{"id":203,"date":"2024-01-30T19:13:27","date_gmt":"2024-01-30T18:13:27","guid":{"rendered":"https:\/\/renebote.de\/?page_id=203"},"modified":"2024-02-10T13:32:42","modified_gmt":"2024-02-10T12:32:42","slug":"weihnachtsfieber","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/renebote.de\/?page_id=203","title":{"rendered":"Weihnachtsfieber"},"content":{"rendered":"\n<style>\n\n.alternateEndHeader {\nwidth: 100%;\npadding: 5px;\nmargin-bottom: 5px;\nborder: 1px solid darkgrey;\nborder-radius: 5px;\ncursor: pointer;\n}\n\n<\/style>\n<dialog id=\"imgFull\" class=\"coverFullsizeDialog\" style=\"display: none;\" onclick=\"hideFullsizeCoverDialog();\" >\n<img decoding=\"async\" id=\"coverFullsize\" src=\"\" alt=\"Cover der Kurzgeschichte Weihnachtsfieber\" \/>\n<\/dialog>\n<div class=\"justifyText\">\n<p><i>\nDiese Geschichte entstand 2016 f\u00fcr den Weihnachtskalender im <a href=\"https:\/\/www.buechertreff.de\/forum\/thread\/94289-adventskalender-2016\/?pageNo=1\">B\u00fcchertreff<\/a>, den die Forumsmitglieder selbst mit eigenen Bildern und Texten gestaltet haben. F\u00fcr das Ende hatte ich mehrere Ideen, die der Geschichte selbst jeweils einen v\u00f6llig anderen Touch verleihen, und weil ich fand, dass jedes Ende es verdient hat, gelesen zu werden, habe ich auch alle drei geschrieben.\n<\/i><\/p>\n<img decoding=\"async\" id=\"coverPreview\" class=\"coverPreview\" src=\"https:\/\/renebote.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Cover-Weihnachtsfieber.webp\" onclick=\"showFullsizeCoverDialog();\" alt=\"Cover der Kurzgeschichte Weihnachtsfieber\" \/>\n<p>Am 24. Dezember herrschte allenthalben Weihnachtsfieber. Vormittags dr\u00e4ngten sich die Menschen in den Gesch\u00e4ften, kauften f\u00fcrs Weihnachtsessen ein oder besorgten in gr\u00f6\u00dfter Eile noch die letzten Geschenke, und am Nachmittag wurde zu Hause geputzt und gekocht. Am Marktplatz stand die Blaskapelle und spielte Weihnachtslieder, und die Eltern der Kinder, die am sp\u00e4ten Nachmittag beim Krippenspiel mitmachen sollten, waren wahrscheinlich noch aufgeregter als die Jungen und M\u00e4dchen selbst.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die einzige, um die Weihnachten in diesem Jahr einen Bogen machte, war Franziska. Sie fieberte dem Fest auf eine ganz andere, w\u00f6rtlichere Art und Weise entgegen, hatte sich n\u00e4mlich zwei Tage vor Heiligabend einen leichten Infekt eingefangen. Eigentlich f\u00fchlte sie sich nicht einmal krank, nur halt nicht ganz so munter und mit etwas weniger Appetit als sonst, aber ihrer Mutter hatte das gereicht, um sie augenblicklich ins Bett zu stecken. Das Fieberthermometer behauptete, dass Franziska leicht erh\u00f6hte Temperatur hatte, kaum \u00fcber achtunddrei\u00dfig, aber trotzdem zu viel nach Ansicht ihrer Mutter, und noch dazu hatte es eine Woche zuvor gehei\u00dfen, einer ihrer Klassenkameraden h\u00e4tte sich ein Norovirus eingefangen. Das war zwar l\u00e4ngst widerlegt, der Betreffende hatte sich lediglich den Magen an irgendwas ausgeh\u00e4ngt, das nicht mehr astrein gewesen war, aber Franziskas Mutter wollte kein Risiko eingehen. Sie hatte vor allem Angst um Franziskas kleinen Bruder Felix, der erst f\u00fcnf war. Besonders anf\u00e4llig f\u00fcr Krankheiten war der zwar auch nicht, aber Franziskas Mutter eben immer \u00fcberaus besorgt.