{"id":1140,"date":"2024-03-26T18:07:02","date_gmt":"2024-03-26T17:07:02","guid":{"rendered":"https:\/\/renebote.de\/?page_id=1140"},"modified":"2024-03-26T18:07:02","modified_gmt":"2024-03-26T17:07:02","slug":"nur-mit-karte","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/renebote.de\/?page_id=1140","title":{"rendered":"Nur mit Karte!"},"content":{"rendered":"\n<dialog id=\"imgFull\" class=\"coverFullsizeDialog\" style=\"display: none;\" onclick=\"hideFullsizeCoverDialog();\" >\n\t<img decoding=\"async\" id=\"coverFullsize\" src=\"\" alt=\"Cover des Buchs Nur mit Karte\" \/>\n<\/dialog>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:40%\">\n<img decoding=\"async\" id=\"coverPreview\" class=\"coverPreviewBook\" src=\"https:\/\/renebote.de\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Cover-Nur-mit-Karte.webp\" onclick=\"showFullsizeCoverDialog();\" alt=\"Cover des Buchs Nur mit Karte\" \/>\n<div class=\"bookPageGeneralInfoContainer\">\n    <div class=\"bookPageEditionsContainer\">\n\t\t\t\t<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/renebote.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Ebook.webp\" style=\"width: 100%;\" title=\"Erh\u00e4ltlich als E-Book\" \/>\n\t\t<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/renebote.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Buch.webp\" style=\"width: 100%;\" title=\"Erh\u00e4ltlich als Taschenbuch\" \/>\n    <\/div>\n    <div class=\"bookPageInfoRowsContainer\">\n\t\t<div class=\"bookPageInfoRow\">\n            <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/renebote.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Erscheinungstermin.webp\" class=\"bookPageInfoIcon\" title=\"Erscheinungsdatum\" \/>22. M\u00e4rz 2024\n        <\/div>\n\t\t<div class=\"bookPageInfoRow\">\n            <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/renebote.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Seiten.webp\" class=\"bookPageInfoIcon\" title=\"Seiten\" \/>88\n        <\/div>\n\t\t<div class=\"bookPageInfoRow\">\n            <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/renebote.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/ISBN.webp\" class=\"bookPageInfoIcon\" title=\"ISBN\" \/>978-3758373961\n        <\/div>\n\t\t<div class=\"bookPageInfoRow\">\n            <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/renebote.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Verlag.webp\" class=\"bookPageInfoIcon\" title=\"Ver\u00f6ffentlicht bei\" \/>Books on Demand\n        <\/div>\n    <\/div>\n<\/div>\n<div class=\"justifyText marginTop\">\n\t<p>Eine Kreuz&shy;fahrt war nicht das, was Alex sich f\u00fcr die Sommer&shy;ferien ge&shy;w\u00fcnscht hat. Nur Marie, die auch nicht ganz aus freien St\u00fccken an Bord ist, rettet vorerst seine Laune. Doch dann wird Alex pl\u00f6tz&shy;lich verd\u00e4ch&shy;tigt, Geld gestoh&shy;len zu haben,  und nur Marie h\u00e4lt zu ihm. Zusam&shy;men mit ihr ver&shy;sucht er, Beweise f\u00fcr seine Un&shy;schuld zu sammeln, aber das ist gef\u00e4hr&shy;licher, als er sich vor&shy;stellen konnte.<\/p>\n\n<\/div>\n<div class=\"fullWidthRow marginTop\">\n\t<b>E-Book \u20ac3,99<\/b>\n<\/div>\n<div class=\"fullWidthRow noBlockStartMargin\">\n\t<div style=\"width: 30%\";>\n\t\t<a href=\"https:\/\/books.apple.com\/de\/book\/nur-mit-karte\/id6479996460\">\n\t\t\t<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/renebote.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Shop-Icon-iBooks.webp\" style=\"width: 100%; cursor: pointer;\" title=\"Link zum iBooks-Shop (Apple)\"\/>\n\t\t<\/a>\n\t<\/div>\t<div style=\"width: 30%\";>\n\t\t<a href=\"https:\/\/www.ebook.de\/de\/product\/47855794\/ren_bote_nur_mit_karte.html\">\n\t\t\t<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/renebote.