{"id":1805,"date":"2024-11-05T20:48:25","date_gmt":"2024-11-05T19:48:25","guid":{"rendered":"https:\/\/renebote.de\/?page_id=1805"},"modified":"2024-11-05T20:48:25","modified_gmt":"2024-11-05T19:48:25","slug":"schlagrichtung","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/renebote.de\/?page_id=1805","title":{"rendered":"Schlagrichtung"},"content":{"rendered":"\n<dialog id=\"imgFull\" class=\"coverFullsizeDialog\" style=\"display: none;\" onclick=\"hideFullsizeCoverDialog();\" >\n<img decoding=\"async\" id=\"coverFullsize\" src=\"\" alt=\"Cover der Kurzgeschichte Schlagrichtung\" \/>\n<\/dialog>\n<div class=\"justifyText\">\n<p><i>\nDiese Geschichte ist ein Ratekrimi. Also aufgepasst, am Ende gibt es eine Frage zu beantworten. Findest du die L\u00f6sung?\n<\/i><\/p>\n<img decoding=\"async\" id=\"coverPreview\" class=\"coverPreview\" src=\"https:\/\/renebote.de\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Cover-Schlagrichtung.webp\" onclick=\"showFullsizeCoverDialog();\" alt=\"Cover der Kurzgeschichte Schlagrichtung\" \/>\n<p>\u201eIch f\u00fcrchte, der verhungert!\u201c, prophezeite Anette. \u201eAbwarten!\u201c, widersprach ihre gleichaltrige Cousine und beste Freundin Felicitas grinsend, und damit behielt sie recht. Schon als Anette vor ihr gespielt hatte, hatte sie den Eindruck gehabt, dass die Bahn ganz leicht zum Abschlag hin geneigt war. Ihr kam diese bauliche Ungenauigkeit jetzt zugute, nachdem der Ball nach ihrem Schlag das Ziel ganz knapp verfehlt hatte. Der Ball war am Ende der Bahn von der Bande abgeprallt und trudelte jetzt ganz langsam aufs Loch zu. W\u00e4re die Bahn komplett gerade gewesen, dann h\u00e4tte Anette mit ihrer Sch\u00e4tzung wahrscheinlich richtig gelegen. So aber kippte der Ball mit letzter Kraft \u00fcber die Kante. \u201eYes!\u201c, freute Felicitas sich. \u201eZwei!\u201c Den ersten Schlag hatte sie neben die Rampe gesetzt, die zur einzigen \u00d6ffnung im Hindernis an dieser Bahn f\u00fchrte.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die beiden Elfj\u00e4hrigen hatten spontan beschlossen, den sonnigen Herbstmorgen im Oktober f\u00fcr eine Runde Minigolf zu nutzen. Sie spielten nicht oft, dementsprechend konnten ihre Ergebnisse nicht mit denen der Vereinsspieler mithalten, aber das st\u00f6rte sie nicht. Au\u00dferdem hatten die neben jeder Menge \u00dcbung auch bessere Schl\u00e4ger, mit denen sie das Tempo besser dosieren und die B\u00e4lle anschneiden konnten, und eine erkleckliche Auswahl verschiedenster B\u00e4lle. Anette und Felicitas mussten mit der \u00fcblichen Leihausr\u00fcstung auskommen, einfache Schl\u00e4ger mit Kopf aus Hartplastik und vier B\u00e4lle in einem Kunststoffkorb.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Sie hatten ihre Runde fast beendet, die Bahn, an der Felicitas gerade eingelocht hatte, war die viertletzte. Zwei Bahnen vor ihnen waren zwei Jungen, die \u00e4hnlich gut oder schlecht waren, je nach Sichtweise, auf jeden Fall war der Abstand die ganze Zeit \u00fcber relativ gleich geblieben. Mal hatten Anette und Felicitas etwas aufgeschlossen, mal waren sie ein bisschen zur\u00fcckgefallen, aber nie viel. Die Jungen waren etwas \u00e4lter als die Cousinen, der eine zw\u00f6lf oder dreizehn, der andere mochte vielleicht auch schon vierzehn sein.