{"id":2145,"date":"2026-05-15T16:26:27","date_gmt":"2026-05-15T15:26:27","guid":{"rendered":"https:\/\/renebote.de\/?page_id=2145"},"modified":"2026-05-15T16:26:27","modified_gmt":"2026-05-15T15:26:27","slug":"herrchens-botschaft","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/renebote.de\/?page_id=2145","title":{"rendered":"Herrchens Botschaft"},"content":{"rendered":"\n<dialog id=\"imgFull\" class=\"coverFullsizeDialog\" style=\"display: none;\" onclick=\"hideFullsizeCoverDialog();\" >\n<img decoding=\"async\" id=\"coverFullsize\" src=\"\" alt=\"Cover der Kurzgeschichte Herrchens Botschaft\" \/>\n<\/dialog>\n<div class=\"justifyText\">\n<img decoding=\"async\" id=\"coverPreview\" class=\"coverPreview\" src=\"https:\/\/renebote.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/Covervorschau-Herrchens-Botschaft.webp\" onclick=\"showFullsizeCoverDialog();\" alt=\"Cover der Kurzgeschichte Herrchens Botschaft\" \/>\n<p>Anette warf einen besorgten Blick zum Himmel. \u201eHoffentlich h\u00e4lt das noch!\u201c, sagte sie. \u201eWir sind ja gleich da\u201c, beruhigte ihre Cousine und beste Freundin Felicitas sie. \u201eZur Not rennen wir das letzte St\u00fcck, und umziehen m\u00fcssen wir uns sowieso, wenn wir bei Tante Julia sind.\u201c<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ihre Tante erwartete ein Baby, und die beiden M\u00e4dchen hatten versprochen, beim Streichen des Kinderzimmers zu helfen. Eigentlich hatten die werdenden Eltern das allein machen wollen, doch Onkel Justus, der bei einer Zeitung arbeitete, musste f\u00fcr einen erkrankten Kollegen einspringen und dessen Wochenenddienst \u00fcbernehmen. Allein, f\u00fcrchtete Tante Julia, w\u00fcrde sie es nicht an einem Tag schaffen, mit dem dicken Bauch f\u00fchlte sie sich nicht mehr beweglich genug.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Anette und Felicitas bogen in die Stra\u00dfe ein, in der ihre Tante und ihr Onkel wohnten. Es war eine recht ruhige Stra\u00dfe, auf beiden Seiten ges\u00e4umt von freistehenden Zwei- und Dreifamilienh\u00e4usern. Auf der rechten Seite, wo Tante Julia und Onkel Justus wohnten, gab es einen Parkstreifen, auch Tante Julias Wagen stand dort. Es war kein seltenes Modell, aber Anette, die den besseren Blickwinkel hatte als ihre Cousine, entdeckte den Hunde-Aufkleber am Heck. Ihre Tante war im Tierschutzverein aktiv, solange Anette und Felicitas denken konnten, und mittlerweile Teil des Leitungsgremiums. Sie hatte selbst einen Hund, einen strubbeligen Mischling, bei dem sich nur erahnen lie\u00df, welche Rassen an seinem Stammbaum beteiligt waren. Gelegentlich nahm sie auch Hunde f\u00fcr ein paar Tage oder Wochen auf, die aus unterschiedlichsten Gr\u00fcnden kurzfristig ein neues Zuhause brauchten.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Als sie und Felicitas das Haus, in dem Onkel und Tante wohnten, fast erreicht hatten, blieb Anette wie angewurzelt stehen. \u201eAch du Schei\u00dfe!\u201c, entfuhr es ihr. \u201eWas ist das!?\u201c<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Sie starrte auf das Auto ihrer Tante, und als Felicitas dem Blick ihrer Cousine folgte, sah sie gro\u00dfe, krakelige Buchstaben, die auf der Beifahrerseite in den schwarzen Lack gekratzt worden waren. \u201eSchei\u00df Hundef\u00e4ngerin!\u201c, las sie murmelnd. \u201eHoffentlich zerfleischt dich bald einer!\u201c Alles in Gro\u00dfbuchstaben, jede Linie bestand aus vier einzelnen, die parallel zueinander liefen. Wahrscheinlich hatte der T\u00e4ter einen Schl\u00fcssel daf\u00fcr benutzt, vielleicht auch eine Gabel.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Anette riss sich von dem Anblick los. \u201eIch sag Tante Julia Bescheid!\u201c, sagte sie. \u201eBleib du hier!\u201c<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Felicitas nickte. Sie w\u00fcrde aufpassen, dass niemand den Tatort ver\u00e4nderte, und schauen, ob der T\u00e4ter Spuren hinterlassen hatte. Spuren au\u00dfer den Kratzern im Lack.