{"id":2018,"date":"2025-08-30T12:50:51","date_gmt":"2025-08-30T11:50:51","guid":{"rendered":"https:\/\/renebote.de\/?page_id=2018"},"modified":"2025-08-30T12:50:51","modified_gmt":"2025-08-30T11:50:51","slug":"ausgerutscht","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/renebote.de\/?page_id=2018","title":{"rendered":"Ausgerutscht"},"content":{"rendered":"\n<dialog id=\"imgFull\" class=\"coverFullsizeDialog\" style=\"display: none;\" onclick=\"hideFullsizeCoverDialog();\" >\n<img decoding=\"async\" id=\"coverFullsize\" src=\"\" alt=\"Cover der Kurzgeschichte Ausgerutscht\" \/>\n<\/dialog>\n<div class=\"justifyText\">\n<img decoding=\"async\" id=\"coverPreview\" class=\"coverPreview\" src=\"https:\/\/renebote.de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Cover-Ausgerutscht.webp\" onclick=\"showFullsizeCoverDialog();\" alt=\"Cover der Kurzgeschichte Ausgerutscht\" \/>\n<p>\u201eAlles drin?\u201c, erkundigte Felicitas sich bei ihrer gleichaltrigen Cousine und besten Freundin. Anette nickte. \u201eAlles drin\u201c, best\u00e4tigte sie. Felicitas dr\u00fcckte die Blecht\u00fcr des Schlie\u00dffachs zu, drehte den Schl\u00fcssel um und zog ihn ab. Mit dem Schl\u00fcssel in der Hand ging sie in die Hocke, um ihn mit dem B\u00e4ndchen am Kn\u00f6chel zu befestigen. Die meisten trugen ihn am Handgelenk, aber Felicitas bevorzugte das Bein, weil sie dann beide H\u00e4nde hatte, um den Schl\u00fcssel zu halten und das freie Ende des Armbands in die Schnalle zu friemeln. An diesem Tag hatte sie ein widerspenstiges Exemplar erwischt, die Schnalle war leicht verbogen. Anette musste sich einen Moment gedulden, bis ihre Cousine endlich so weit war.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die M\u00e4dchen duschten und suchten dann einen Platz auf der Liegewiese f\u00fcr ihre Handt\u00fccher. Es war noch nicht so sp\u00e4t am Tag, das Freibad aber trotzdem schon ziemlich voll. Der Tag versprach knallhei\u00df zu werden, wie schon die ganze Woche, und jeder, der konnte, suchte nach Abk\u00fchlung.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Anette und Felicitas hatten Gl\u00fcck, sie fanden ein Eckchen, wo ihnen auch sp\u00e4ter nicht st\u00e4ndig jemand \u00fcber die Handt\u00fccher laufen w\u00fcrde. \u201eEinmal quer durch und dann gleich zur Rutsche?\u201c, schlug Anette vor.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Rutsche befand sich auf der anderen Seite des Nichtschwimmerbeckens, der k\u00fcrzeste Weg f\u00fchrte durchs Wasser. Felicitas war einverstanden und folgte ihrer Cousine \u00fcber die leicht abfallende Liegewiese zum Becken. Nebeneinander wateten sie die flachen Stufen hinunter, k\u00fchlten sich dabei ab und st\u00fcrzten sich schlie\u00dflich kopf\u00fcber ins Wasser. \u201eTut das gut!\u201c, rief Anette. \u201eEcht!\u201c, pflichtete Felicitas ihr bei. \u201eIch will gar nicht mehr raus!\u201c<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Dem stand allerdings entgegen, dass Anette und sie zur Rutsche wollten. Sie erreichten die andere Seite des Beckens, wo es keine Stufen gab, nur eine Leiter an jedem Ende, und stemmten sich am Rand hoch. Eine Tropfspur hinter sich herziehend, liefen sie \u00fcber die hei\u00dfen Steinfliesen zum Rutschenturm.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Auf halber H\u00f6he der Wendeltreppe, die zum Einstieg der Wasserrutsche f\u00fchrte, trafen sie auf das Ende der Warteschlange. Zum Gl\u00fcck ging es einigerma\u00dfen z\u00fcgig voran, auch wenn oben eine Ampel daf\u00fcr sorgte, dass die Kinder und Jugendlichen genug Abstand hielten. Zumindest in der Theorie, denn wenn das Aufsichtspersonal nicht hinschaute, hielt sich h\u00f6chstens die H\u00e4lfte daran. Auch die Regel, dass nicht zu mehreren als Kette gerutscht werden durfte, wurde immer wieder missachtet.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich erreichten Anette und Felicitas die Plattform. Vor sich hatten sie noch einen Jungen, der 14 oder 15 Jahre alt sein mochte, und ein M\u00e4dchen von sieben oder acht Jahren. Hinter ihnen wartete ein M\u00e4dchen, das nur unwesentlich j\u00fcnger zu sein schien als der Junge ganz vorne, es hatte Anette und Felicitas auf der Treppe vorgelassen, weil es auf eine Freundin gewartet hatte.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Ampel sprang auf Gr\u00fcn und der Junge in die R\u00f6hre. Zwei Sekunden, dann hatte er die erste Kurve erreicht und war au\u00dfer Sicht. Die R\u00f6hre war aus hellem Kunststoff und lie\u00df Licht durch, aber Schemen der Rutschenden konnte man nur sehen, wenn die Sonne genau dahinter stand.