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Shop-Icon-Ebook_de.webp\" style=\"width: 100%; cursor: pointer;\" title=\"Link zum Shop von ebook.de\"\/>\n\t\t<\/a>\n\t<\/div>\t<div style=\"width: 30%\";>\n\t\t<a href=\"https:\/\/buchshop.bod.de\/nur-mit-karte-rene-bote-9783759724687\">\n\t\t\t<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/renebote.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Shop-Icon-BoD.webp\" style=\"width: 100%; cursor: pointer;\" title=\"Link zum Shop von BoD\"\/>\n\t\t<\/a>\n\t<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"fullWidthRow marginTop\">\n\t<b>Taschenbuch \u20ac6,90<\/b>\n<\/div>\n<div class=\"fullWidthRow noBlockStartMargin\">\n    <div style=\"width: 30%\";>\n\t\t<a href=\"https:\/\/www.ebook.de\/de\/product\/47844577\/rene_bote_nur_mit_karte.html\">\n            <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/renebote.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Shop-Icon-Ebook_de.webp\" style=\"width: 100%; cursor: pointer;\" title=\"Link zum Shop von ebook.de\"\/>\n        <\/a>\n    <\/div>    <div style=\"width: 30%\";>\n        <a href=\"https:\/\/buchshop.bod.de\/nur-mit-karte-rene-bote-9783758373961\">\n\t\t\t<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/renebote.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Shop-Icon-BoD.webp\" style=\"width: 100%; cursor: pointer;\" title=\"Link zum Shop von BoD\"\/>\n        <\/a>\n    <\/div>\n<\/div>\n<div class=\"justifyText\"><p><b>Autorenplauderei: Kreuz&shy;fahrten<\/b><\/p><p>Die Idee zu dieser Ge&shy;schichte ist so alt, dass die vor der Umset&shy;zung die Voll&shy;j\u00e4hrig&shy;keit er&shy;reicht hat. Ich habe ein biss&shy;chen \u00fcber&shy;legt, ob ich sie \u00fcber&shy;haupt noch umset&shy;zen soll, denn in den 18 Jahren, die seitdem ver&shy;gangen sind, hat sich bei vielen Men&shy;schen die Einstel&shy;lung zu Kreuz&shy;fahrten stark gewan&shy;delt. Auf der anderen Seite sind Kreuz&shy;fahrten aber nach wie vor stark gefragt, und f\u00fcr mich sieht es auch nicht so aus, als w\u00fcrde der Markt so schnell ein&shy;brechen wollen. Damit ist die Ge&shy;schichte nicht v\u00f6llig aus der Welt gefal&shy;len, ein Hinweis an die Auswir&shy;kungen des schwim&shy;menden Hand&shy;lungs&shy;ortes geh\u00f6rte f\u00fcr mich aber unbe&shy;dingt hinein.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<div class=\"justifyText\">\n<p style=\"margin-top: -5px;\">Hoch ragte die <i>Princess <\/i><i>of<\/i><i> Northern Sun<\/i> \u00fcber dem Kai des Kieler Hafens auf. Ob er das beeindruckend finden sollte, wusste Alex noch nicht so genau \u2013 okay, irgendwie schon, wenn man sie zum ersten Mal sah, aber er wusste, dass das Schiff unter den Kreuzfahrtdampfern eher ein Fliegengewicht war. Gerade mal knapp unter 1000 Passagieren hatten darauf Platz, die meisten Kreuzfahrtschiffe fassten das F\u00fcnf-, die ganz gro\u00dfen sogar das Zehnfache. Immer mit der entsprechenden vielk\u00f6pfigen Besatzung nat\u00fcrlich, in der so ziemlich das gesamte Branchenverzeichnis vertreten war.<\/p>\n<p>Doch auch wenn auf der <i>Princess <\/i><i>of<\/i><i> Northern Sun<\/i> gezwungenerma\u00dfen vieles eine Nummer kleiner war, was Kreuzfahrtg\u00e4ste erwarteten, war da. Es gab Decks zum Flanieren, Restaurants, ein Schwimmbad, Fit- und Wellness-Bereich, Unterhaltungsangebote einschlie\u00dflich Kino, spezielles Kinderprogramm und Abendveranstaltungen f\u00fcr die Erwachsenen.