{"id":237,"date":"2024-02-01T14:49:56","date_gmt":"2024-02-01T13:49:56","guid":{"rendered":"https:\/\/renebote.de\/?page_id=237"},"modified":"2024-02-10T16:12:59","modified_gmt":"2024-02-10T15:12:59","slug":"silvester-mit-pepe","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/renebote.de\/?page_id=237","title":{"rendered":"Silvester mit Pepe"},"content":{"rendered":"\n<dialog id=\"imgFull\" class=\"coverFullsizeDialog\" style=\"display: none;\" onclick=\"hideFullsizeCoverDialog();\" >\n<img decoding=\"async\" id=\"coverFullsize\" src=\"\" alt=\"Cover der Kurzgeschichte Silvester mit Pepe\" \/>\n<\/dialog>\n<div class=\"justifyText\">\n<p><i>\nDiese Geschichte ist eine kleine Fortsetzung zu meinem E-Book <a href=\"https:\/\/renebote.de\/?page_id=449\">Pepe, einfach nur Pepe<\/a>. Sie spielt ein paar Monate nach der Geschichte im Buch, Marius und Pepe sind in der Zwischenzeit richtig gute Freunde geworden. \n<\/i><\/p>\n<img decoding=\"async\" id=\"coverPreview\" class=\"coverPreview\" src=\"https:\/\/renebote.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Cover-Silvester-mit-Pepe.webp\" onclick=\"showFullsizeCoverDialog();\" alt=\"Cover der Kurzgeschichte Silvester mit Pepe\" \/>\n<p>Unvermittelt sp\u00fcrte Marius ein kurzes Vibrieren am Oberschenkel, und gleich darauf h\u00f6rte er ein ged\u00e4mpftes \u201ePing!\u201c Das war sein Handy, \u201eDu hast Post!\u201c, wollte es ihm damit sagen. Eine neue Nachricht war eingetroffen, entweder SMS oder WhatsApp; theoretisch h\u00e4tte es auch eine E-Mail sein k\u00f6nnen, das Signal war das gleiche, aber eigentlich nutzte Marius seine E-Mail-Adresse nur, wenn er sich irgendwo registrieren musste, und w\u00fcrgte Newsletter und Benachrichtigungen sofort ab.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Er holte das Handy aus der Tasche und schaute nach. Albin war\u2019s, der ihm geschrieben hatte, sein Klassenkamerad und bester Freund. Sie hatten sich ein paar Tage nicht gesehen, denn Albins Verwandtschaft versammelte sich zu Weihnachten immer bei den Gro\u00dfeltern irgendwo in Norddeutschland, und Albins Eltern h\u00e4ngten, wenn sie Urlaub bekamen, gern noch ein paar Tage dran, weil ihnen die Gegend so gut gefiel.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u201eWir kommen heute Abend nach Hause\u201c, schrieb Albin. So ganz klar war das noch nicht gewesen, Albins Eltern hatten \u00fcberlegt, ob sie auch noch \u00fcber Silvester bleiben sollten. \u201eLust, morgen schwimmen zu gehen?\u201c \u201eWo denn?\u201c, schrieb Marius zur\u00fcck. Er hatte gedacht, dass alle Schwimmb\u00e4der an Silvester geschlossen w\u00e4ren, aber das Spa\u00dfbad am Rand der Stadt hatte tats\u00e4chlich f\u00fcr ein paar Stunden auf.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Lust hatte Marius schon, aber so einfach zusagen konnte er trotzdem nicht. \u201eKann Pepe auch mit?\u201c, schrieb er. \u201ePepe?\u201c, kam es zur\u00fcck, und obwohl Albin keinen Smiley dazusetzte, konnte Marius die Verwunderung seines besten Freundes herauslesen. \u201eSeid ihr verabredet?\u201c \u201eJa\u201c, schrieb Marius zur\u00fcck. \u201eSie feiert Silvester mit uns.\u201c \u201eWow!\u201c, antwortete Albin. \u201eMachst du Fortschritte bei ihr? Und das, wo du sie doch so schnell wie m\u00f6glich loswerden wolltest!\u201c \u201eLange her\u201c, textete Marius. \u201eUnd die Zeiten \u00e4ndern sich.\u201c<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Am Anfang hatte er tats\u00e4chlich nicht viel mit Pepe anfangen k\u00f6nnen. Kennengelernt hatten sie sich zu Beginn des Schuljahres, Pepe war als F\u00fcnftkl\u00e4sslerin neu am Gymnasium gewesen, und Marius war ihr von ihrer Klassenlehrerin, die zugleich seine Biolehrerin war, als Pate zugeteilt worden. Er hatte ihr helfen sollen, sich zurechtzufinden, und ihr als Ansprechpartner zur Verf\u00fcgung stehen sollen, wenn sie Fragen hatte. Was hatte Marius sich erschrocken, als er gemerkt hatte, dass Pepe ein M\u00e4dchen war! Als er den Namen geh\u00f6rt hatte, hatte er nat\u00fcrlich gedacht, dass es ein Junge sein w\u00fcrde, ihm w\u00e4re im Traum nicht eingefallen, dass auch ein M\u00e4dchen Pepe hei\u00dfen k\u00f6nnte. Er hatte keine Ahnung gehabt, was er mit ihr anfangen sollte, und vor allem hatte er Angst gehabt, was die anderen wohl dazu sagen w\u00fcrden, dass er \u2013 wenn auch nicht ganz freiwillig \u2013 mit einem M\u00e4dchen abhing.