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Autos, an denen sie zuvor vorbeigekommen waren, waren unbesch\u00e4digt. Felicitas trat dicht an die Hecke heran, die den schmalen Vorgarten vom B\u00fcrgersteig trennte, sodass sie die Beifahrerseiten der n\u00e4chsten Autos in der Reihe sehen konnte \u2013 auch hier keine Spur von Vandalismus. Das \u00fcberraschte sie nicht, die Botschaft auf Tante Julias Auto bezog sich eindeutig auf ihre T\u00e4tigkeit im Tierschutzverein. Das war eine pers\u00f6nliche Sache, kein Werk von Randalierern, die durch die Stra\u00dfe gezogen waren und wahllos die Autos angegriffen hatten.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Anette erreichte unterdessen die Haust\u00fcr und klingelte. Sie versuchte, sich zurechtzulegen, wie sie ihrer Tante sagen konnte, was passiert war, ohne sie zu sehr zu erschrecken. Etwas in ihr hoffte, dass Tante Julia es schon wusste, dass der Schaden vielleicht sogar schon ein paar Tage alt war und die erste Aufregung sich inzwischen gelegt hatte. Doch sie hatte das sichere Gef\u00fchl, dass es nicht so war, dass Tante Julia noch nichts von dem Schaden ahnte.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das Haus verf\u00fcgte \u00fcber eine Gegensprechanlage, Tante Julia fragte nach, wer vor der T\u00fcr war, und Anette gab sich mit ihrem Namen zu erkennen. Der Summer wurde gedr\u00fcckt, Anette betrat das Haus und sprintete die Treppe hinauf in den ersten Stock.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Tante Julia erwartete sie an der Wohnungst\u00fcr. Sie l\u00e4chelte, doch als sie Anettes Gesicht sah, wurde ihre Miene ernst. Offenbar sah sie Anette an, dass es etwas nicht in Ordnung war, und wunderte sich sicherlich auch, wo Felicitas war. \u201eDein Auto!\u201c, sagte Anette anstelle einer Begr\u00fc\u00dfung. \u201eJemand hat es zerkratzt!\u201c<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Tante Julia zuckte zusammen. \u201eWas?\u201c, entfuhr es ihr. \u201eAber \u2026\u201c Sie atmete tief durch, um sich zu fangen. \u201eBist du sicher?\u201c<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich war Anette sich sicher, aber die Nachricht hatte Tante Julia v\u00f6llig unvorbereitet getroffen. Kein Wunder, dass ihr Verstand sich weigerte, das Geh\u00f6rte zu akzeptieren.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Anette machte kehrt, um zu Felicitas zur\u00fcckzukehren, und ihre Tante folgte ihr. Sie erreichten die Haust\u00fcr und eilten durch den Vorgarten. F\u00fcr einen Moment versperrte noch die Hecke den Blick auf den Wagen, der nicht genau vor der Haust\u00fcr stand. Dann sah Tante Julia den Schaden und wurde bleich.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u201eHast du eine Idee, wer das gemacht haben k\u00f6nnte?\u201c, fragte Felicitas nach ein paar Sekunden behutsam. Sie hatte nichts entdeckt, was einen Hinweis auf den T\u00e4ter gab. Sie hatte unters Auto geschaut und in die Hecke gesp\u00e4ht, in der Hoffnung, das Tatwerkzeug zu finden, aber das hatte der T\u00e4ter offenbar wieder mitgenommen. Auch sonst hatte er nichts zur\u00fcckgelassen, h\u00f6chstens Fingerabdr\u00fccke und DNA-Spuren, aber das konnte nur die Polizei \u00fcberpr\u00fcfen.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Tante Julia \u00fcberlegte und zuckte dann mit den Schultern. \u201eWei\u00df nicht\u201c, sagte sie unsicher. \u201eWir sind ein Verein, nicht das Ordnungsamt. Wir haben keine Befugnisse, irgendjemandem ein Tier wegzunehmen. Wenn wir mitbekommen, dass ein Tier nicht artgerecht gehalten oder misshandelt wird, dann sprechen wir die Leute meist erst einmal selbst an. Wir machen ihnen klar, dass es so nicht geht, und bieten Unterst\u00fctzung an, wenn die Leute \u00fcberfordert sind. Wir sammeln Futterspenden, vermitteln Hundetrainer, all solche Sachen. Aber wenn es nicht anders geht, schalten wir nat\u00fcrlich das Ordnungsamt ein.\u201c \u201eUnd das nimmt die Tiere dann und bringt sie ins Tierheim\u201c, folgerte Anette, und Tante Julia nickte. \u201eMeistens\u201c, schr\u00e4nkte sie ein. \u201eDie pr\u00fcfen nat\u00fcrlich jeden Fall noch mal selbst, aber sie wissen auch, dass wir nicht grundlos jemanden melden.