<\/p>\n<p>Obwohl seine Eltern ein Paket gebucht hatten, mit dem er fast alles davon benutzen durfte, so viel er wollte, hielt sich Alex\u2018 Begeisterung arg in Grenzen. Auf der einen Seite waren Kreuzfahrturlaube schon aus Gr\u00fcnden des Klimaschutzes nicht das Nonplusultra, vorsichtig ausgedr\u00fcckt. Auf der anderen Seite hatte Alex auch ganz pers\u00f6nlich keinen Bock darauf. Das Unterhaltungsprogramm war bestimmt lahm, davon war er \u00fcberzeugt, und wahrscheinlich w\u00fcrden seine Eltern und er so ziemlich die Einzigen sein, die noch nicht im Rentenalter waren. Nichts gegen \u00e4ltere Leute, aber acht Tage lang zwischen Hunderten davon eingekeilt zu sein, brauchte er dann doch nicht.<\/p>\n<p>W\u00e4re es nach ihm gegangen, w\u00e4re er zu Hause geblieben. Er w\u00e4re nicht allein gewesen, seine \u00e4ltere Schwester Nina hatte sich erfolgreich geweigert, die Kreuzfahrt mitzumachen. Sie war allerdings auch schon 17 und konnte ein paar Tage f\u00fcr sich selbst sorgen; Alex war zw\u00f6lf. Dass sie ihm in den R\u00fccken gefallen w\u00e4re, als er mit seinen Eltern diskutiert hatte, was denn schon gro\u00df passieren sollte, wenn er mit ihr zu Hause blieb, konnte man ihr nicht vorwerfen. Beigesprungen war sie ihm aber auch nicht, und dass sie keinen Bock hatte, die Verantwortung zu \u00fcbernehmen, \u00fcberraschte Alex jetzt auch nicht so sehr. Welche gro\u00dfe Schwester h\u00e4tte das schon?<\/p>\n<p>Der Zug war also abgefahren, Alex musste sich mit der achtt\u00e4gigen Reise anfreunden. Hoffentlich gab das Bordprogramm wenigstens irgendwas Brauchbares her! Ansonsten blieben nur die Landausfl\u00fcge, die <i>Princess <\/i><i>of<\/i><i> Northern Sun<\/i> w\u00fcrde in der d\u00e4nischen Hauptstadt Kopenhagen und in drei norwegischen H\u00e4fen anlegen.<\/p>\n<p>Das Einchecken auf dem Schiff war schon eine Wissenschaft f\u00fcr sich. Obwohl Alex\u2018 Eltern die n\u00f6tigen Angaben vorab online gemacht hatten, ging die Angestellte der Reederei noch einmal alle Daten durch und fragte nach, ob alles so stimmte. Alex und seine Eltern mussten ihre Ausweise vorzeigen, Alex\u2018 Eltern au\u00dferdem die Kreditkarte, \u00fcber die alles abgerechnet werden w\u00fcrde, was an Bord extra kostete. Zuletzt wurden noch Passfotos gemacht, und danach mussten Alex und seine Eltern noch einmal ein paar Minuten warten, bis sie endlich ihre Bordkarten bekamen. Die Karte war auf dem Schiff Personalausweis, Kreditkarte und Kabinenschl\u00fcssel zugleich, sie zu verlieren war also nicht ratsam. Nun konnten Alex und seine Eltern aufs Schiff und bekamen von einem Steward ihre Kabinen gezeigt.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p>\n<p>Alex ahnte nicht, dass er nur ein paar T\u00fcren weiter eine Leidensgenossin hatte. Marie war so alt wie er und im Grunde aus demselben Grund am Bord wie er: weil die Eltern nicht erlaubten, dass sie allein zu Hause blieb. Allerdings w\u00e4re sie auch wirklich allein gewesen, sie war Einzelkind.<\/p>\n<p>Sie reiste mit ihrer Tante, der \u00e4ltesten Cousine ihrer Mutter. Tante Sonja war auch ihre Patentante, und sie hatten ein gutes Verh\u00e4ltnis. An ihr lag es nicht, dass Marie wenig Lust auf die Kreuzfahrt versp\u00fcrte. Vielmehr stellte Marie sich das Bordleben \u00e4hnlich langweilig vor wie Alex, von dessen Einzug ein St\u00fcck den Gang hinunter sie noch nichts wusste.