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Doch Frau Unkauf hatte sich etwas dabei gedacht, dass sie Marius und Pepe zum einzigen P\u00e4rchen zusammengestellt hatte, das nicht aus zwei Jungen oder zwei M\u00e4dchen bestand. Sie hatte ja vorher in beiden Klassen Zettel schreiben lassen mit Hobbys, Vorlieben und Abneigungen, und Marius und Pepe verband die Liebe zu B\u00fcchern. Nicht nur, dass beide gern und viel lasen, sie hatten auch sehr \u00e4hnliche Vorlieben, was Themen und Schreibstile anging. Ein gemeinsamer Besuch in Pepes Lieblingsbuchhandlung, wo sie stundenlang gest\u00f6bert hatten, hatte das Eis gebrochen, und seitdem waren sie richtig gute Freunde.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Dass Pepe Silvester bei ihm verbringen w\u00fcrde, war eine einigerma\u00dfen spontane Idee gewesen. Als sie sich vor zwei Tagen zuletzt getroffen hatten, hatte sie erz\u00e4hlt, dass bei ihr zu Hause Silvester wohl ins Wasser fallen w\u00fcrde, weil ihre Mutter sich eine dicke Erk\u00e4ltung eingefangen hatte, das hatten Marius\u2018 Eltern mitbekommen und sie sofort eingeladen, dann doch zu ihnen zu kommen. Marius war da gar nicht erst gefragt worden, aber er freute sich. Pepe w\u00fcrde sogar \u00fcber Nacht bleiben, damit Marius\u2018 Eltern sie nicht noch sp\u00e4t am Abend nach Hause bringen mussten.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u201eWow!\u201c, schrieb Albin noch mal. \u201eKrass! Sie pennt echt bei dir?\u201c \u201eMach mal halblang!\u201c, versuchte Marius ihn zu bremsen. \u201eAlles rein praktische Gr\u00fcnde, und sie pennt auf der Schlafcouch im Wohnzimmer.\u201c Albin sparte sich die Worte und schickte zur Antwort nur einen \u201eunschuldig\u201c pfeifenden Smiley. \u201eOkay, okay\u201c, r\u00e4umte Marius ein. \u201eIch freu mich drauf, wird bestimmt lustig. Also, ich frag sie, ob sie mitkommen will zum Schwimmen. Wenn sie Lust hat, dann sind wir dabei.\u201c<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ein paar Minuten sp\u00e4ter konnte er Vollzug melden, Pepe hatte sofort zur\u00fcckgeschrieben, dass sie nat\u00fcrlich mitkommen w\u00fcrde. So, wie sie es schrieb, gefiel es ihr, dass sie damit einen Grund hatte, sich einige Stunden fr\u00fcher auf den Weg zu ihm zu machen als urspr\u00fcnglich geplant, und er fand es auch sch\u00f6n, noch was mit ihr zusammen zu unternehmen.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Am letzten Tag des Jahres trafen Marius und Pepe sich vormittags im Bus, der sie zum Schwimmbad brachte. Sie wohnten nicht so sehr weit auseinander, Pepe stieg eine Haltestelle nach Marius ein, entdeckte ihn auf den ersten Blick, begr\u00fc\u00dfte ihn fr\u00f6hlich und setzte sich neben ihn.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Albin dagegen kam aus einer anderen Richtung, so weit wohnte er zwar auch nicht von Marius weg, aber f\u00fcr ihn war eine andere Linie g\u00fcnstiger. Der Fahrplan wollte es, dass er das Schwimmbad ein paar Minuten fr\u00fcher erreichte, er wartete wie verabredet vor dem Eingang auf Marius und Pepe. Seine Begr\u00fc\u00dfung war etwas zur\u00fcckhaltend, und Marius war klar, dass das an Pepe lag. Es war wohl nicht so, dass Albin Pepe nicht leiden konnte; wahrscheinlich fand er sie eigentlich sogar ganz in Ordnung. Aber Pepe war eben ein M\u00e4dchen, und Albin fand es komisch, als Junge mit einem M\u00e4dchen befreundet zu sein. Am Anfang hatte Marius ja auch \u00fcberlegt, wie er sich der Aufgabe, Pepe den Start an der neuen Schule zu erleichtern, m\u00f6glichst schnell entledigen konnte, ohne \u00c4rger mit Frau Unkauf zu riskieren, und Albin verstand immer noch nicht, wie Marius seine Meinung so komplett ge\u00e4ndert haben konnte. Vielleicht kannte er Pepe einfach auch zu wenig, um zu begreifen, was f\u00fcr ein guter Kumpel sie war.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Im Schwimmbad fiel das nicht ins Gewicht, die drei Kinder hatten einfach gemeinsam Spa\u00df. Nat\u00fcrlich nutzten sie die Zeit voll aus und blieben, bis das Bad am fr\u00fchen Nachmittag seine Pforten schloss.