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Folge war, dass Franziska nicht mal mit der Familie zu Abend essen durfte. Sie bekam das Essen aufs Zimmer gebracht, und das war nicht mal was vom Weihnachtsessen, sondern H\u00fchnerbr\u00fche, weil ihre Mutter meinte, das w\u00e4re besser, wenn der K\u00f6rper gegen eine Krankheit zu k\u00e4mpfen hatte. Sie wollte sich eine Weile zu Franzsika ans Bett setzen, ging dann aber doch recht schnell wieder, weil Franziska keine Antwort gab und sich demonstrativ zur Wand drehte. Was hatte sie erwartet? Dass Franziska jubilierte, wenn sie v\u00f6llig unn\u00f6tig im Bett bleiben musste, keinen Besuch haben durfte, weil ihre Mutter nicht die Verantwortung daf\u00fcr \u00fcbernehmen wollte, wenn sich eine Freundin ansteckte, Eltern und Bruder durch die angelehnte Zimmert\u00fcr essen und Weihnachtslieder singen h\u00f6rte und dabei H\u00fchnerbr\u00fche a\u00df, die ihr weder schmeckte, noch satt machte? Wohl kaum.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Franziska wachte auf, weil irgendwas polterte. Irgendjemand rief unterdr\u00fcckt \u201eAu!\u201c, aber es h\u00f6rte sich nicht nach ihrem Vater an, obwohl es eindeutig eine m\u00e4nnliche Stimme war. Franziska setzte sich im Bett auf, gerade noch rechtzeitig, um zu sehen, wie die T\u00fcr ihres Kleiderschranks von innen aufgesto\u00dfen wurde. Was war denn jetzt los? Hatte sie schlafwandelnder Weise einen Einbrecher eingesperrt, der sich jetzt mit Gewalt befreite? Sie war doch noch nie geschlafwandelt!<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Als erstes kam ein Hintern zum Vorschein, und es war nicht der eines Menschen \u2013 es war ein Pferdehintern! Was ging denn hier ab? War das Fieber gestiegen, und sie halluzinierte? Ein Griff an die Stirn \u2013 nein, die f\u00fchlte sich nicht hei\u00df an, kein bisschen.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Unter \u00c4chzen und Knirschen schob sich das zum Hintern geh\u00f6rende Pferd r\u00fcckw\u00e4rts aus dem Schrank. Es musste sich ganz schmal machen, damit es durch die T\u00fcr passte, und es war gut, dass es der massige Schrank war, den schon Franziskas Urgro\u00dfmutter besessen hatte. Moderne Spanplatten w\u00e4ren da l\u00e4ngst zu Bruch gegangen.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Aber auch wenn der Schrank nicht gerade klein war, wie konnte ein Pferd da rein passen? Das nachtschwarze Tier war jetzt auch nicht gerade ein Shetlandpony, und eine H\u00e4lfte des Schranks war in einzelne F\u00e4cher unterteilt, mit einer senkrechten Wand, die sie zum gro\u00dfen Fach f\u00fcr die Schuhe und Jacken hin abgrenzte. Bis jetzt hatte Franziska Narnia f\u00fcr reine Fiktion gehalten, und au\u00dferdem wechselten, wenn sie sich richtig erinnerte, keine Wesen von dort in diese Welt.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Sie hatte sich noch nicht mal ansatzweise von dem Schreck erholt, dass pl\u00f6tzlich ein Pferd in ihrem Zimmer stand, als es sie gleich zum zweiten Mal fast umwarf: Das Pferd konnte sprechen! \u201eDu musst musst Franziska sein!\u201c, sagte es mit tiefer Stimme.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Franziska konnte nur nicken. \u201eIch bin Lorenzo\u201c, fuhr das Pferd fort. \u201eUnd was machst du hier?\u201c, fragte Franziska vorsichtig. \u201eIch bin gekommen, um dich abzuholen\u201c, antwortete Lorenzo. \u201eZum Weihnachtsfest f\u00fcr alle Kinder, die nicht Weihnachten feiern k\u00f6nnen.\u201c Er machte eine auffordernde Geste mit dem Kopf in Richtung seines R\u00fcckens. \u201eKomm, steig auf!\u201c<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Franziska kletterte aus dem Bett, und einen Moment sp\u00e4ter sa\u00df sie auf dem R\u00fccken des Pferdes und klammerte sich an der schwarzen M\u00e4hne fest. Sie wunderte sich selbst \u00fcber sich, wunderte sich, dass sie keine Sekunde z\u00f6gerte, und dass sie so m\u00fchelos auf den Pferder\u00fccken kam.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wie Lorenzo aus ihrem Zimmer kommen wollte, ohne ihre Eltern aufzuwecken, war ihr ein R\u00e4tsel, aber er war ja auch reingekommen. Lorenzo fackelte auch nicht lange und trabte los auf das Fenster zu. Um Gottes willen, wollte er durch die Scheibe springen? Die Splitter w\u00fcrden ihm das Gesicht aufschneiden, vielleicht sogar die Kehle aufschlitzen, und au\u00dferdem waren sie im siebten Stock!