack vom R\u00fccken zu rei\u00dfen. Wahrscheinlich h\u00e4tte er Hermanns Sachen auf der Stra\u00dfe verteilt, vielleicht auch die Schulb\u00fccher in einen Hundehaufen geworfen oder den ganzen Rucksack vor ein fahrendes Auto. Stella hatte ihm zuerst zugerufen, er sollte aufh\u00f6ren, und als Paul nicht auf sie geh\u00f6rt hatte, war sie hingerannt und hatte ihn von Hermann weggezerrt.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Damit hatte sie Hermann tats\u00e4chlich die Flucht erm\u00f6glicht, doch daf\u00fcr hatte Paul sich an sie gehalten. Stella hatte sich gewehrt, und das hatte Paul erst so richtig w\u00fctend gemacht; er war keinen Widerstand gew\u00f6hnt, und normalerweise lie\u00df er sich nur auf eine k\u00f6rperliche Auseinandersetzung ein, wenn er wusste, dass er st\u00e4rker war. Stella hatte zwar kr\u00e4ftig einstecken m\u00fcssen, das sah man ihr ja auch an, aber nach einem Schlag gegen die n\u00e4chste Generation seiner Familie hatte er vorerst von ihr abgelassen. Das war nicht fair, das wusste Stella selbst, aber Paul war auch nicht fair gewesen, sodass der Schlag eindeutig unter Notwehr fiel.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Stellas Mutter telefonierte mit der Klassenlehrerin und bat sie, sich der Sache anzunehmen. Der Angriff auf Hermann und anschlie\u00dfend auf Stella war zwar weder in der Schulzeit passiert, noch auf dem Gel\u00e4nde der Schule, aber die Schule war trotzdem der Verkn\u00fcpfungspunkt. Au\u00dferdem stellte Paul Hermann auch auf dem Schulhof nach, wenn auch nicht so offensichtlich; selbst wenn er nur suggerierte, dass auf dem Heimweg wieder etwas passieren k\u00f6nnte, war das mehr als genug.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Sie bezweifelte allerdings selbst, dass der Anruf viel bringen w\u00fcrde. Was Paul auf dem Schulweg machte, lag nicht im Verantwortungsbereich der Lehrer, und Stellas Mutter war sicher, dass dieser Paul das ganz genau wusste. Die Lehrerin h\u00e4tte also h\u00f6chstens versuchen k\u00f6nnen, auf die Eltern einzuwirken, dass sie ihren Sohn davon abhielten, andere Kinder zu mobben, aber ob das etwas bringen w\u00fcrde, war schwer einzusch\u00e4tzen. Vielleicht w\u00fcrden die Eltern den Gedanken, dass Paul so etwas machen k\u00f6nnte, weit von sich weisen, oder sie waren selbst \u00fcberfordert\u2026 Stellas Mutter wollte ihnen nichts unterstellen, zumal sie sie nur fl\u00fcchtig von den Elternabenden kannte, aber \u00fcberzeugt, dass sich so etwas \u00e4ndern w\u00fcrde, war sie nicht.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Stella wusste, dass Pauls Wut auf sie l\u00e4ngst noch nicht verraucht war. Sie \u2013 also zu aller Schmach auch noch ein M\u00e4dchen! \u2013 hatte ihn am Rand einer Niederlage gehabt, das w\u00fcrde er nicht auf sich sitzen lassen. Sie rechnete fest damit, dass er bei n\u00e4chster Gelegenheit versuchen w\u00fcrde, sie so fertigzumachen, dass sie es nie wieder wagen w\u00fcrde, gegen ihn aufzumucken. Damit er nicht gleich das n\u00e4chste Mal auf die Bretter ging, w\u00fcrde er sich garantiert auch nicht allein auf sie st\u00fcrzen.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Es passierte am Donnerstagmorgen, und Stella war noch keine hundert Meter von ihrem Zuhause entfernt. Paul und Louis fingen es geschickt an, warteten n\u00e4mlich, bis Stella um die erste Ecke herum und damit garantiert aus dem Blickfeld ihrer Mutter heraus war. Paul hatte sich in einem Hauseingang versteckt, sodass Stella ihn nicht zu fr\u00fch hatte sehen k\u00f6nnen, und trat ihr in den Weg. Hinter ihr schnitt Louis ihr den Fluchtweg ab und w\u00fcrde sie zumindest aufhalten, bis Paul da war und ihm half, sie zu \u00fcberw\u00e4ltigen.