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der \u00c4ltere schien ziemlich genervt zu sein, und es sah so aus, als w\u00e4re er nicht ganz freiwillig mit hier. Vielleicht hatten die Eltern darauf gedrungen, dass er etwas zusammen mit dem anderen machte. Felicitas hatte ihn mehrfach mit dem Schl\u00e4ger w\u00fctend in die Luft schlagen sehen, oder gegen eines der Hindernisse. Sie fand das \u00e4rgerlich, nicht nur, weil es peinlich war, zu sehen wie wenig er sich im Griff hatte. Vor allem wurden die Sachen nicht besser davon.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Immer wieder versuchte er, die Sache mit Tipps zu beschleunigen, wie der Ball am besten zu spielen war. Dabei war er selbst gar nicht so gut, hatte auch bei der Bahn, die er gerade spielte, zweimal auf kurze Distanz die eigentlich recht breite \u00d6ffnung verfehlt, durch die der Ball gespielt werden musste. Au\u00dferdem spielte der J\u00fcngere anders, stellte sich n\u00e4mlich im Gegensatz zu ihm \u2013 und auch zu Anette und Felicitas \u2013 immer auf der rechten Seite der Bahn auf statt links.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>An der letzten Bahn hatten die beiden Jungen Schwierigkeiten. Die war allerdings auch nicht ganz einfach, wenn man nicht ge\u00fcbt war. Der Ball musste eine Rampe hinaufgespielt werden, die auf ungef\u00e4hr drei Metern einen Meter H\u00f6henunterschied \u00fcberwand. Vor der Rampe war die Bahn auf ungef\u00e4hr zwei Metern L\u00e4nge normal, die Rampe dann aber nur noch zwei H\u00e4nde breit.  Man brauchte also genug Schwung, musste gleichzeitig aber auch genau zielen. Das gelang den Jungen nicht so recht, der \u00e4ltere brauchte vier, der j\u00fcngere sogar f\u00fcnf Schl\u00e4ge.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Dadurch schlossen Anette und Felicitas zu ihnen auf, denn die beiden M\u00e4dchen brauchten an der dritt- und vorletzten Bahn beide nur je zwei Schl\u00e4ge. Auf dem Weg, der die vorletzte mit der letzten Bahn verband, blieben sie stehen, mit ausreichend Abstand, um die beiden Jungen nicht zu st\u00f6ren. Der j\u00fcngere von denen \u00fcbernahm gerade den Schl\u00e4ger und stellte sich in Position. Anette und Felicitas fiel auf, dass der zweite Schl\u00e4ger, den die beiden Jungen ausgeh\u00e4ndigt bekommen hatten, auf der Bank neben der Bahn lag. Er war deutlich verbogen, und so hatte er bestimmt nicht schon ausgesehen, als die Jungen ihn in die Hand bekommen hatten; mit dem krummen Ding konnte man unm\u00f6glich spielen, in dem Zustand h\u00e4tte der Mann an der Kasse den Schl\u00e4ger bestimmt nicht rausgegeben. So weit, wie der Kopf nach rechts zeigte, mussten die H\u00e4nde ja fast schon einen Meter vor den Ball zeigen, bis der Kopf des Schl\u00e4gers ihn traf. <\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Inhaber der Anlage war ganz und gar nicht erfreut, als er sah, was mit dem Schl\u00e4ger passiert war. \u201eDen m\u00fcsst ihr bezahlen!\u201c, verf\u00fcgte er. Anette und Felicitas bekamen das zwangsl\u00e4ufig mit, denn der Disput spielte sich nicht gerade leise ab. Au\u00dferdem waren sie auch an der letzten Bahn schnell fertig, Anette schaffte sie im zweiten Versuch, Felicitas schlug sogar ein Ass. Danach mussten sie ja auch ihre Schl\u00e4ger und B\u00e4lle zur\u00fcckgeben, und der Mann bemerkte sie nicht gleich, weil er sich auf die beiden Jungen konzentrierte.