{"id":247,"date":"2024-02-01T15:24:31","date_gmt":"2024-02-01T14:24:31","guid":{"rendered":"https:\/\/renebote.de\/?page_id=247"},"modified":"2024-02-01T15:24:31","modified_gmt":"2024-02-01T14:24:31","slug":"schnee-ist-okay","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/renebote.de\/?page_id=247","title":{"rendered":"Schnee ist okay"},"content":{"rendered":"\n<dialog id=\"imgFull\" class=\"coverFullsizeDialog\" style=\"display: none;\" onclick=\"hideFullsizeCoverDialog();\" >\n<img decoding=\"async\" id=\"coverFullsize\" src=\"\" alt=\"Cover der Kurzgeschichte Schnee ist okay\" \/>\n<\/dialog>\n<div class=\"justifyText\">\n<img decoding=\"async\" id=\"coverPreview\" class=\"coverPreview\" src=\"https:\/\/renebote.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Cover-Schnee-ist-okay.webp\" onclick=\"showFullsizeCoverDialog();\" alt=\"Cover der Kurzgeschichte Schnee ist okay\" \/>\n<p>Unvermittelt riss das Handy Chrissy aus dem Schlaf. Sehr tief konnte sie aber nicht mehr geschlafen haben, denn das Ger\u00e4t war auf lautlos gestellt. Nur die Weckfunktion durfte sich melden, und den Vibrationsalarm h\u00e4tte Chrissy \u00fcberh\u00f6rt, wenn sie noch richtig geschlafen h\u00e4tte.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Im ersten Augenblick wollte sie gar nicht nachsehen, etwas Wichtiges konnte es eigentlich nicht sein. Ihre Freundinnen wussten, wann sie aufstand, und w\u00fcrden nicht davor schon schreiben. Vermutlich Werbung vom Provider, der haute seinen Spam bevorzugt nachts raus, wenn sonst nicht so viel verschickt wurde.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Dann fiel ihr ein, dass vielleicht irgendwas vorgefallen war, was keinen Aufschub duldete, irgendwas, wo eine Freundin sofort jemanden zum Reden brauchte. Schlaftrunken angelte sie das Handy vom Regal \u00fcber dem Bett, um nachzusehen.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Eine neue Nachricht, wurde ihr angezeigt, also hatte sie noch nichts verpasst. Absender war ihre Freundin Tiana. \u201eWas ist das?\u201c, schrieb sie. \u201eDrau\u00dfen ist alles wei\u00df!\u201c<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das sollte im Winter schon mal vorkommen. Am Abend war von Schnee noch nichts zu sehen gewesen, aber kalt genug war es gewesen, und der Himmel wolkenverhangen. Gut m\u00f6glich also, dass es in der Nacht geschneit hatte, und Chrissy griff nach der Gardine, um nachzuschauen. Vom Bett aus konnte sie gerade so die unterste Ecke des Vorhangs erreichen und durch einen Spalt nach drau\u00dfen sp\u00e4hen. Im Liegen sah sie nur den Himmel und ein St\u00fcck vom Dach des Nachbarhauses, aber das reichte ihr. Das Dach war unter einer Schneedecke verborgen, und die war dick genug, dass man darunter keine Konturen der Dachziegel mehr sah.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das zu sehen machte Chrissy Beine, denn sie war gern im Schnee unterwegs und hatte viel zu selten Gelegenheit dazu. Im Ruhrgebiet schneite es einfach kaum mal, wenn, dann nur wenig, und der Schnee blieb nicht lange liegen. Man musste schon rausfahren ins Sauerland, aber das klappte nur selten. Chrissys Mutter war stellvertretende Filialleiterin in einem Supermarkt und musste oft samstags arbeiten, und Chrissys Eltern waren auch nicht so wild auf Schnee.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Grund zur Sorge war der Schnee nicht, auch wenn es hier und da Schwierigkeiten geben w\u00fcrde. Es gab immer welche, die mit dem Auto stecken blieben, weil sie noch Sommerreifen drauf hatten, und Radfahren war bei diesem Wetter auch keine gute Idee. So viel Schnee, dass man Lawinen bef\u00fcrchten musste, B\u00e4ume, die abknickten, oder D\u00e4cher, die unter dem Gewicht nachgaben, war aber l\u00e4ngst nicht gefallen.