{"id":174,"date":"2024-01-29T16:51:53","date_gmt":"2024-01-29T15:51:53","guid":{"rendered":"https:\/\/renebote.de\/?page_id=174"},"modified":"2024-05-18T16:17:31","modified_gmt":"2024-05-18T15:17:31","slug":"commissario-giovanni-gelati-jagt-die-glasraeuber","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/renebote.de\/?page_id=174","title":{"rendered":"Commissario Giovanni Gelati jagt die Glasr\u00e4uber"},"content":{"rendered":"\n<dialog id=\"imgFull\" class=\"coverFullsizeDialog\" style=\"display: none;\" onclick=\"hideFullsizeCoverDialog();\" >\n<img decoding=\"async\" id=\"coverFullsize\" src=\"\" alt=\"Cover der Kurzgeschichte Commissario Giovanni Gelato jagt die Glasr\u00e4uber\" \/>\n<\/dialog>\n<div class=\"justifyText\">\n<p><i>\nDiese Geschichte entstand aus einer Bl\u00f6delei in einem B\u00fccherforum. Eigentlich hatte ich nur nach einem m\u00f6glichst abstrusen Buchtitel gesucht, aber der hat sich dann verselbst\u00e4ndigt.\n<br \/>\nMittlerweile gibt es bei den Wettbewerbsbeitr\u00e4gen eine kurze Fortsetzung dazu, die als Beitrag zum Schreibwettbewerb der <a href=\"https:\/\/buechereule.de\">B\u00fcchereule<\/a> entstand: <a href=\"https:\/\/renebote.de\/?page_id=1315#cellodiebstahl\">Commissario Giovanni Gelati und der vergeigte Cello-Diebstahl<\/a>. \n<\/i><\/p>\n<img decoding=\"async\" id=\"coverPreview\" class=\"coverPreview\" src=\"https:\/\/renebote.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Cover-Commissario-Gelati-jagt-die-Glasraeuber.webp\" onclick=\"showFullsizeCoverDialog();\" alt=\"Cover der Kurzgeschichte Commissario Giovanni Gelato jagt die Glasr\u00e4uber\" \/>\n<p>Commissario Giovanni Gelati seufzte und schnippte die Euro-M\u00fcnze \u00fcber den Brunnenrand. Alles Aberglaube!, sagte er sich immer wieder, und doch kam er jedes Mal wieder zum Trevi-Brunnen und warf eine M\u00fcnze hinein, wenn er mit einem Fall nicht weiterkam. Er warf ziemlich viele M\u00fcnzen in letzter Zeit, das Verbrechen war nicht mehr das gleiche wie fr\u00fcher. Bankr\u00e4uber brauchten heutzutage keine Pistole mehr, nicht mal ein K\u00fcchenmesser, und sie verschoben Betr\u00e4ge, von denen die Meister der alten Garde nur tr\u00e4umen konnten. Kein Wagen mit gef\u00e4lschten Nummern mehr, der mit laufendem Motor vor der Bank wartete, keine halsbrecherischen Verfolgungsjagden, kein Gro\u00dfaufgebot der Polizei, das das Bandenversteck st\u00fcrmte.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Selbst Kleinganoven schmuggelten keinen geklauten Schnaps mehr am Ladendetektiv vorbei. Stattdessen verlegten sie sich aufs Internet, sie bestellten Waren und bezahlten dann nicht. Commissario Gelati versuchte ein ums andere Mal, die Betr\u00fcger zu \u00fcberf\u00fchren, und es klappte fast nie. Die gute alte Detektivarbeit mit Observierung und Fingerabdr\u00fccken war nicht mehr gefragt, und was die jungen Kollegen mit ihren Computern machten, ging ihm \u00fcber den Verstand.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Seit zwei Tagen schlug er sich mit einem Kerl rum, der einen H\u00e4ndler um exakt vier Biergl\u00e4ser betrogen hatte. Angeblich hatte er die zu wenig geliefert bekommen und forderte den Rest, w\u00e4hrend der H\u00e4ndler Stein und Bein schwor, er h\u00e4tte genau die bestellte und bezahlte Anzahl geliefert. Nat\u00fcrlich war der Betr\u00fcger klug genug gewesen, die Ware nicht an seine eigene Adresse schicken zu lassen, sondern an ein Postamt. Commissario Gelati hatte die Beamtin schon befragt, die dort Dienst tat, aber die sah jeden Tag so viele Leute, dass sie jeden, der nicht gerade gelb-gr\u00fcn gestreifte Haare oder nur einen Arm hatte, sofort wieder verga\u00df.