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Auf Arml\u00e4nge standen Paul und Stella einander gegen\u00fcber. \u201e\u00dcberraschung!\u201c, sagte Paul und versuchte, es m\u00f6glichst gef\u00e4hrlich klingen zu lassen. \u201eDamit hast du nicht gerechnet, wie?\u201c \u201eDoch, irgendwie schon\u201c, versetzte Stella. \u201eIch kenn dich ja.\u201c \u201eAch ja?\u201c, gab Paul zur\u00fcck. Er wollte sich nicht anmerken lassen, dass ihre Selbstsicherheit ihn aus dem Konzept gebracht hatte, aber man sah es trotzdem. Wahrscheinlich hatte er sich ganz genau zurechtgelegt, wie er Stella fertigmachen wollte, aber sie hielt sich nicht an sein Drehbuch, und einen Plan B hatte er nicht. \u201eDu hast dich mit dem Falschen angelegt\u201c, knurrte er. \u201eAber ich werde dir zeigen, was es hei\u00dft, mir in die Quere zu kommen.\u201c \u201eIch geh zu Frau Scholz!\u201c, drohte Stella. Frau Scholz war die Klassenlehrerin. \u201eOh, da hab ich aber Angst!\u201c, h\u00f6hnte Paul. \u201eDie kann mir gar nichts. Louis wird auf die Bibel schw\u00f6ren, dass du angefangen hast, und was machst du dann? Dann stehen zwei Stimmen gegen eine, und du wirst bestraft.\u201c<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Im n\u00e4chsten Moment erklang an der Ecke ein H\u00fcsteln und lie\u00df ihn zusammenzucken. \u201eDass vor Gericht immer die mit den meisten Zeugen recht haben, stimmt nur in den schlechten Krimis, aus denen du deine Spr\u00fcche geklaut hast\u201c, belehrte Stellas gro\u00dfe Schwester ihn. Sie war fast 15, und man sah ihr an, dass sie von sieben Jahren Leistungsschwimmen kr\u00e4ftige Muskeln hatte. \u201eEin echter Richter w\u00e4gt ab, wie glaubw\u00fcrdig die Zeugen sind, und Frau Scholz wei\u00df, dass Louis dein bester Freund ist und alles macht, was du sagst.\u201c Sie kam heran und beugte sich zu Paul herunter, bis ihre Nasenspitze fast seine ber\u00fchrte. \u201eUnd du solltest wissen: Ich hab meine Schwester sehr, sehr lieb.\u201c<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Damit drehte sie sich um und ging davon. Das war beeindruckender, als wenn sie wilde Drohungen ausgesto\u00dfen h\u00e4tte, und f\u00fcr einen Moment war Paul so perplex, dass er keinen Widerstand leistete, als Stella ihn zur Seite schob und an ihm vorbeiging.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Doch der Auftritt von Stellas Schwester hatte ihn zwar sichtlich beeindruckt, aber noch traute Stella dem Frieden nicht. Pauls Rachsucht kannte kaum Grenzen, und noch rechnete er sich aus, dass er schon eine Gelegenheit finden w\u00fcrde, ihr eine zu verpassen, ohne dass ihre Schwester ihn sofort am Wickel hatte.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>F\u00fcr rund 400 Meter hatte Stella ihre Ruhe, denn Paul und Louis brauchten Zeit, um abzuchecken, dass ihre gro\u00dfe Schwester wirklich weg war, und einen geeigneten Ort f\u00fcr einen neuen Anlauf zu finden. Die Situation \u00e4hnelte der von eben, wieder bog Stella um eine Ecke und stand pl\u00f6tzlich vor Paul. Auch die Aufteilung war wieder die gleiche, Paul spielte Wegsperre, und Louis machte hinter ihr dicht.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Paul grinste. \u201e\u00dcberraschung!\u201c, l\u00e4sterte er zum zweiten Mal an diesem Morgen. Aber auch zum zweiten Mal zeigte Stella nicht die Reaktion, die er erwartete, diesmal nickte sie einfach nur. Im gleichen Moment war hinter Paul wieder das H\u00fcsteln zu h\u00f6ren, das er schon kennengelernt hatte. \u201eDenk nicht mal dran!\u201c, warnte Stellas Schwester ihn, ehe sie an ihm vorbeiging und um die Ecke bog.