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Andere h\u00e4tten vielleicht gelacht, dass Tiana trotzdem so besorgt, richtig \u00e4ngstlich wirkte, aber Chrissy wusste, warum. Tiana lebte noch nicht lange in Deutschland, erst im Fr\u00fchjahr war sie mit ihren Eltern und zwei j\u00fcngeren Br\u00fcdern aus Eritrea gekommen. Es war bestimmt das erste Mal im Leben, dass sie Schnee sah, und vielleicht hatte sie noch nie geh\u00f6rt, dass es so etwas \u00fcberhaupt gab. Oder sie hatte davon geh\u00f6rt, aber aus Berichten aus Regionen, wo die Schneemassen zur Bedrohung geworden waren, und hatte deshalb Angst.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u201eKeine Angst!\u201c, textete Chrissy zur\u00fcck. \u201eKomm runter, ich erkl\u00e4r\u2019s dir!\u201c Sie war zwar noch im Schlafanzug, aber das war nichts Neues. Sie und Tiana machten oft abends noch was zusammen, bis sie wirklich ins Bett mussten, und die Nachbarn hatten sich daran gew\u00f6hnt, eine von beiden im Schlafanzug durchs Treppenhaus laufen zu sehen.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Chrissy ging zur T\u00fcr, denn sie war sich nicht sicher, ob ihre Eltern noch schliefen, und wollte ihre Freundin deshalb abfangen, ehe sie klingelte. Ihre Geduld wurde auf keine harte Probe gestellt, als sie die T\u00fcr \u00f6ffnete, h\u00f6rte sie schon die Schritte im Treppenhaus, und gleich darauf stand Tiana vor ihr.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die beiden M\u00e4dchen umarmten sich zur Begr\u00fc\u00dfung, und Chrissy nahm Tiana mit in ihr Zimmer. Sie h\u00f6rte Ger\u00e4usche aus dem Bad, Mutter oder Vater war offenbar gerade aufgestanden und machte sich fertig. Anzumelden brauchte Chrissy ihre Freundin nicht, die Eltern kannten Tiana und wussten, dass sie manchmal zu eher ungew\u00f6hnlichen Zeiten zu Besuch kam.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u201eHast du schon rausgeguckt?\u201c, wollte Tiana wissen. Sie sprach mit deutlichem Akzent, aber daf\u00fcr, dass sie vor weniger als einem Jahr angefangen hatte, die Sprache zu lernen, war ihr Deutsch schon erstaunlich gut. \u201eSo halb\u201c, antwortete Chrissy. \u201eNachdem ich deine Nachricht gesehen hab, hab ich mal kurz rausgeguckt. Es hat geschneit.\u201c<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Mit dem Wort konnte Tiana nichts anfangen. In Eritrea herrschte hei\u00dfes, trockenes Klima, hatte sie Chrissy erz\u00e4hlt, selbst Regen fiel dort nur selten. Chrissy erkl\u00e4rte ihr, dass der Schnee im Grunde Regen war, der nur aufgrund der niedrigen Temperatur anders aussah. \u201eDavor musst du keine Angst haben\u201c, versicherte sie. \u201eNicht vor dem Bisschen, das hier runterkommt.\u201c In wenigen S\u00e4tzen erkl\u00e4rte sie Tiana, wie Regen bei K\u00e4lte zu Schnee wurde, und holte eine Lupe, damit Tiana sich die feinen Kristalle auf dem Fensterbrett ansehen konnte.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u201eHast du Lust, rauszugehen?\u201c, schlug Chrissy schlie\u00dflich vor. \u201eIm Schnee kann man richtig viel Spa\u00df haben, wir k\u00f6nnten rodeln, eine Schneeballschlacht machen, und, und, und.\u201c<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Tiana hatte keine Vorstellung davon, was das genau bedeutete, aber sie vertraute Chrissy. Sie wusste, dass auf ihre Freundin Verlass war, und offen f\u00fcr Neues war sie immer. Auch daran war Chrissy nicht unschuldig, weil sie ihr viel gezeigt hatte, aber auch einsch\u00e4tzen konnte, was ihr, Tiana, nicht gefallen w\u00fcrde. Nat\u00fcrlich gab es Dinge, denen Tiana sich stellen musste, auch wenn sie unerfreulich waren, das konnte Chrissy nicht verhindern, aber dann warnte sie sie wenigstens vor und half ihr, damit umzugehen.