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>F\u00fcr diesen Tag war dem Commissario die Lust vergangen. Er beschloss, noch ein Bier bei seinem Stammwirt Luigi zu trinken und dann nach Hause zu gehen. Morgen w\u00fcrde er sich dann mit frischer Kraft wieder auf den Fall st\u00fcrzen.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Als ihm der Padrone das Bier hinstellte, durchzuckte ihn eine Idee. Der Betrug mit den Gl\u00e4sern war so clever aufgezogen, das war bestimmt nicht das erste Mal, dass der T\u00e4ter das machte. Dahinter musste ein ausgebuffter Profi stecken, und der beschaffte sich die Gl\u00e4ser nicht f\u00fcr den Eigenbedarf. Er brauchte also einen Abnehmer, und wer kam daf\u00fcr besser infrage als eine Kneipe?<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Er winkte den Padrone wieder heran. \u201eSag mal, Luigi, woher kriegst du eigentlich die ganzen Gl\u00e4ser? Billig sind die bestimmt nicht.\u201c \u201eDu wirst lachen\u201c, antwortete Luigi, \u201eich zahle keinen rostigen Cent daf\u00fcr.\u201c Commissario Gelati musste wohl ziemlich dumm geguckt haben, denn Luigi grinste. \u201eIch schenke hier nur Pietra Vera aus\u201c, erkl\u00e4rte er. \u201eDaf\u00fcr kriege ich von denen die Gl\u00e4ser und Tabletts und Bierdeckel. Und sogar das Schild drau\u00dfen.\u201c Commissario Gelati nickte verstehend \u2013 schade, es w\u00e4re zu sch\u00f6n gewesen, wenn er hier die Spur h\u00e4tte aufnehmen k\u00f6nnen!<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der R\u00fcckschlag d\u00e4mpfte seine Laune erheblich. \u201eImmer noch die Gl\u00e4ser?\u201c, erkundigte sich der Kollege am Empfang mitf\u00fchlend, als er am n\u00e4chsten Morgen das Pr\u00e4sidium betrat. Commissario Gelati nickte und ging eilig zur Treppe. Schwer lie\u00df er sich eine Minute sp\u00e4ter auf seinen Stuhl fallen. Was jetzt?<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Er \u00fcberlegte eine Weile, dann griff er zum Telefon. Es dauerte ein paar Minuten, dann betrat einer der jungen Kollegen sein B\u00fcro. Fausto Furioso galt als Computergenie, und tats\u00e4chlich hatte er sofort eine Idee, als Commissario Gelati sein Problem geschildert hatte. \u201eSuchen Sie den Namen doch mal im Telefonbuch!\u201c, schlug er vor.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Commissario schob ihm die Tastatur hin. \u201eMachen Sie ruhig!\u201c Staunend verfolgte er, wie die Finger des jungen Kollegen \u00fcber die Tastatur flogen. Es dauerte nicht mal eine Minute, da hatte Fausto Furioso schon die Adresse f\u00fcr ihn. \u201eGut, gut!\u201c, freute sich Commissario Gelati, \u201esobald es dunkel ist, schlagen wir zu. Ich k\u00fcmmere mich um den Beschluss. M\u00f6chten Sie dabei sein?\u201c<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der junge Kollege wollte, und Commissario Gelati teilte ihn als F\u00fchrer der Gruppe ein, die durch die Hintert\u00fcr kommen sollte. Der Commissario \u00fcberlie\u00df nichts dem Zufall, f\u00fcnf Mann an der R\u00fcckseite, sechs unter seiner F\u00fchrung vorne, die Gl\u00e4serbande sollte keine Chance haben, sich abzusetzen. Er warnte die Leute, dass mit erheblichem Widerstand zu rechnen war.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Deshalb klopfte er auch nicht an, er wollte schlie\u00dflich keinen Selbstmord begehen. Ein Mann, der sich damit auskannte, knackte in Sekundenschnelle das Schloss der Haust\u00fcr, und die Polizisten sprangen in die Diele.