{"id":1746,"date":"2024-08-16T14:55:51","date_gmt":"2024-08-16T13:55:51","guid":{"rendered":"https:\/\/renebote.de\/?page_id=1746"},"modified":"2024-08-16T14:55:51","modified_gmt":"2024-08-16T13:55:51","slug":"der-luegen-detektiv","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/renebote.de\/?page_id=1746","title":{"rendered":"Der L\u00fcgen-Detektiv"},"content":{"rendered":"\n<dialog id=\"imgFull\" class=\"coverFullsizeDialog\" style=\"display: none;\" onclick=\"hideFullsizeCoverDialog();\" >\n<img decoding=\"async\" id=\"coverFullsize\" src=\"\" alt=\"Cover der Kurzgeschichte Der L\u00fcgen-Detektiv\" \/>\n<\/dialog>\n<div class=\"justifyText\">\n<p><i>\nDiese Geschichte ist ein Ratekrimi. Also aufgepasst, am Ende gibt es eine Frage zu beantworten. Findest du die L\u00f6sung?\n<\/i><\/p>\n<img decoding=\"async\" id=\"coverPreview\" class=\"coverPreview\" src=\"https:\/\/renebote.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Cover-Der-Luegen-Detektiv.webp\" onclick=\"showFullsizeCoverDialog();\" alt=\"Cover der Kurzgeschichte Der L\u00fcgen-Detektiv\" \/>\n<p>Die Sommerferien n\u00e4herten sich dem Ende, und das neue Schuljahr warf deutlich seine Schatten voraus. Wer noch nicht alle B\u00fccher, Hefte und Stifte zusammen hatte, tat gut daran, sich bald darum zu k\u00fcmmern.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Auch Anette und Felicitas, beide elf Jahre alt, Cousinen und beste Freundinnen zugleich, hatte noch Posten offen auf ihrer Liste. Die B\u00fccher, die sie nicht leihweise von der Schule zur Verf\u00fcgung bestellt bekamen, hatten sie schon, aber ihnen fehlten noch Hefte f\u00fcr die Klassenarbeiten und ein Zeichenblock f\u00fcr Kunst. Annette musste au\u00dferdem ihren Wasserfarbkasten ersetzen, der alte war vor den Ferien der Toberei der Jungs in der Klasse zum Opfer gefallen. Zwei von denen hatten sich im Klassenraum eine Verfolgungsjagd geliefert, der erste hatte im Vorbeilaufen \u2013 wohl unabsichtlich \u2013 den Kasten vom Tisch gerissen, der zweite war draufgetreten.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das war alles nichts Besonderes, nichts, was nur ein spezialisiertes Schreibwarengesch\u00e4ft gehabt h\u00e4tte. Die Hefte, Zeichenbl\u00f6cke und den Farbkasten, den fast jeder in der Schule hatte, gab es \u00fcberall, wo es \u00fcberhaupt Schreibwaren gab. Deshalb machten Annette und Felicitas auf dem Heimweg vom Freibad einen kleinen Umweg zur Filiale einer Drogeriekette, um dort zu besorgen, was sie brauchten.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Schreibwaren waren ganz hinten im Laden, eingeklemmt zwischen B\u00fcchern, H\u00f6rspielen und Filmen links und Fotoartikeln und Unterhaltungselektronik rechts. Ein wirkliches Muster war dort nicht zu erkennen, digitale Wetterstationen lagen neben Headsets und Powerbanks, unten stapelten sich Fotorahmen. Ganz oben entdeckte Annette zwei Action-Cams, diese kleinen und robusten Ger\u00e4te, die manche Leute beim Klettern, Skateboarden oder Skifahren am Helm hatten.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>W\u00e4hrend ihre Cousine sich um Hefte und Zeichenbl\u00f6cke k\u00fcmmerte, angelte Annette nach einem Wasserfarbkasten. Der lag ganz oben, gleich neben den Action-Cams, Annette musste sich auf die Zehenspitzen stellen und strecken. Dabei war sie nicht mal klein, ziemlich genau im Durchschnitt f\u00fcr ihr Alter.