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die beiden M\u00e4dchen hatten sich sofort angefreundet, als Tiana mit ihren Eltern und den beiden Br\u00fcdern \u00fcber Chrissy eingezogen war. Dass sie zuerst unsicher gewesen waren, war klar, aber die Neugier war gr\u00f6\u00dfer gewesen, und die Feststellung, dass sie fast den gleichen Namen trugen, hatte das Eis endg\u00fcltig gebrochen. Chrissy hie\u00df mit Taufnamen Christina, und Tianas Rufname war von Christiana abgeleitet.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Chrissy h\u00e4tte sich gefreut, wenn Tiana mit ihr in die gleiche Klasse gekommen w\u00e4re, aber das hatte nicht geklappt. Bis zum Sommer, als Chrissy noch in der Grundschule gewesen war, hatte Tiana eine Klasse f\u00fcr Kinder besucht, die noch nicht genug Deutsch konnten f\u00fcr eine regul\u00e4re Schule. Jetzt war Chrissy auf dem Gymnasium, daf\u00fcr fehlte Tiana noch zu viel Stoff, der dort vorausgesetzt wurde.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Chrissy machte sich fertig und erz\u00e4hlte Tiana unterdessen, was sie drau\u00dfen im Schnee erwartete. Als sie den Schneeanzug aus dem Schrank holte, verzog Tiana pl\u00f6tzlich das Gesicht. \u201eBraucht man das?\u201c, fragte sie entgeistert. \u201eIch hab so etwas nicht.\u201c<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Chrissy stutzte kurz, dann winkte sie l\u00e4chelnd ab. Dass Tiana keinen Schneeanzug hatte, h\u00e4tte sie sich eigentlich denken k\u00f6nnen, wie h\u00e4tte sie auf die Idee kommen sollen, sich so etwas zu besorgen? Au\u00dferdem waren Schneeanz\u00fcge auch nicht so ganz billig, und f\u00fcr Tianas Eltern hatten anderen Sachen sicherlich Vorrang. Chrissy wusste, dass Tianas Vater als Linienbusfahrer arbeitete, er hatte Gl\u00fcck gehabt, dass er in Eritrea schon LKW gefahren hatte und den Busschein rasch noch dazu hatten machen k\u00f6nnen. Von ihren Eltern hatte sie aber aufgeschnappt, dass der Job nicht gut bezahlt wurde, und Tianas Eltern hatten ja auch die ganze Einrichtung f\u00fcr die Wohnung, Schulzeug und anderen Kram kaufen m\u00fcssen.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Zum Gl\u00fcck hatte Chrissy einen zweiten Schneeanzug, den sie Tiana leihen konnte. Tiana war etwas gr\u00f6\u00dfer als sie selbst, aber nicht so viel, dass der Anzug ihr nicht gepasst h\u00e4tte. Auch Handschuhe bekam sie von Chrissy, sie besa\u00df zwar ein Paar, aber die waren aus Wolle und w\u00e4ren schnell durchweicht gewesen.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Nach dem Fr\u00fchst\u00fcck, zu dem Chrissys Eltern Tiana spontan einluden, holte Chrissy ihren Schlitten aus dem Keller. Sie besa\u00df einen Rodel aus Holz, was in dem Fall wirklich ein Vorteil gegen\u00fcber den Schalen aus Plastik war: Sie konnten problemlos auch zu zweit darauf sitzen.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Staunend betrachtete Tiana drau\u00dfen die wei\u00dfe Pracht. Das Haus, in dem sie und Chrissy wohnten, stand an einer Seitenstra\u00dfe, hier war der Schnee noch nicht zu grauem Matsch zerfahren worden. Weil Samstag war, mussten auch viele Anwohner nicht zur Arbeit, und die meisten Autos am Stra\u00dfenrand trugen noch eine dicke M\u00fctze aus Schnee.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Chrissy lie\u00df den Schlitten neben der Haust\u00fcr stehen und klaubte mit beiden H\u00e4nden den Schnee vom Fensterbrett der Erdgeschosswohnung. Ohne Vorwarnung warf sie den Schneeball nach Tiana, aber mit einem sanften Lupfer, um sie nicht zu sehr zu erschrecken. Bei der kurzen Distanz hatte Tiana keine Chance, auszuweichen, sie wurde an der Schulter getroffen. Sie zuckte zusammen und riss verwundert die Augen auf. Wieso warf ihre Freundin pl\u00f6tzlich etwas nach ihr?