\u201c \u201eMachst du das?\u201c, wollte Felicitas wissen. \u201eUnd bist du dabei, wenn die Tiere abgeholt werden?\u201c<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Tante Julia sch\u00fcttelte den Kopf. \u201eGanz selten kommt es vor, dass wir das Ordnungsamt rufen und warten, bis jemand kommt, weil die Tiere sonst vielleicht totgeschlagen werden\u201c, erkl\u00e4rte sie. \u201eSonst sind wir meistens nicht mehr da, wenn das Ordnungsamt kommt.\u201c<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Aber die Betreffenden wussten nat\u00fcrlich, dass der Tierschutzverein das Ordnungsamt gerufen hatte, oder konnten es sich zumindest zusammenreimen. Die Folgerung lag auf der Hand, die Schuld am Verlust der Tiere wurde dem Verein gegeben. Und weil die meisten Mitglieder des Vereins schwer ausfindig zu machen waren, hielten die auf Rache sinnenden Tierhalter sich an die, die in der \u00d6ffentlichkeit standen; Tante Julia geh\u00f6rte als Vorstandsmitglied dazu.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>W\u00e4hrend Felicitas versuchte, m\u00f6gliche Verd\u00e4chtige einzukreisen, lie\u00df Anette unbewusst den Blick \u00fcber die H\u00e4user gegen\u00fcber streifen. Alle hatten Fenster zur Stra\u00dfe, und den Lack zu verkratzen, ging bestimmt auch nicht lautlos vonstatten. Ganz sch\u00f6n gef\u00e4hrlich f\u00fcr den T\u00e4ter!<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Pl\u00f6tzlich nahm sie eine kleine Bewegung hinter einem der Fenster wahr, im ersten Stock des Hauses schr\u00e4g gegen\u00fcber. Unauff\u00e4llig schaute sie genauer hin, und nach ein paar Augenblicken war sie sich ihrer Sache sicher. \u201eSchaut nicht hin!\u201c, sagte sie leise. \u201eDa beobachtet uns einer!\u201c<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>In wenigen Worten erkl\u00e4rte sie, wo sie den Beobachter entdeckt hatte. Genauer beschreiben konnte sie ihn nicht, nur dass es ein Mann war, glaubte sie ziemlich sicher.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Zu ihrer \u00dcberraschung seufzte ihre Tante. \u201eIch h\u00e4tte es mir denken k\u00f6nnen!\u201c, sagte sie leise, leise genug, dass es auch niemand h\u00f6ren konnte, der unbemerkt das Fenster \u00f6ffnete. \u201eDas ist Sascha Klemm\u201c, fuhr sie fort. \u201eEr hasst mich.\u201c \u201eHast du daf\u00fcr gesorgt, dass ihm ein Tier weggenommen wurde?\u201c, folgerte Felicitas, und ihre Tante nickte. \u201eZweimal\u201c, best\u00e4tigte sie. \u201eErst hatte er einen Dobermann. Im Zwinger hinten im Hof. Als Wachhund, hat er gesagt, damit keiner wagt, bei ihm einzubrechen. Er hat ihn geschlagen und \u2026 Kurz gesagt war da \u00fcberhaupt nichts artgerecht, und er ist bei jedem Versuch, mit ihm dar\u00fcber zu reden, sofort auf die Palme gegangen. Irgendwann hab ich das Ordnungsamt eingeschaltet.\u201c \u201eUnd das hat ihm den Hund weggenommen\u201c, erg\u00e4nzte Anette den logischen Schluss. Ihre Tante nickte. \u201eErst hat er dagegen Beschwerde eingelegt, aber er durfte den Hund nicht zur\u00fccknehmen. Er hat sich dann heimlich einen anderen geholt, das lief dann \u00fcber seine Freundin. Sehr glaubw\u00fcrdig, wenn der Hund st\u00e4ndig hier ist, die Freundin aber nur gelegentlich!\u201c \u201eUnd nat\u00fcrlich hat er den zweiten Hund genauso mies behandelt wie den ersten\u201c, warf Felicitas ein. Es lag auf der Hand, und genauso logisch war, dass Tante Julia den Nachbarn abermals angezeigt hatte.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Jetzt war er mit einem Verbot belegt, irgendein Haustier zu halten, und seine Freundin ebenso. Klar, dass er nun einen Hass auf Tante Julia hatte, wenn er sie daf\u00fcr verantwortlich machte, statt dar\u00fcber nachzudenken, was er seinen Hunden angetan hatte.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das passte nahtlos zusammen, er hatte ein Motiv, und er brauchte nur aus dem Fenster zu schauen, um herauszufinden, wann die Gelegenheit g\u00fcnstig war. Das Problem: Wie sollte man ihm das beweisen?