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Nach weniger als zwei Minuten hatten die M\u00e4dchen alles zusammen und machten sich auf den Weg zur Kasse. Doch der Gang vor ihnen war verstopft, blockiert von einer streng blickenden Frau in der Kleidung der Drogeriekette und einem Mann von etwa f\u00fcnfzig Jahren, der einen Jungen mit offenbar \u00fcberaus festem Griff am Oberarm hielt. Es tat dem Jungen, er konnte h\u00f6chstens acht sein, sichtlich weh, weil wegen des Gr\u00f6\u00dfenunterschieds der Arm nach oben und die Schulter in eine unnat\u00fcrliche Haltung gezwungen wurde. Vor den F\u00fc\u00dfen des Jungen lag ein dunkler Rucksack, der weit offen stand, und der Mann hielt in der anderen Hand eine der Action-Cams, wie sie Annette eben oben auf dem Regal gesehen hatte. Offenbar war er ein Ladendetektiv und hatte einen Dieb geschnappt.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das Publikum war der Angestellten \u2013 Felicitas entdeckte auf dem Namensschild, das an ihre Brust gepinnt war, unter dem Namen die Erg\u00e4nzung \u201eFilialleitung\u201c \u2013 augenscheinlich nicht recht. Aber sie konnte nicht verhindern, dass Annette und Felicitas aufschnappten, wie der Detektiv Bericht erstattete. \u201eDie hier hat er hinten bei der Elektronik geklaut, ein schneller Griff ins Regal mit den Kameras und ab in den Rucksack\u201c, behauptete der. \u201eBestimmt nicht sein erster Diebstahl, er hat sich schon ziemlich geschickt angestellt und wusste genau, was am teuersten ist. Ich bin nat\u00fcrlich geschult in so was, andere h\u00e4tten nichts gemerkt.\u201c<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Annette stutzte, und ein Blick gen\u00fcgte ihr, um zu sehen, dass ihre Cousine denselben Gedanken hatte: An der Geschichte stimmte etwas nicht! Die Cousinen nickten einander kurz zu und traten dann entschlossen an das ungleiche Trio heran. \u201eEr l\u00fcgt\u201c, stellte Annette fest, an die Filialleiterin gewandt. \u201eWas er erz\u00e4hlt, kann gar nicht stimmen.\u201c \u201eWas redest du f\u00fcr einen Unsinn!\u201c, fuhr der Ladendetektiv auf, noch ehe die Chefin des Hauses etwas sagen konnte. \u201eSeid ihr seine Komplizinnen? Sch\u00f6ne Kinderbande!\u201c \u201eNix Komplizinnen!\u201c, versetzte Felicitas. \u201eAber wir benutzen unseren Verstand, und wir halten nicht die Klappe, wenn wir sehen, dass jemand ungerecht behandelt wird. Au\u00dferdem tun Sie dem Jungen weh.\u201c \u201eSoll ich ihn loslassen, damit er abhauen kann?\u201c, h\u00f6hnte der Ladendetektiv. \u201eSch\u00f6n ausgedacht, aber nicht mit mir!\u201c<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Felicitas reichte es. \u201eIch hab keine Ahnung, warum Sie behaupten, er h\u00e4tte geklaut\u201c, sagte sie fest. \u201eAber das wird die Polizei schon kl\u00e4ren. Rufen Sie sie an?\u201c Das galt der Filialleiterin. \u201eSonst mach ich\u2019s!\u201c<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Frau machte mit beiden H\u00e4nden eine d\u00e4mpfende Handbewegung. \u201eAm besten gehen wir erst mal ins B\u00fcro!\u201c, schlug sie vor. Nat\u00fcrlich wollte sie Aufsehen vermeiden, umso mehr, als dass ihr Ladendetektiv gerade selbst beschuldigt wurde. Das selbstsichere Auftreten von Annette und Felicitas schien sie zus\u00e4tzlich zu verunsichern, sie konnte ja nicht wissen, dass die beiden M\u00e4dchen nicht zum ersten Mal an Kriminelle gerieten.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u201eWir warten lieber drau\u00dfen\u201c, wies Felicitas den Vorschlag zur\u00fcck. Sie hatte keine Lust, dass die Filialleiterin versuchte, sie zu bequatschen, die Polizei aus dem Spiel zu lassen. Vor allem aber f\u00fcrchtete sie, dass der Detektiv v\u00f6llig aus der Rolle fallen w\u00fcrde, wenn die Situation dem Blick anderer Kunden entzogen war.