<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Dann merkte sie, dass der Treffer nicht wehtat, und begriff, dass es ein Spiel war, \u00e4hnlich wie das Hase-und-Igel-Spiel, das sie aus der Schule kannte. Sie wischte den Schnee vom Fenstersims am Nachbarhaus, doch als sie damit werfen wollte, entstand nur eine Wolke, die haupts\u00e4chlich sie selbst puderte.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Chrissy lachte, und auch Tiana konnte \u00fcber ihr eigenes Missgeschick lachen. Chrissy zeigte ihr, wie man einen Schneeball presste, und bekam zum Dank den ersten, der ihrer Freundin gelang, voll ins Gesicht.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das war der Auftakt zu einer wilden Schneeballschlacht. Chrissy und Tiana wischten den Schnee von Fensterbrettern und Autos, und Passanten taten gut daran, einen gro\u00dfen Bogen zu machen. Zum Gl\u00fcck war um diese Zeit kaum jemand unterwegs, und Herr Brede, der immer fr\u00fch mit seinem Hund rausging, freute sich, dass der toberige Vierbeiner auch zwei oder drei Schneeb\u00e4lle zugeworfen bekam.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Bald waren Chrissy und Tiana v\u00f6llig au\u00dfer Atem. Sie g\u00f6nnten sich eine kurze Verschnaufpause, dann schlug Chrissy vor, sich auf den Weg in den Park zu machen. Dort gab es ein paar Abh\u00e4nge, nicht sehr steil und auch nicht riesig lang, aber doch genug, um ein bisschen rodeln zu k\u00f6nnen. F\u00fcr eine Anf\u00e4ngerin wie Tiana, die zum ersten Mal Schnee erlebte, war es aber sicher auch gar nicht so schlecht, wenn es nicht gleich richtig schnell wurde. Auch dass sie so fr\u00fch unterwegs waren, war gut, denn so konnte sie \u00fcben, bevor es voll wurde im Park. Den kannten auch andere Kinder, und sonst gab es nicht viele M\u00f6glichkeiten zum Rodeln in der Umgebung.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Chrissy w\u00e4hlte einen Hang aus, der breit genug war und unten viel Auslauffl\u00e4che hatte, sodass Tiana nichts passieren konnte, selbst wenn sie es am Anfang mit dem Lenken und Bremsen nicht hinbekam.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Tiana vertraute Chrissy, aber etwas Angst hatte sie trotzdem. Sie hatte schon gemerkt, dass der Schnee glatt war, dass man leicht ausrutschen konnte, und Chrissy hatte ihr auch erz\u00e4hlt, dass das Autofahren bei Schnee gef\u00e4hrlicher war als sonst. \u201eMach du erst alleine!\u201c, bat sie, als sie zusammen oben am Hang standen. Wie sollten sie da wieder zum Stehen kommen, wenn diese merkw\u00fcrdige Holzbank, die Chrissy \u201eSchlitten\u201c nannte, erst mal ins Rutschen gekommen war?<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Zum Gl\u00fcck verstand Chrissy sie. So war es immer, und Tiana war dankbar, dass Chrissy sie so gut verstand. Vor ihr musste sie sich nicht verstecken, wenn sie Angst vor etwas hatte, und sie lachte sie nicht aus, wenn sie etwas nicht kannte.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Chrissy machte die erste Abfahrt allein, sodass Tiana sich mit eigenen Augen davon \u00fcberzeugen konnte, dass nichts passierte. \u201eSiehst du?\u201c, sagte sie, als sie sich auf halber H\u00f6he des Hangs wieder trafen. Tiana war ihr entgegengelaufen, um ihr beim Ziehen des Schlittens zu helfen. \u201eIch hab gar nicht gebremst, und trotzdem bin ich nicht in die B\u00fcsche geflogen.\u201c<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Tiana war immer noch unsicher, beschloss aber, es zu wagen. Chrissy r\u00fcckte auf dem Schlitten ganz nach vorne, und Tiana setzte sich vorsichtig hinter sie. \u201eHalt dich an mir fest!\u201c, forderte Chrissy sie auf, dann stie\u00df sie sich mit beiden F\u00fc\u00dfen ab.