<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u201eFragen wir ihn, ob er was gesehen hat!\u201c, schlug Tante Julia vor, als h\u00e4tte sie die Gedanken ihrer Nichten gelesen. \u201eMal schauen, wie er reagiert.\u201c Dann biss sie sich auf die Lippen. \u201eAber ihr bleibt besser hier\u201c, sagte sie. \u201eVielleicht tickt er aus.\u201c<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u201eWir kommen mit!\u201c, beharrte Felicitas und sprach damit auch f\u00fcr ihre Cousine. \u201eGerade wenn er vielleicht austickt. Wenn wir zu dritt sind, traut er sich nicht.\u201c<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Tante Julia schaute sie etwas zweifelnd an. Ganz Unrecht hatte sie nicht, Anette und Felicitas waren elf und weder \u00fcberdurchschnittlich gro\u00df noch stark f\u00fcr ihr Alter. Kaum anzunehmen, dass sie Klemm w\u00fcrden zur\u00fcckhalten k\u00f6nnen, wenn er gewaltt\u00e4tig wurde, und beeindrucken w\u00fcrden sie ihn schon gar nicht.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u201eEr kann uns ja unm\u00f6glich alle drei gleichzeitig packen\u201c, schob Anette nach, der klar war, was ihrer Tante durch den Kopf ging. \u201eEgal, wen er angreift, mindestens eine kann immer wegrennen und die Polizei holen. Dann ist er erst recht dran.\u201c<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ihre Tante seufzte. Ihr w\u00e4re es immer noch lieber gewesen, wenn die M\u00e4dchen nicht mitgekommen w\u00e4ren, das war nicht zu \u00fcbersehen, aber ihr gingen die Argumente aus. Ein Machtwort sprechen wollte sie nicht.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Zu dritt \u00fcberquerten sie die Stra\u00dfe und erreichten das Haus gegen\u00fcber. Dass der Nachbar sie kommen sah, war nicht zu \u00e4ndern, aber wenn er nicht v\u00f6llig dumm war, musste ihm sowieso klar sein, dass der Verdacht fr\u00fcher oder sp\u00e4ter auf ihn fallen w\u00fcrde.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Tante Julia presste den Daumen auf den Klingelknopf. \u201eWahrscheinlich macht er gar nicht auf\u201c, vermutete sie. Vielleicht hoffte sie darauf, weil es der sicherste Weg war, Anette und Felicitas nicht in eine Konfrontation hineinzuziehen.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Doch der Nachbar lie\u00df sich zwar Zeit, dr\u00fcckte dann aber doch auf den Summer. Er fragte nicht einmal \u00fcber die Gegensprechanlage nach, wer vor der T\u00fcr stand, das sprach daf\u00fcr, dass er sie tats\u00e4chlich die Stra\u00dfe hatte \u00fcberqueren sehen.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Schweigend stiegen sie hoch in den ersten Stock. \u201eMorgen, Herr Klemm\u201c, begr\u00fc\u00dfte Tante Julia den Nachbarn mit einem Mindestma\u00df an H\u00f6flichkeit. Er erwiderte den Gru\u00df nur mit einem Nicken. Das Tischtuch war unwiderruflich zerschnitten, und niemand machte sich die M\u00fche, das zu verbergen.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u201eWas passiert?\u201c, fragte der Nachbar schlie\u00dflich knapp. \u201eIch hab Sie unten stehen sehen \u2026\u201c \u201eJa, es ist was passiert\u201c, antwortete Tante Julia. \u201eMein Auto wurde zerkratzt. Schei\u00df Hundef\u00e4ngerin! Es hat also mit einer T\u00e4tigkeit beim Tierschutz zu tun.\u201c<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u201eWundert Sie das?\u201c, gab der Nachbar zur\u00fcck. \u201eIhnen h\u00e4tte klar sein m\u00fcssen, dass das irgendwann kommen w\u00fcrde. Sie tun immer so, als w\u00e4ren Sie die Einzige, die Ahnung hat, dabei wissen Sie gar nichts. Und wenn einer nicht nach Ihrer Pfeife tanzt, weil er im Gegensatz zu Ihnen wirklich was von Tieren versteht, hetzen Sie ihm sofort die Idioten vom Ordnungsamt auf den Hals.\u201c<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u201eHaben Sie was gesehen?