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u201eGehst du direkt mit zu Marius?\u201c, wollte Albin beim Abschied von Pepe wissen. \u201eKlar\u201c, antwortete die. \u201eWarum sollte ich vorher noch mal nach Hause gehen? Viel Zeug brauch ich ja nicht, und das hab ich dabei.\u201c W\u00e4hrend sie zur Bekr\u00e4ftigung auf ihren Rucksack klopfte, pfiff Albin anz\u00fcglich, aber Marius fand es nicht der M\u00fche wert, darauf einzugehen. Irgendwann w\u00fcrde Albin schon lernen, dass es da nichts zu pfeifen gab.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Bei Marius zu Hause verbrachten Marius und Pepe einen entspannten letzten Abend des Jahres. Weil sie vom Schwimmen einigerma\u00dfen kaputt waren, vertrieben sie sich die Zeit bis zum Abendessen mit Lesen. Dabei machten sie sich einen Spa\u00df daraus, sich verschiedene Passagen aus ihren B\u00fcchern vorzulesen und dabei die beschriebene Stimmung durch die Betonung m\u00f6glichst ins Gegenteil zu verkehren.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Zum Abendessen gab es Raclette. Marius mochte das, er fand es witzig, selbst verschiedene Zutaten zu einem Minigericht zusammenzustellen, das in einem kleinen Pf\u00e4nnchen gebraten wurde. F\u00fcr seine Eltern hatte das den Vorteil, dass sie nicht wissen mussten, was Pepe mochte, und was sie gar nicht leiden konnte, denn bei so viel Auswahl war wirklich f\u00fcr jeden etwas dabei. Pepe futterte sich auch gr\u00fcndlich durch, und nat\u00fcrlich zog sich das Essen unheimlich in die L\u00e4nge.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Trotzdem war danach noch Zeit bis zum Jahreswechsel, und die verbrachten Marius, seine Eltern und Pepe mit Karten- und Brett- und Ratespielen. Bei einem, das auf der Idee von <i>Stadt, Land, Fluss<\/i> aufbaute, waren die Eltern im Vorteil, weil sie einfach mehr Begriffe kannten; daf\u00fcr hatten sie bei <i>Uno<\/i> kein Kartengl\u00fcck. Das nahmen sie aber mit Humor, und alles in allem hatten alle viel Spa\u00df.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Irgendwann war es dann aber doch viertel vor zw\u00f6lf, und die Spiele wurden wegger\u00e4umt. Vor dem Feuerwerk noch eine neue Runde anzufangen, h\u00e4tte sich nicht mehr gelohnt, und es war klar, dass Marius und Pepe danach direkt ins Bett gehen w\u00fcrden. Sie nutzten die Zeit, um Freunden und, was Pepe betraf, auch den Eltern Nachrichten zu schicken und ihnen einen guten Rutsch ins neue Jahr zu w\u00fcnschen. Dass die Gr\u00fc\u00dfe etwas verfr\u00fcht kamen, w\u00fcrde schon kein Ungl\u00fcck bringen, und so konnten sie auch nicht h\u00e4ngenbleiben, wenn um Mitternacht jedermann und sein Nachbar am Texten war.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Weil Marius erst zw\u00f6lf war und Pepe sogar erst elf, durften sie selbst kaum etwas anz\u00fcnden, nur ein paar kleine B\u00f6ller, mit denen sie nicht viel Unheil anrichten konnten, wenn sie sie zu sp\u00e4t wegwarfen oder schlecht zielten. Um den Rest k\u00fcmmerte sich Marius\u2018 Vater; er hatte eine Flasche mit nach drau\u00dfen gebracht als Startrampe f\u00fcr ein Dutzend Raketen.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u201eIch find\u2019s klasse, dass wir Silvester zusammen feiern\u201c, sagte Pepe, w\u00e4hrend sie und Marius auf dem B\u00fcrgersteig standen und den Weg der Raketen am Himmel verfolgten. \u201eIch meine, wenn wir zu Hause feiern, dann ist\u2019s auch immer lustig, aber mit dir macht es noch viel mehr Spa\u00df.\u201c \u201eMir auch\u201c, versicherte Marius. Spontan legte er Pepe einen Arm um die Schultern. Sie sah zu ihm auf \u2013 sie war ein St\u00fcck kleiner als er \u2013 und l\u00e4chelte. Es war sch\u00f6n, mit ihr hier zu stehen und das Feuerwerk zu beobachten. So viele Sorgen er sich am Anfang gemacht hatte, ob seine Freunde ihn verspotten w\u00fcrden, wenn sie ihn zusammen mit Pepe sahen, so egal war ihm inzwischen, was sie dachten. Pepe war total in Ordnung, er mochte sie, Punkt.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Diese Geschichte ist eine kleine Fortsetzung zu meinem E-Book Pepe, einfach nur Pepe. Sie spielt ein paar Monate nach der Geschichte im Buch, Marius und Pepe sind in der Zwischenzeit richtig gute Freunde geworden. 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