<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Doch das Fenster \u00f6ffnete sich wie von Geisterhand, und als Franziska nach unten sah, weil sie eine kr\u00e4ftige Bewegung an beiden Beinen sp\u00fcrte, sah sie, dass Lorenzo Fl\u00fcgel hatte, m\u00e4chtige Schwingen, die mit dunkel gl\u00e4nzenden Federn bedeckt waren. Sie presste sich dicht an Lorenzos R\u00fccken, im ersten Moment nur, um nicht mit dem Kopf gegen den Fensterrahmen zu knallen, aber dann hielt sie sich weiter fest, weil es schwindelerregend war, so hoch \u00fcber dem Boden zu fliegen.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u201eWo findet das Fest denn statt?\u201c, rief sie Lorenzo zu. Der aber antwortete nicht, oder Franziska bekam es nicht mehr mit, weil ihm gleichen Moment die Lichter der Stadt vor ihren Augen verschwammen. Das letzte, was sie noch ausmachen konnte, war der m\u00e4chtige, mit unz\u00e4hligen Lichterketten geschm\u00fcckte Weihnachtsbaum vor dem Rathaus.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ein paar Augenblicke sp\u00e4ter kl\u00e4rte sich das Bild wieder, aber von der Stadt war nichts mehr zu sehen. Stattdessen flogen sie \u00fcber eine tief verschneite Landschaft mit sanften H\u00fcgeln und schneebedeckten Tannen.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Oben auf einem H\u00fcgel stand ein pr\u00e4chtiges Schloss, ein richtig verwunschener Bau mit unz\u00e4hligen T\u00fcrmchen und Erkern, einer Freitreppe und bunten, hell erleuchteten Fenstern. Das Portal stand weit offen, und von drinnen war Weihnachtsmusik zu h\u00f6ren, vermischt mit vielen Kinderstimmen.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Lorenzo setzte sanft vor dem Portal auf, und Franziska glitt geschmeidig von seinem R\u00fccken. Einen Moment lang blieb sie unschl\u00fcssig stehen, dann sah sie Lorenzo aufmunternd nicken und trat ein.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Was f\u00fcr ein Traum war das! Sie fand sich in einer gro\u00dfen Halle wieder, bestimmt vier Stockwerke hoch, in deren Mitte ein riesiger Weihnachtsbaum stand. Er war geschm\u00fcckt mit echten Kerzen, bunten Kugeln, Sternen, Engelsfiguren und kleinen Geschenkp\u00e4ckchen. Rund um den Baum standen viele runde Tische, jeder mit einem Dutzend St\u00fchlen, und diese Tische waren \u00fcberreichlich gedeckt. Es gab Braten, Kl\u00f6\u00dfe, Kartoffeln und Nudeln, Gem\u00fcse und So\u00dfen, Obst, Pudding, Kuchen, Kakao, Limo&#8230; Manches kannte Franziska nicht einmal, einiges roch sehr exotisch. Hier mussten Speisen aus der ganzen Welt versammelt sein, und auch die Kinder, die dieses Paradies bev\u00f6lkerten, kamen offensichtlich aus allen Ecken des Erdballs. Franziska h\u00f6rte deutsche Worte, Englisch, das sie aus der Schule kannte, Franz\u00f6sisch, ein paar Wortfetzen, die sie f\u00fcr Italienisch hielt, Sprachen, die sie nur grob als Slawisch einordnen konnte, und noch andere, bei denen sie nur aufgrund des Aussehens der Sprechenden schloss, dass es sich um asiatische, afrikanische oder indianische Sprachen handelte.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Noch bevor sie sich \u00fcberlegen konnte, was sie jetzt tun sollte, stand pl\u00f6tzlich ein kleines M\u00e4nnchen neben ihr. Der Mann ging ihr tats\u00e4chlich nur bis zur Brust und war so d\u00fcnn, dass Franziska dachte, er m\u00fcsste zusammenklappen, wenn er die steife Uniform auszog, die er trug. Das Haar war schlohwei\u00df, er musste uralt sein, aber in seinen Augen stand ein lustiges Funkeln. \u201eWillkommen im Weihnachtschloss, Franziska!