<\/p>\n<p>Maries Eltern waren von Freunden eingeladen worden, Freunden, mit denen sie sich schon lange einmal wieder hatten treffen wollen. Ob es viel besser gewesen w\u00e4re, mit ihnen zu fahren, wagte Marie zu bezweifeln, auf dem Dorf, wo die Freunde wohnten, war wohl auch nichts los. Aber wenigstens h\u00e4tte sie dort wandern gehen k\u00f6nnen, nicht nur vom Bug bis zum Heck eines Schiffes. Doch die Frage hatte sich nicht gestellt, denn f\u00fcr einen dritten Gast war das Haus nicht gro\u00df genug. Tante Sonja, die seit zwanzig Jahren jedes Jahr eine Kreuzfahrt machte, hatte das mitbekommen und vorgeschlagen, dass Marie doch mit ihr kommen k\u00f6nnte. Da Marie nicht allein zu Hause bleiben durfte und sonst auch keine Alternative anzubieten gewusst hatte, die ihre Eltern \u00fcberzeugt h\u00e4tte, war sie nun hier.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p>\n<p>Das Ablegen der <i>Princess <\/i><i>of<\/i><i> Northern Sun<\/i> verfolgte Alex vom obersten Deck aus. Seine Eltern meinten, das geh\u00f6rte sich einfach so, und ihm war keine Ausrede eingefallen. Wenn er gesagt h\u00e4tte, dass er lieber in der Kabine bleiben wollte, w\u00e4ren sie entt\u00e4uscht gewesen, und st\u00e4ndig seine Unlust raush\u00e4ngen zu lassen, w\u00fcrde ihm nicht helfen. Im Gegenteil, wenn er damit seinen Eltern die Stimmung vermieste, w\u00fcrde es nur \u00c4rger geben, und vielleicht w\u00fcrde er sich damit selbst die eine oder andere Freiheit verbauen. Lieber erst mal mit den W\u00f6lfen heulen und schauen, was ging.<\/p>\n<p>Das Deck war gesteckt voll, und alle wollten an die Reling, die das Deck zum Bug hin begrenzte. Das konnte nat\u00fcrlich nicht klappen, daf\u00fcr h\u00e4tte das Schiff 500 Meter breit sein m\u00fcssen. Auch Alex und seine Eltern fanden keinen Platz mehr dort, immerhin aber einen an der Reling auf der Backbordseite; das war die linke Seite des Schiffs, rechts hie\u00df in der Seemannssprache steuerbords.<\/p>\n<p>Das Schiff zitterte leicht, als die Maschinen zu arbeiten begannen, zun\u00e4chst noch mit geringer Kraft. Behutsam l\u00f6ste der Rumpf sich vom Kai und drehte den Bug in die Fahrrinne.<\/p>\n<p>Alex sah nicht viel davon, eigentlich nur, dass der Streifen Wasser zwischen dem st\u00e4hlernen Schiffsk\u00f6rper und der gemauerten Wand des Hafenbeckens immer breiter wurde. Er fand das auch nicht so wahnsinnig spannend; als er im dritten Schuljahr mit der Klasse auf dem Ausflugsschiff auf dem Stausee gewesen war, da war es noch spannender gewesen, aber aus dem Alter war er raus. Vielleicht wollte er es auch nicht spannend finden, weil er fest davon ausging, in den n\u00e4chsten Tagen vor Langeweile zu sterben.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend seine Eltern versuchten, trotz des Gedr\u00e4nges ein paar brauchbare Fotos hinzubekommen, schaute Alex sich unauff\u00e4llig die Mitreisenden an. Was er sah, war kein Freudenfest, auch wenn seine Bef\u00fcrchtung, nur er und seine Eltern w\u00fcrden den Altersschnitt nach unten ziehen, sich nicht bewahrheitete. Eine Reihe Leute waren zwar tats\u00e4chlich schon \u00e4lter, ein paar sch\u00e4tzte Alex sogar auch gut \u00fcber 80, aber es gab auch eine ganze Reihe von Familien mit Kindern. Allerdings war keines der Kinder in seinem Alter, alle waren deutlich j\u00fcnger, neun, wenn es hochkam, die j\u00fcngsten vielleicht noch nicht mal im Kindergarten. Noch jemanden in seinem Alter sah Alex nicht, auch keine Jugendlichen oder jungen Erwachsenen. Toll, er steckte also genau in der L\u00fccke!<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p>\n<p>Marie konnte auf die Erfahrung ihrer Patentante zur\u00fcckgreifen. Die wusste, dass das oberste Deck w\u00e4hrend der Abfahrt einem Ameisenhaufen glich, allerdings einem, der nicht nur scheinbar v\u00f6llig unorganisiert war. Daher verfolgte sie die Abfahrt von einem der tieferen Decks, zusammen mit ihrer Tante. Der Ausblick war nicht schlechter, sie war immer noch hoch \u00fcber der Wasserlinie, und einen Rundumblick gab es oben auch nicht; das verhinderten diverse Deckaufbauten.