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Schlitten nahm Fahrt auf, der Wind zerzauste den M\u00e4dchen die Haare, und pl\u00f6tzlich war Tianas Angst weg. Die sausende Fahrt machte Spa\u00df, es war ganz anders als Rad zu fahren oder bei offenem Fenster im Auto.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Dann gab es einen Ruck, der Schlitten stellte sich quer, und der eigene Schwung lie\u00df die beiden Pilotinnen im hohen Bogen absteigen. Tiana schrie vor Schreck auf und kniff die Augen zusammen, doch der erwartete Aufprall blieb aus. Sie klatschte in den Schnee, es war kalt, tat aber nicht weh. Die dicke Schneeschicht hatte die Landung abgefedert, und als sie sich aufrappelte, konnte Tiana schon wieder lachen. Auch Chrissy grinste, also geh\u00f6rten solche \u00dcberschl\u00e4ge wohl irgendwie dazu. Tiana wusste nicht, ob sie irgendwas falsch gemacht hatte, aber wenn, dann war es nicht schlimm.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u201eDu bist mit dem Fu\u00df an den Boden gekommen\u201c, erkl\u00e4rte Chrissy ihr. \u201eMacht aber nichts, wir sind ja weich gelandet. Noch mal?\u201c Tiana grinste. \u201eKlar!\u201c, sagte sie sofort.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Gemeinsam zogen sie den Schlitten wieder nach oben und starteten die n\u00e4chste Rutschpartie. Diesmal gelang die Fahrt, sie kamen sicher unten an, und Tiana sp\u00fcrte, dass sie sich immer mehr entspannte. Nach ein paar Fahrten mit Chrissy traute sie sich auch zum ersten Mal allein, und es klappte. Nat\u00fcrlich sa\u00df sie noch das eine oder andere Mal unfreiwillig ab, aber das machte ihr nichts mehr aus. Sie wusste ja jetzt, dass sie im Schnee weich landen w\u00fcrde, und ihre Sorge, sie k\u00f6nnte Chrissys Schlitten kaputtmachen, hatte sich auch in Wohlgefallen aufgel\u00f6st.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Trotzdem fuhr sie nach ein paar Versuchen lieber wieder mit Chrissy zusammen, denn zu zweit auf dem Schlitten machte es noch mehr Spa\u00df, und es brauchte nicht immer eine zu pausieren.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u201eUnd, macht doch Spa\u00df, oder?\u201c, meinte Chrissy, als sie am Nachmittag nach Hause gingen. Das Mittagessen hatten sie ausfallen lassen, aber jetzt war es ohnehin zu dunkel, um weiter zu rodeln. \u201eUnd es ist nichts passiert.\u201c Tiana nickte und l\u00e4chelte. \u201eJa\u201c, best\u00e4tigte sie, \u201eSchnee ist okay.\u201c<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unvermittelt riss das Handy Chrissy aus dem Schlaf. Sehr tief konnte sie aber nicht mehr geschlafen haben, denn das Ger\u00e4t war auf lautlos gestellt. Nur die Weckfunktion durfte sich melden, und den Vibrationsalarm h\u00e4tte Chrissy \u00fcberh\u00f6rt, wenn sie noch richtig geschlafen h\u00e4tte. &nbsp; Im ersten Augenblick wollte sie gar nicht nachsehen, etwas Wichtiges konnte es [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-247","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renebote.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/247","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renebote.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/renebote.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renebote.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renebote.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=247"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/renebote.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/247\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":248,"href":"https:\/\/renebote.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/247\/revisions\/248"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renebote.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=247"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}