\u201c, sagte er mit einer Stimme, die viel tiefer klang, als Franziska bei dieser Statur erwartet h\u00e4tte. Dass er ihren Namen kannte, wunderte Franziska schon \u00fcberhaupt nicht mehr. \u201eIss und trink, so viel du magst, und nimm dir ein Geschenk vom Baum!\u201c<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Franziska wollte ihn fragen, welches P\u00e4ckchen sie denn nehmen sollte, doch der kleine Mann schien ihre Frage zu ahnen und nahm die Antwort vorweg, ehe sie den Mund \u00f6ffnen konnte. \u201eDu wirst sp\u00fcren, wenn du das gefunden hast, das zu dir passt.\u201c<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Dann war er weg, untergetaucht zwischen den Kindern, die ihn fast alle \u00fcberragten, obwohl auch einige darunter waren, die viel j\u00fcnger waren als Franziska. Franziska sah sich um und beschloss, sich an einen Tisch zu setzen, der etwa zur H\u00e4lfte mit Jungen und M\u00e4dchen ungef\u00e4hr in ihrem Alter besetzt war. Sie unterhielten sich in verschiedenen Sprachen und teils mit H\u00e4nden und F\u00fc\u00dfen. Franziska fragte auf Englisch, ob sie sich dazusetzen durfte, alle nickten, und sie wurde nahtlos mit in die Gespr\u00e4che einbezogen. Sie erz\u00e4hlte, woher sie kam, und erfuhr im Gegenzug Namen und Herkunft der anderen: Coraz\u00f3n aus Peru, Frederic aus Ghana, Fridoline aus Schweden, John aus Australien, Tyun aus Korea und Eric aus Kanada. Wie Lorenzo gesagt hatte, konnten alle aus dem einen oder anderen Grund nicht zu Hause Weihnachten feiern, weil jemand krank war, weil es Streit gab, Fridoline war mit ihren Eltern eingeschneit, und sie hatten den Weihnachtsbaum verheizen m\u00fcssen, um nicht zu erfrieren, ehe der Weg zu ihren Haus wieder freigemacht werden konnte.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Franziska sa\u00df eine Ewigkeit mit den anderen zusammen, aber irgendwann stand Tyun auf, um nach ihrem Geschenk zu suchen, und Franziska beschloss, nun ebenfalls herauszufinden, was der kleine Mann gemeint hatte, als er gesagt hatte, dass sie sp\u00fcren w\u00fcrde, welches Geschenk zu ihr passen w\u00fcrde.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Es war verwirrend, so viele P\u00e4ckchen hingen da am Baum, gro\u00dfe und kleine, mit und ohne Schleife, manche in einfarbigem Papier, andere in gestreiftem, getupftem, mit Figuren darauf&#8230; Wie sollte sie da herausfinden, was zu ihr passte? Vor allem, wenn sie nicht wusste, was in dem P\u00e4ckchen war?<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Eine ganze Weile wanderte sie unschl\u00fcssig um den Baum, betrachtete verschiedene P\u00e4ckchen, wog manche, die in ihrer Reichweite hingen, auch in ihrer Hand und versuchte, sich vorzustellen, auf welche Kinder sie warteten.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Im Moment hatte sie noch keine Vorstellung davon, welches P\u00e4ckchen ihres war, doch dann fiel ihr Blick auf ein flaches, in rotes und blaues Papier eingeschlagenes Paket, und pl\u00f6tzlich wusste sie: Das war es! Sie wusste nicht, warum, das P\u00e4ckchen schien in keiner Weise besonders, aber es war genau, wie der kleine Mann gesagt hatte, sie sp\u00fcrte, dass es auf sie wartete.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Blo\u00df \u2013 wie sollte sie drankommen? Das P\u00e4ckchen hing ganz oben am Baum, und der f\u00fcllte die Halle in der H\u00f6he fast vollst\u00e4ndig aus.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wie aus dem Nichts stand pl\u00f6tzlich wieder der kleine Mann neben ihr. Er warf nur einen Blick nach oben und zog dann einen Stab aus der Tasche seiner Uniformjacke, der dabei immer l\u00e4nger und l\u00e4nger wurde. Am Ende war er so lang, dass der kleine Mann mit dem Haken am Ende das P\u00e4ckchen vom Baum pfl\u00fccken konnte. Es schien ihn nicht im geringsten anzustrengen, obwohl so ein langer Stab doch auch ein ordentliches Gewicht haben musste. L\u00e4chelnd \u00fcberreichte er Franziska ihr Geschenk, schob den Stab zur\u00fcck in die Tasche, und im n\u00e4chsten Moment war er schon wieder verschwunden.