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Aus einer T\u00fcr direkt gegen\u00fcber kam ihnen ein junger Mann entgegen. \u201eHe!\u201c, rief er. \u201eWas&#8230;\u201c<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Polizisten lie\u00dfen ihm keine Zeit, eine Waffe zu ziehen oder sich im Nebenraum zu verschanzen. Einer der M\u00e4nner, die der Commissario mitgebracht hatte, sprang vor, packte den Verbrecher und rang ihn zu Boden. Ein zweiter kam dazu, fixierte den Gangster mit Plastikfesseln und nahm ihm alles ab, was er in der Tasche hatte.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Commissario Gelati vergewisserte sich, dass in der Diele keine Gefahr mehr drohte. Dann ging er weiter in den Raum, aus dem der Gangster gekommen war. Auch dort war ein kurzer, erschrockener Aufruf zu h\u00f6ren gewesen, dann Kampfger\u00e4usche und schlie\u00dflich Fausto Furiosos Ruf: \u201eGesichert!\u201c<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Er erfasste die Lage mit einem Blick. Der Raum war die K\u00fcche, und die Truppe, die durch die T\u00fcr zum Hof gekommen war, hatte eine Gangsterbraut \u00fcberrascht. Auch sie war zu Boden gebracht und gefesselt worden, offenbar keine Sekunde zu fr\u00fch, denn nicht weit von ihr entfernt lag ein gro\u00dfes K\u00fcchenmesser. \u201eJemand verletzt?\u201c, erkundigte Commissario Gelati sich bei Fausto Furioso. Der sch\u00fcttelte den Kopf. \u201eKeine Verletzten, alles glattgegangen.\u201c<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Commissario nickte zufrieden. \u201eDurchsucht das Haus!\u201c, wies er die M\u00e4nner an. \u201ePasst auf dabei, nicht, dass sich noch einer von denen verschanzt hat!\u201c \u201eGeht klar!\u201c, antwortete einer der M\u00e4nner. Mit wenigen Gesten teilte er die Leute ein.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Commissario Gelati begann, sich in der K\u00fcche umzusehen. Sein Blick fiel auf ein Paket, das halb verdeckt unter der Eckbank lag. Wahrscheinlich hatte es auf dem kleinen Tisch gelegen und war heruntergesto\u00dfen worden, als die Gangsterbraut \u00fcberw\u00e4ltigt worden war. Es war etwas deformiert, irgendwer schien draufgetreten zu sein, und das Packpapier war eingerissen, aber der Absender war noch zu lesen. Carlo Colone, war das nicht der H\u00e4ndler, den die Gangster betrogen hatten? Ja, genau, das war er, und der Commissario war stolz, dass er ihm die Beute bald wieder w\u00fcrde \u00fcberreichen k\u00f6nnen.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Als er das Paket einsteckte, h\u00f6rte er ein leises Klirren. Na ja, so schlimm w\u00fcrde es schon nicht sein, das konnte man bestimmt wieder kleben. Und musste nicht jeder, dem so etwas passierte, dankbar sein, dass Leute wie er, Commissario Giovanni Gelati, mit all ihrem K\u00f6nnen und all ihrer Erfahrung die Verbrecher zur Strecke und das gestohlene Gut zur\u00fcckbrachten? Eben!<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Diese Geschichte entstand aus einer Bl\u00f6delei in einem B\u00fccherforum. Eigentlich hatte ich nur nach einem m\u00f6glichst abstrusen Buchtitel gesucht, aber der hat sich dann verselbst\u00e4ndigt. Mittlerweile gibt es bei den Wettbewerbsbeitr\u00e4gen eine kurze Fortsetzung dazu, die als Beitrag zum Schreibwettbewerb der B\u00fcchereule entstand: Commissario Giovanni Gelati und der vergeigte Cello-Diebstahl. 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