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die beiden Jungen begannen zu schwitzen. Zu pl\u00f6tzlich war Stellas Schwester aufgetaucht, an einer Stelle, von der Paul gedacht hatte, dass sie sie niemals so schnell erreichen k\u00f6nnte. Entweder h\u00e4tte er sie sehen m\u00fcssen, oder sie h\u00e4tte einen Umweg machen m\u00fcssen, der unm\u00f6glich in der Zeit zu schaffen war. Paul konnte sich nicht erkl\u00e4ren, wie sie es geschafft hatte, an der Ecke zu aufzutauchen.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Doch auch wenn ihre gro\u00dfe Schwester ihm etwas unheimlich wurde, konnte er sich noch nicht damit abfinden, dass er Stella nicht beikam. Er lauerte ihr tats\u00e4chlich noch ein drittes Mal auf, diesmal \u2013 was schon echt unverfroren war \u2013 fast direkt vor der Schule.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Ort war allerdings ideal, denn er konnte die Stra\u00dfe in beide Richtungen weit genug \u00fcberblicken, um sicher zu sein, dass Stellas Schwester nicht in der N\u00e4he war. Es gab auch keine zur\u00fcckgesetzten Hauseing\u00e4nge oder Vorg\u00e4rten, in denen sie sich h\u00e4tte verbergen k\u00f6nnen. Paul musste nur aufpassen, dass keiner von deren anderen Sch\u00fclern merkte, was vor sich ging, aber er rechnete sich aus, dass alles viel zu schnell gehen w\u00fcrde daf\u00fcr. Stella musste n\u00e4mlich an einem Seiteneingang vorbei, den sonst nur die Leute von der M\u00fcllabfuhr benutzten, wenn sie die Container leerten. Sie f\u00fchlte sich am Arm gepackt, und im n\u00e4chsten Moment wurde sie von der Hecke gegen die Blicke der Passanten abgeschirmt. Falls \u00fcberhaupt jemand gesehen hatte, wie sie verschwunden war, dann dachte er wahrscheinlich, sie wollte an den M\u00fcllcontainern vorbei, um etwas wegzuwerfen.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Umso auff\u00e4lliger war der Schreckensschrei, der im n\u00e4chsten Augenblick zu h\u00f6ren war, aber der kam nicht von Stella. Der Griff an ihrem Arm verschwand, denn Paul sp\u00fcrte selbst eine Hand an seiner Schulter. \u201eIch hab noch was vergessen:\u201c, sagte ihre gro\u00dfe Schwester. Sie tat so, als w\u00e4re es die nat\u00fcrlichste Sache der Welt, dass sie hier war, obwohl sie Paul nach seiner Einsch\u00e4tzung unm\u00f6glich \u00fcberholt haben konnte. \u201eWenn Stella irgendwas passiert, wenn sie verpr\u00fcgelt wird, oder wenn ihre Sachen kaputtgemacht werden, dann wei\u00df ich, wer\u2019s war, und die Polizei wei\u00df es auch. DNA-Beweis, das kennst du aus deinen Krimis.\u201c<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Damit spazierte sie davon, nicht, ohne Stella leicht \u00fcber den Arm zu streichen. Auch Stella ging weiter und zw\u00e4ngte sich zwischen den B\u00fcschen durch, die den Weg vom Containerstellplatz zum Schulhof halb \u00fcberwuchert hatten. Zur\u00fcck blieben zwei v\u00f6llig verdatterte Jungen. Paul und Louis waren kuriert, das hatte Stella an ihren Augen ablesen k\u00f6nnen. Sie hatte garantiert nichts mehr zu bef\u00fcrchten, und vielleicht bewirkte die Erfahrung ja sogar, dass sie auch Hermann und andere in Ruhe lie\u00dfen.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u201eUnd, hat er noch was gemacht?\u201c, erkundigte Jana sich am Mittag, als Stella von der Schule nach Hause kam. \u201eN\u00f6\u201c, antwortete Stella. \u201eEr traut sich nicht mal mehr, mich anzugucken. Echt toll, dass ihr das gemacht habt.\u201c Damit umarmte sie zuerst Jana, dann Nina \u2013 manchmal war es schon gut, wenn es die \u00e4ltere Schwester doppelt gab.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dass Grundschulkinder ab und an mit dem einen oder anderen Kratzer nach Hause kamen, war mehr oder weniger normal. Sie stie\u00dfen beim Laufen irgendwo an, fielen beim Spielen hin oder konnten nicht schnell genug ausweichen, wenn jemand etwas durch die Gegend warf. 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