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Vorsichtig zog Franziska das bunte Papier ab. Dieser Abend war so magisch, so wundersch\u00f6n und unwirklich zugleich, da war selbst das Geschenkpapier viel zu wertvoll, um es auch nur zu verknittern.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Dann hielt sie ein Buch in der Hand, einen dicken W\u00e4lzer, der irgendwie alt wirkte und gleichzeitig auch nicht alt. Der stabile Einband war \u00fcberwiegend blau, und als Franziska mit dem Finger dar\u00fcber strich, sp\u00fcrte sie, dass das verschlungene Muster genauso erhaben war wie die goldenen Lettern, die den Titel bildeten. \u201eEine fantasievolle Reise in eine unbekannte Welt\u201c, las sie murmelnd.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Im ersten Moment war sie entt\u00e4uscht. Ja, sie las gern und viel, insofern passte das Geschenk zu ihr, aber trotzdem, irgendwie was das auch so profan. Trotzdem war sie neugierig, was f\u00fcr eine Geschichte sich zwischen den Buchdeckeln verbarg.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Auf der Suche nach einem Ort, an dem sie in Ruhe lesen konnte, stie\u00df sie auf eine Treppe, die weiter nach oben f\u00fchrte. Sie war dick mit Teppich ausgelegt, und als Franziska nach oben schaute, sah sie verschiedene T\u00fcren abzweigen. Alle standen offen, und es schien nicht verboten zu sein, nach oben zu gehen, denn auch in den anderen Stockwerken liefen \u00fcberall Kinder herum. Franziska begann, die Treppe hinaufzusteigen, und warf einen Blick durch jede T\u00fcr.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Hier hatten sich ein paar M\u00e4dchen mit Puppen zusammengefunden, dort ein paar Kinder mit Lego, wieder woanders fuhren Modellautos \u00fcber den Boden, Brettspiele wurden gespielt, und in einem Raum sogar Fu\u00dfball.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Dann stie\u00df Franziska auf eine Art Bibliothek. An den W\u00e4nden reihten sich B\u00fccherregale, gef\u00fcllt mit mehr B\u00fcchern, als Franziska z\u00e4hlen konnte. Zwischen den Regalen standen gem\u00fctliche Sessel, genau richtig, um sich in die Polster zu kuscheln und ein gutes Buch zu lesen, und genau das w\u00fcrde Franziska jetzt machen. Genau genommen wusste sie ja noch nicht einmal, ob das Buch, das sie in der Hand hielt, gut war, aber warum sollte es das nicht sein? Wer auch immer f\u00fcr dieses unglaubliche Fest verantwortlich war, er hatte alles so gut gemacht, warum sollte er ausgerechnet bei ihrem Geschenk versagen?<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Sie fand einen freien Sessel neben einem M\u00e4dchen, das ungef\u00e4hr in ihrem Alter sein musste. Auf Englisch erkundigte sie sich, ob da vielleicht eigentlich jemand sa\u00df, der nur mal kurz zum Klo war, und setzte sich, als das M\u00e4dchen erkl\u00e4rte, dass der Sessel wirklich zu haben war.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Eher zuf\u00e4llig fiel ihr Blick auf das Buch, das das andere M\u00e4dchen las: Der Einband war rot, aber der Titel war gleich. \u201eHey, du hast ja das gleiche Buch wie ich!\u201c, entfuhr es ihr. \u201eNur in rot.\u201c Sie war auf Deutsch umgeschwenkt, denn das M\u00e4dchen hatte angeregt gelesen, verstand also offenbar Deutsch. Sie hielt ihr Buch hoch, damit das andere M\u00e4dchen sehen konnte, dass der gleiche Titel auf dem Umschlag stand. Auch sonst war die Aufmachung gleich, nur die Grundfarbe unterschied sich. \u201eNaja, so ist es besser\u201c, l\u00e4chelte sie. \u201eBlau ist n\u00e4mlich meine Lieblingsfarbe.