\u201c, unterbrach Felicitas die Beschimpfung. Nachbar Klemm drehte den Kopf, so, als h\u00e4tte er sie bis jetzt gar nicht wahrgenommen. \u201eMeine Nichten\u201c, stellte Julia die M\u00e4dchen knapp vor. \u201eSie haben den Schaden eben entdeckt.\u201c<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Nachbar zuckte mit den Schultern. \u201eNein\u201c, behauptete er. \u201eIch war heute noch nicht drau\u00dfen.\u201c \u201eKann das jemand best\u00e4tigen?\u201c, hakte Anette nach.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u201eWas soll das werden?\u201c, fuhr der Nachbar sie an. \u201eEin Verh\u00f6r?\u201c \u201eSie h\u00e4tten ein Motiv\u201c, versetzte Anette. \u201eWeil Ihnen zweimal ein Hund weggenommen wurde und Sie jetzt keinen mehr halten d\u00fcrfen.\u201c<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u201eUnd?\u201c, schnappte der Nachbar. \u201eNat\u00fcrlich bin ich sauer, wegen ihr hab ich nichts als \u00c4rger. Aber deswegen braucht sie keiner zu zerfleischen, mein Anwalt regelt das und sorgt daf\u00fcr, dass sie sich nicht mehr in anderer Leute Angelegenheiten einmischt.\u201c \u201eSie waren es\u201c, sagte Felicitas ihm auf den Kopf zu. \u201eWahrscheinlich wissen Sie ganz genau, dass Ihr Anwalt nichts ausrichten kann. Und selbst wenn, es w\u00fcrde Ihnen nicht reichen, Sie hassen Tante Julia und wollen sie selbst fertigmachen.\u201c<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Nachbar kniff die Augen zusammen. \u201eDu spinnst doch!\u201c, behauptete er. \u201eWoher willst du das wissen?\u201c<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p><i>Wieso kann Felicitas so sicher sein, dass Nachbar Klemm das Auto zerkratzt hat?<\/i><\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"alternateEndHeader\" onclick=\"toggleElement('solution');\">Aufl&ouml;sung<\/p>\n<div id=\"solution\" style=\"display:none;\">\n<p>\u201eSie haben es gerade selbst zugegeben\u201c, antwortete Felicitas k\u00fchl. \u201eDas Auto steht auf der Stra\u00dfenseite gegen\u00fcber. Die Botschaft wurde in die Beifahrerseite gekratzt, damit Tante Julia sie sofort sieht, wenn sie aus dem Haus kommt. Aber Sie k\u00f6nnen vom Fenster aus nur die Fahrerseite sehen. Wenn Sie heute noch nicht drau\u00dfen waren, woher wollen Sie dann wissen, was genau der T\u00e4ter geschrieben hat? Dass da was von \u201azerfleischen\u2018 stand, haben wir nicht erw\u00e4hnt, das k\u00f6nnen Sie also nur wissen, wenn sie es selbst geschrieben haben.\u201c<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<style>\n\t.alternateEndHeader {\n\t\twidth: 100%;\n\t\tpadding: 5px;\n\t\tmargin-bottom: 5px;\n\t\tborder: 1px solid darkgrey;\n\t\tborder-radius: 5px;\n\t\tcursor: pointer;\n\t}\n<\/style>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Anette warf einen besorgten Blick zum Himmel. \u201eHoffentlich h\u00e4lt das noch!\u201c, sagte sie. \u201eWir sind ja gleich da\u201c, beruhigte ihre Cousine und beste Freundin Felicitas sie. \u201eZur Not rennen wir das letzte St\u00fcck, und umziehen m\u00fcssen wir uns sowieso, wenn wir bei Tante Julia sind.\u201c &nbsp; Ihre Tante erwartete ein Baby, und die beiden M\u00e4dchen [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-2145","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renebote.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/2145","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renebote.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/renebote.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renebote.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renebote.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2145"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/renebote.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/2145\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2146,"href":"https:\/\/renebote.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/2145\/revisions\/2146"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renebote.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2145"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}