<\/p>\n<p>Es gab noch ein paar andere, die sich die Abfahrt von hier besahen. Marie vermutete, dass das alles Leute waren, die schon die eine oder andere Kreuzfahrt erlebt und keine Lust hatten, sich durch das Geschiebe auf dem obersten Deck zu zw\u00e4ngen. Der Anblick hatte etwas Beruhigendes, denn Marie sah, dass mitnichten nur Rentner und Rentnerinnen an Bord waren, und die Leute trugen \u00fcberwiegend ganz normale Kleidung. Tante Sonja hatte ihr zwar versichert, dass sie nicht die einzige Jugendliche unter lauter alten Leuten sein w\u00fcrde, und dass es an Bord l\u00e4ngst nicht mehr so steif zuging wie fr\u00fcher, aber so ganz geglaubt hatte sie das irgendwie trotz allem nicht. Zumindest w\u00fcrde sie nicht auffallen, wohin sie auch kam, das war schon mal gut.<\/p>\n<p>\u201eWillst du dich ein bisschen umsehen?\u201c, schlug ihre Tante vor, w\u00e4hrend Kiel langsam hinter ihnen zur\u00fcckblieb. Sie selbst hatte keinen Grund, die <i>Princess <\/i><i>of<\/i><i> Northern Sun<\/i> zu erkunden, es war bereits ihre zweite Reise auf dem Schiff, die Reiseroute war indessen eine andere als beim ersten Mal. F\u00fcr Marie dagegen war das alles neu, sie war noch nie auf einem solchen Schiff gewesen. Da ging es ihr wie Alex, der zwei Decks \u00fcber ihr deutlich weniger Ausblick hatte: Ausflugsboote waren bislang das Einzige in diese Richtung, was sie kannte, in ihrem Fall zwei, die auf dem Rhein bei K\u00f6ln verkehrten, und eins auf einem Stausee im Sauerland.<\/p>\n<p>Da das Schiff in den n\u00e4chsten acht Tagen ihr Zuhause sein w\u00fcrde, konnte es nicht schaden, sich zumindest ansatzweise mit ihm vertraut zu machen. Au\u00dferdem war sie schon neugierig, auch wenn sie nicht glaubte, dass sie sich irgendwann so f\u00fcr Kreuzfahrten begeistern w\u00fcrde wie ihre Tante.<\/p>\n<p>Es gab eine App der Reederei, zu deren Funktionen auch eine Schiffsf\u00fchrung geh\u00f6rte. Doch Marie traute sich nicht, sie zu benutzen, weil sie noch nicht durchschaut hatte, wie das mit der Internetnutzung an Bord war. Die Verbindung zum Mobilfunknetz an Land w\u00fcrde bald verloren gehen, das war ihr klar, und die Tarife f\u00fcr das schiffseigene W-LAN waren gesalzen. Es gab verschiedene Abstufungen, hatte sie gelesen, Pakete nur f\u00fcr E-Mail und WhatsApp, und wohl auch ein Komplettpaket. Das kostete allerdings am Tag fast so viel, wie sie im Monat an Taschengeld bekam, und sie wollte Tante Sonja nicht darum bitten, ihr das zu bezahlen. Also w\u00fcrde sie nur w\u00e4hrend der Landg\u00e4nge ins Internet gehen, in D\u00e4nemark und Norwegen konnte sie ihr \u00fcbliches Datenpaket nutzen, da hatte sie extra bei ihrem Anbieter nachgefragt. Ihren Freundinnen hatte sie Bescheid gesagt, dass sie genau deshalb eventuell nicht direkt auf Nachrichten reagieren, sich aber auf jeden Fall zwischendurch melden w\u00fcrde. F\u00fcr ihren ersten Rundgang auf dem Schiff musste eine Skizze im PDF-Format reichen, die sie sich zu Hause schon aufs Handy geladen hatte.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>22. M\u00e4rz 2024 88 978-3758373961 Books on Demand Eine Kreuz&shy;fahrt war nicht das, was Alex sich f\u00fcr die Sommer&shy;ferien ge&shy;w\u00fcnscht hat. Nur Marie, die auch nicht ganz aus freien St\u00fccken an Bord ist, rettet vorerst seine Laune. Doch dann wird Alex pl\u00f6tz&shy;lich verd\u00e4ch&shy;tigt, Geld gestoh&shy;len zu haben, und nur Marie h\u00e4lt zu ihm. 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