\u201c \u201eUnd Rot ist meine\u201c, antwortete das M\u00e4dchen. \u201eKomisch, oder?\u201c Franziska nickte. \u201eKomisch\u201c, best\u00e4tigte sie. \u201eWarum bist du eigentlich hier? Ich meine, warum kannst du nicht zu Hause Weihnachten feiern?\u201c \u201eLawinengefahr\u201c, antwortete das andere M\u00e4dchen. \u201eWir wohnen in den Bergen, und wir mussten ganz schnell aus unserem Haus raus, weil die Lawinenexperten meinten, in unserem Tal k\u00f6nnte eine riesige Lawine runterkommen, und unser Haus k\u00f6nnte getroffen werden, obwohl eine Schutzwand davor steht.\u201c<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Franziska erfuhr, dass das M\u00e4dchen Stella hie\u00df und in der Schweiz zu Hause war. Sie waren fast auf den Tag genau gleichaltrig und sich anscheinend auch sonst \u00e4hnlich wie Schwestern. Sie hatten die gleichen Hobbys, mochten die gleichen Filme, und es gab auch eine ganze Reihe von B\u00fcchern, die sie beide gelesen hatten.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Kein Wunder also, dass sie wenig sp\u00e4ter gemeinsam die Nase ins Buch steckten und in eine Welt voller magischer Verwicklungen abtauchten. Gerade, dass sie noch daran dachten, ihre Handynummern auszutauschen, ehe sie die Welt um sich herum verga\u00dfen, die selbst schon so magisch war. Franziska hatte immer noch keine Ahnung, was das alles eigentlich genau zu bedeuten hatte, aber eins war sicher: Dies waren die sch\u00f6nsten Weihnachten, die sie je erlebt hatte.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n\n<p class=\"alternateEndHeader\" onclick=\"toggleElement('alt1');\">Alternatives Ende 1<\/p>\n<div id=\"alt1\" style=\"display: none;\">\n<p>Franziska blinzelte und rieb sich \u00fcber die Augen. Was f\u00fcr ein verr\u00fcckter Traum! Lorenzo, der gefl\u00fcgelte, sprechende Rappe, der sie abgeholt hatte, das Weihnachtsschloss, das Festessen, der Baum voller Geschenke, die Bibliothek, Stella, das M\u00e4dchen aus der Schweiz&#8230;<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ihre Hand stie\u00df an etwas Hartes. Was konnte das sein? Das Buch, in dem sie am Abend noch gelesen hatte, hatte sie auf den Nachttisch gelegt, das konnte es nicht sein. Was aber dann? Hastig knipste Franziska das Licht an, um nachzusehen. Sie erkannte es sofort: Das Buch aus ihrem Traum! Und als sie den \u00c4rmel ihres Schlafanzugs hochschob, fand sie die Handynummer, die Stella mit einem Filzstift auf den Unteram geschrieben hatte. Dann war das alles echt gewesen?<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Es gab nur eine M\u00f6glichkeit, das herauszufinden. Schnell griff sie sich ihr Handy und tippte eine kurze Nachricht an Stella ein. \u201eIch bin wieder zu Hause\u201c, tippte sie. \u201eDu auch?\u201c Sie schickte die Nachricht ab, und schon eine Minute sp\u00e4ter signalisierte eine kurze Tonfolge, dass eine Antwort eingegangen war. \u201eIch bin auch wieder zu Hause\u201c, schrieb Stella. \u201eStell dir vor, die Lawine ist woanders runtergegangen, wo keine H\u00e4user stehen. Die Lawinenwarnung ist aufgehoben, wir sind schon wieder zu Hause. Frohe Weihnachten.\u201c \u201eFrohe Weihnachten\u201c, schrieb Franziska zur\u00fcck. Dann legte sie das Handy zur Seite und lie\u00df sich zur\u00fccksinken. Egal, was jetzt noch kam, egal, wie sehr ihre Mutter wegen dem bisschen erh\u00f6hter Temperatur noch nervte, diese Weihnachten w\u00fcrde sie genie\u00dfen wie noch kein Fest zuvor.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"alternateEndHeader\" onclick=\"toggleElement('alt2');\">Alternatives Ende 2<\/p>\n<div id=\"alt2\" style=\"display: none;\">\n<p>Eine kurze Tonfolge lie\u00df Franziska hochschrecken, und sie brauchte einen Moment, um sich zu orientieren. Wo war die Bibliothek hin? Das Weihnachtsschloss?