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der \u00c4ltere der beiden erwies sich als Freund von der Sorte, mit der man keine Feinde mehr brauchte, versuchte n\u00e4mlich, die gesamte Schuld auf den J\u00fcngeren abzuw\u00e4lzen. Der wies das entschieden zur\u00fcck, aber der Platzbesitzer war in erster Linie daran interessiert, den Schaden ersetzt zu bekommen; wie die Jungen das unter sich aufteilten, war ihm egal.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Selbst wenn er auf diese Weise immer noch die H\u00e4lfte bezahlen musste, machte der \u00c4ltere noch ein gutes Gesch\u00e4ft, sch\u00e4tzten Anette und Felicitas. Sie hatten ja gesehen, wie er sich aufgef\u00fchrt hatte, auch wenn sie nicht mitbekommen hatte, wie der Schl\u00e4ger zu Bruch gegangen war. Als die beiden Jungen sich auf Gehei\u00df des Platzbesitzers hinsetzten und ihre Namen und Adressen aufschrieben, waren auch die letzten Zweifel ausger\u00e4umt. \u201eMoment!\u201c, sagte Anette und trat einen Schritt vor. \u201eIch glaube, er\u201c, sie deutete auf den j\u00fcngeren der beiden Jungen, \u201esagt die Wahrheit. Er war\u2019s wirklich nicht.\u201c \u201eBist du sicher?\u201c, hakte der Inhaber der Anlage nach. \u201eHast du\u2018s gesehen?\u201c \u201eNein\u201c, antwortete Felicitas anstelle ihrer Cousine. \u201eAber es liegt auf der Hand.\u201c<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p><i>Wei\u00dft du, warum Anette und Felicitas sich so sicher sind, dass der \u00e4ltere Junge den Schl\u00e4ger kaputtgemacht hat, obwohl sie es nicht gesehen haben?<\/i><\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"alternateEndHeader\" onclick=\"toggleElement('solution');\">Aufl\u00f6sung<\/p>\n<p id=\"solution\" style=\"display:none;\">\u201eSchauen Sie, in welche Richtung der Schl\u00e4ger gebogen ist!\u201c, forderte Felicitas den Platzbesitzer auf. \u201eDamit das passiert, muss er so gegen irgendwas geschlagen worden sein.\u201c Sie nahm ihren Schl\u00e4ger in die Hand, wie um den Ball zu spielen, holte nach rechts aus und schlug dann nach links. \u201eWenn da was im Weg ist, biegt sich der Schl\u00e4ger in die andere Richtung.\u201c \u201eUnd?\u201c, wunderte sich der Inhaber. \u201eWas hat das zu sagen?\u201c \u201eEr\u201c, diesmal war es Felicitas, die auf den j\u00fcngeren Jungen deutete, \u201eist Linksh\u00e4nder, das sehen Sie ja.\u201c Tats\u00e4chlich hielt der Junge den Stift in der linken Hand, hatte allerdings aufgeh\u00f6rt zu schreiben und verfolgte die Beweisf\u00fchrung der M\u00e4dchen. \u201eDeshalb hat er auch die ganze Zeit andersrum gespielt\u201c, \u00fcbernahm Anette und f\u00fchrte auch das vor. \u201eDas haben wir gesehen. Aber wenn er so zugeschlagen h\u00e4tte, dann m\u00fcsste der Schl\u00e4ger ja in die andere Richtung verbogen sein.\u201c<\/p>\n<\/div>\n\n<style>\n\n.alternateEndHeader {\nwidth: 100%;\npadding: 5px;\nmargin-bottom: 5px;\nborder: 1px solid darkgrey;\nborder-radius: 5px;\ncursor: pointer;\n}\n\n<\/style>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Diese Geschichte ist ein Ratekrimi. Also aufgepasst, am Ende gibt es eine Frage zu beantworten. Findest du die L\u00f6sung? \u201eIch f\u00fcrchte, der verhungert!\u201c, prophezeite Anette. \u201eAbwarten!\u201c, widersprach ihre gleichaltrige Cousine und beste Freundin Felicitas grinsend, und damit behielt sie recht. 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