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Weil die Filialleiterin keine Anstalten machte, die Polizei zu rufen, holte Annette ihr Handy aus der Tasche und w\u00e4hlte den Notruf. Dabei entfernte sie sich ein paar Schritte, weil sie nicht wollte, dass die Filialleiterin oder der Ladendetektiv dazwischenredete. Gerade der Detektiv hatte ein Interesse daran, dass die Polizei aus dem Spiel blieb, solange er nicht wusste, was Annette und Felicitas beobachtet hatten. Die beiden Cousinen wussten ihrerseits noch nicht genau, was seine Masche war, aber davon, dass er Dreck am Stecken hatte, waren sie \u00fcberzeugt.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Polizei war zum Gl\u00fcck schnell mit einem Streifenwagen vor Ort, denn das Warten war unangenehm. Die Situation war f\u00fcr den Moment festgefahren, und die, die wieder Bewegung in die Sache h\u00e4tten bringen k\u00f6nnen, schwiegen. Annette und Felicitas hatten den Eindruck, dass der Filialleiterin viel weniger an der Wahrheit gelegen war als daran, jedes Aufsehen zu vermeiden, und der Ladendetektiv wollte sich nat\u00fcrlich auch keine falsche Verd\u00e4chtigung nachweisen lassen. Was das f\u00fcr den angeblichen Dieb bedeutete, war offensichtlich beiden egal, deshalb blieben Annette und Felicitas stur.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Als die beiden Polizisten die Filiale betraten, ergriff die Chefin die Initiative. Sie berichtete, dass der Ladendetektiv einen jungen Dieb auf frischer Tat ertappt h\u00e4tte, und schilderte, wie der Vorfall abgelaufen sein sollte. Schlie\u00dflich behauptete sie, dass sie die Sache gar nicht zur Anzeige h\u00e4tte bringen wollen, und verwies auf Annette und Felicitas, die eigenm\u00e4chtig die Polizei gerufen h\u00e4tten.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u201eJa, ich hab angerufen\u201c, best\u00e4tigte Annette ohne Umschweife. Felicitas \u00fcberlie\u00df ihr das Reden, sie hatte sich neben den Jungen gestellt, ihn in den Arm genommen und damit auch den Detektiv gezwungen, seinen Griff zu lockern. \u201eSo, wie er das erz\u00e4hlt hat\u201c, dabei deutete Annette auf den Detektiv, \u201ekann es n\u00e4mlich gar nicht gewesen sein. Wir glauben, er l\u00fcgt.\u201c<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der offenbar rangh\u00f6here oder dienst\u00e4ltere der beiden Polizisten kniff die Lippen zusammen. \u201eMit solchen Anschuldigungen muss man vorsichtig sein\u201c, mahnte er. \u201eWieso seid ihr euch da so sicher?\u201c<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p><i>Wei\u00dft du, warum Annette und Felicitas dem Ladendetektiv kein Wort glauben?<\/i><\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"alternateEndHeader\" onclick=\"toggleElement('solution');\">Aufl\u00f6sung<\/p>\n<p id=\"solution\" style=\"display:none;\">\u201eIch hab diese Kameras gesehen, als ich den Kasten aus dem Regal genommen hab\u201c, antwortete Annette und hielt den Wasserfarbkasten hoch. \u201eDie Kameras sind n\u00e4mlich direkt daneben, ganz oben im Regal. Ich bin da kaum drangekommen, selbst als ich mich auf die Zehenspitzen gestellt hab. Wie h\u00e4tte er\u201c, sie deutete auf den angeblichen Ladendieb, \u201edann da drankommen sollen? Er ist ja noch viel kleiner als ich, er h\u00e4tte etwas gebraucht, wo er draufsteigen kann, aber da war nichts. Also kann er sich nicht mal schnell mit einem Griff eine Kamera geschnappt haben, wie er hier\u201c, diesmal meinte sie den Detektiv, der deutlich zu schwitzen begann, \u201ebehauptet.\u201c<\/p>\n<\/div>\n\n<style>\n\n.alternateEndHeader {\nwidth: 100%;\npadding: 5px;\nmargin-bottom: 5px;\nborder: 1px solid darkgrey;\nborder-radius: 5px;\ncursor: pointer;\n}\n\n<\/style>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Diese Geschichte ist ein Ratekrimi. Also aufgepasst, am Ende gibt es eine Frage zu beantworten. Findest du die L\u00f6sung? Die Sommerferien n\u00e4herten sich dem Ende, und das neue Schuljahr warf deutlich seine Schatten voraus. 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