<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Dann begriff sie, dass sie getr\u00e4umt hatte, und dass ihr Handy eine Nachricht empfangen hatte. Aber um diese Zeit? Mit einem Schlag hellwach, griff sie nach dem Handy und las. \u201eKomm runter! Ich warte vor der T\u00fcr auf dich.\u201c Die Nachricht stammte von ihrer besten Freundin Annika, und als Franziska ans Fenster ging und nach unten schaute, sah sie auf dem B\u00fcrgersteig tats\u00e4chlich eine Gestalt stehen, die zu ihr hochschaute. \u201eIch komme!\u201c, textete Franziska zur\u00fcck. Sie hatte keine Ahnung, was Annika vorhatte, ein Blick auf die Uhr sagte ihr, dass Mitternacht gerade vorbei war, aber eigentlich spielte es auch keine Rolle. Seit zwei Tagen hatte sie niemanden mehr zu Gesicht bekommen au\u00dfer ihrer Mutter, sie wollte einfach raus, und deshalb schl\u00fcpfte sie in Windeseile leise in ihre Klamotten. Ihre Eltern schliefen, darauf war Verlass, und dass ihr Bruder noch wach war, brauchte sie auch nicht zu bef\u00fcrchten.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Unbemerkt schlich sie aus der Wohnung und zur Treppe. Sie hatte Turnschuhe an, die auf dem Steinboden im Treppenhaus keinen Laut verursachten. Den Aufzug mied sie, denn den h\u00e4tte jemand h\u00f6ren und sich wundern k\u00f6nnen, wer um diese Zeit noch das Haus verlie\u00df. In einem Hochhaus wie dem, in dem Franziska wohnte, kannte man zwar nicht unbedingt alle Nachbarn, geschweige denn deren G\u00e4ste, aber ein elfj\u00e4hriges M\u00e4dchen, das mitten in der Geisterstunde allein raus ging, musste eigentlich jedem verd\u00e4chtig erscheinen.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Annika kam ihr entgegen und schloss sie in die Arme. \u201eWie geht\u2019s dir?\u201c, erkundigte sie sich f\u00fcrsorglich. \u201eGut\u201c, antwortete Franziska. \u201eAber ich hab was total verr\u00fccktes getr\u00e4umt&#8230;\u201c<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Sie begann, zu erz\u00e4hlen, und achtete kaum darauf, wohin Annika, die ihre Hand genommen hatte, sie f\u00fchrte. Irgendwann stand sie bei Annika zu Hause im Garten, ohne recht zu wissen, wie sie dorthin gekommen war. \u201eWas machen wir hier?\u201c, fragte sie verwundert. \u201eNoch eine halbe Minute Geduld!\u201c, gab Annika trocken zur\u00fcck. \u201eMach mal die Augen zu!\u201c<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Franziska gehorchte und wartete, was passieren w\u00fcrde. Sie h\u00f6rte etwas leise klimpern, es klang nach einem Schl\u00fcssel, dann wurde sie sanft am Arm gepackt und weitergef\u00fchrt. Helligkeit schien durch die Lider, und gleichzeitg sp\u00fcrte sie W\u00e4rme, die ganz bestimmt nichts mit ihrem ohnehin kaum vorhandenen Fieber zu tun hatte.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u201eDu kannst gucken\u201c, sagte Annika einen Moment sp\u00e4ter. Franziska \u00f6ffnete die Augen und kniff sie gleich wieder zusammen. Sie hatte genau in die Flammen mehrerer Kerzen hineingeschaut, und ihre Augen brauchte ihre Zeit, um sich an die Helligkeit zu gew\u00f6hnen.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Sie kannte die Laube, die Annikas Eltern in ihrem Garten gebaut hatten, denn hier sa\u00dfen sie manchmal, wenn sie ungest\u00f6rt sein wollten. Annika hatte zwei j\u00fcngere Schwestern, die wohl nie lernen w\u00fcrden, anderer Leute Privatsph\u00e4re zu respektieren. Aber so wie in dieser Nacht hatte Franziska das Gartenh\u00e4uschen noch nie erlebt, Annika hatte den einzigen Raum weihnachtlich dekoriert, und auf dem Tisch standen nicht nur Kerzen, die sie schnell noch angez\u00fcndet hatte, ehe sie ihrer besten Freundin erlaubt hatte, die Augen wieder zu \u00f6ffnen, sondern auch ein Topf, aus dem es dampfte und herrlich nach deftigem Eintopf duftete, als Annika den Deckel abhob. Sie hatte extra ein dickes Kissen auf den Topf gepackt, damit das Essen warm blieb, w\u00e4hrend sie Franziska holte. Bei der Thermoskanne mit dem s\u00fc\u00dfen Wintertee er\u00fcbrigte sich das; nachdem Annika zwei Tassen voll eingegossen hatte, mussten sie sogar noch ein paar Augenblicke warten, ehe sie vorsichtig trinken konnten.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u201eWow!\u201c, entfuhr es Franziska. \u201eIst das toll! Danke, danke, danke!\u201c \u201eGern geschehen!\u201c, wehrte Annika verlegen ab. \u201eIch konnte doch nicht zulassen, dass du \u00fcberhaupt nicht Weihnachten feierst.\u201c W\u00e4hrend sie sprach, tauchte sie schon die Sch\u00f6pfkelle in den Topf und tat Franziska einen ordentlichen Schlag Eintopf auf, ehe sie auch den eigenen Teller f\u00fcllte. \u201eGuten Appetit\u201c, w\u00fcnschte sie. \u201eUnd frohe Weihnachten nat\u00fcrlich.\u201c \u201eFrohe Weihnachten\u201c, antwortete Franziska. \u201eLecker\u201c, lobte sie, nachdem sie den ersten L\u00f6ffel probiert hatte. Annika hatte Kartoffeln, Hack und viel Curry kombiniert und das Ganze feurig abgeschmeckt. \u201eBesser als H\u00fchnerbr\u00fche, wie?\u201c, stellte sie ohne falsche Bescheidenheit fest. \u201eH\u00fchnerbr\u00fche zu Weihnachten, da sollte es ein Gesetz gegen geben!\u201c \u201eWie hast du das eigentlich alles hingekriegt, ohne dass deine Eltern was gemerkt haben?\u201c, wollte Franziska wissen. \u201eIch meine, kochen, den Tisch decken, euren Heizl\u00fcfter herbringen, mich abholen&#8230;\u201c \u201eIch glaube, sie haben sich blind und taub gestellt\u201c, gab Annika zu. \u201eSie meinten auch, es w\u00e4re v\u00f6llig \u00fcbertrieben, dich ins Bett zu stecken, blo\u00df weil du ein Grad mehr als \u00fcblich und mal keinen Nachtisch gegessen hast. Sch\u00e4tze, sie halten es f\u00fcr eine gute Tat, mich einfach machen zu lassen. Du wei\u00dft doch, Papa war fr\u00fcher bei den Pfadfindern.\u201c Beide lachten, und Franziska lie\u00df sich f\u00fcr einen Moment in das vom hei\u00dfen Topf vorgew\u00e4rmte Kissen sinken. Auch wenn es nicht so \u00fcppig aussah, sie fand, dass Annika den kuriosen und sch\u00f6nen Traum vom Weihnachtsschloss perfekt wahr gemacht hatte.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Diese Geschichte entstand 2016 f\u00fcr den Weihnachtskalender im B\u00fcchertreff, den die Forumsmitglieder selbst mit eigenen Bildern und Texten gestaltet haben. F\u00fcr das Ende hatte ich mehrere Ideen, die der Geschichte selbst jeweils einen v\u00f6llig anderen Touch verleihen, und weil ich fand, dass jedes Ende es verdient hat, gelesen zu werden, habe ich auch alle drei [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-203","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renebote.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/203","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renebote.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/renebote.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renebote.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renebote.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=203"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/renebote.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/203\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":433,"href":"https:\/\/renebote.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/203\/revisions\/433"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renebote.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=203"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}