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>In Gedanken z\u00e4hlte Felicitas die Sekunden mit, obwohl sie wusste, dass der Abstand an der Rutsche auf 10 Sekunden eingestellt war. Die Ampel wurde wieder gr\u00fcn, das M\u00e4dchen vor Felicitas setzte sich in die R\u00f6hre und rutschte los. Felicitas trat einen Schritt vor, damit hinten die n\u00e4chsten auf die Plattform kommen konnten, und wartete, bis die Reihe an ihr war.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Sie h\u00f6rte ein leichtes Poltern und einen kurzen Ruf, ma\u00df dem aber keine Bedeutung bei. Das kam schon mal vor, wahrscheinlich hatte das M\u00e4dchen vor ihr zu viel mit den Armen geschlenkert und gegen die Wand der R\u00f6hre geschlagen. Die Ampel sprang wieder auf Gr\u00fcn, und Felicitas machte sich auf die Reise.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Sie rutschte nicht wild, bekam aber doch ganz h\u00fcbsch Tempo, weil sie sich im Liegen streckte und die Auflagefl\u00e4che ihres K\u00f6rpers auf dem Boden der Rutsche m\u00f6glichst klein machte.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Als sie vor sich in der Rutsche L\u00e4rm h\u00f6rte, war es schon zu sp\u00e4t. Schon hatte sie die n\u00e4chste Kurve erreicht, und danach hatte sie gerade noch genug Zeit, um zu erfassen, dass der Junge, der als Vorletzter vor ihr gerutscht war, sich quer hingesetzt hatte. Er blockierte die R\u00f6hre in voller Ausdehnung und dachte gar nicht daran, Platz zu machen. Das j\u00fcngere M\u00e4dchen musste voll gegen ihn geprallt sein, das hatte vermutlich wehgetan, allerdings nur der Kleinen, sch\u00e4tzte Felicitas. Das M\u00e4dchen versuchte panisch, irgendwie an dem Jungen vorbei oder \u00fcber ihn hinwegzukommen, aber der war viel st\u00e4rker und schubste es mit einem Arm einfach zur\u00fcck.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Felicitas selbst hatte auch keine Chance mehr, rechtzeitig zu bremsen, sie schaffte es nur so eben noch, wenigstens so weit zur Seite zu rutschen, dass sie nicht in das M\u00e4dchen vor ihr knallte. Der Schwung trug sie halb \u00fcber den Jungen hinweg, ihr linkes Bein streifte hart seinen Oberschenkel. Das tat weh, weil die leicht verbogene Schnalle des Schl\u00fcsselbands in die Haut gedr\u00fcckt wurde; auch der Junge gab einen scharfen Laut von sich.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Eine halbe Sekunde brauchte Felicitas, um sich wieder einigerma\u00dfen zu sortieren. \u201eNette, Vorsicht!\u201c, rief sie nach oben, in der Hoffnung, dass ihre Cousine es h\u00f6rte und wartete, bis die Bahn wieder frei war. \u201eMach Platz!\u201c, herrschte sie dann den Jungen an. \u201eOder sollen noch mehr Leute hier reinknallen?\u201c<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u201eIst doch gem\u00fctlich hier\u201c, gab der Junge grinsend zur\u00fcck, ohne auch nur einen Millimeter Platz zu machen. \u201eSogar Schatten haben wir.\u201c \u201eEinen Schatten hast du wirklich\u201c, versetzte Felicitas. Gleichzeitig machte sie sich aus dem Kn\u00e4uel frei, das aus ihr, dem Jungen und dem kleinen M\u00e4dchen bestand. Mit einem Arm umschlang sie den Oberk\u00f6rper des M\u00e4dchens, um es festzuhalten, dann trat sie mit aller Kraft, die sie aufbringen konnte, gegen die F\u00fc\u00dfe, die der Junge gegen die Wand der R\u00f6hre stemmte. Dadurch, dass sie selbst auf dem nassen Boden der R\u00f6hre rutschte, traf sie den Jungen weniger kr\u00e4ftig als erhofft, aber es reichte. Zwischen den glatten W\u00e4nden hatte der Junge sich nur mit K\u00f6rperspannung verkeilen k\u00f6nnen, durch Felicitas\u2018 Tritt rutschte er ab und fand keinen neuen Halt. Der Weg f\u00fcr Felicitas war frei, das j\u00fcngere M\u00e4dchen immer noch sch\u00fctzend festhaltend, stie\u00df sie sich mit der freien Hand ab.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Allerdings rutschte auch der Junge unfreiwillig weiter, und der Abstand war nicht der Rede wert. Ob er \u00fcberlegte, sich noch mal querzulegen, wusste Felicitas nicht, am Ende entschied er sich auf jeden Fall daf\u00fcr, sie zu jagen. Weil sie mit ihrem Sch\u00fctzling gehandicapt war, konnte sie nicht viel Tempo machen, und der Junge rutschte ihr mehrfach in den R\u00fccken.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Sie war froh, als sie das Ende der Rutsche erreichte, aber vorbei war der Kampf damit noch nicht. Mit dem kleinen M\u00e4dchen im Arm hatte sie keine Chance, schnell aus dem M\u00fcndungsbereich der Rutsche wegzukommen, der Junge knallte mit seinem ganzen Gewicht auf sie und dr\u00fcckte sie unter Wasser. So dicht, wie er hinter ihr war, h\u00e4tte er das nicht mehr verhindern k\u00f6nnte, selbst wenn er gewollt h\u00e4tte, aber nat\u00fcrlich wollte er es auch gar nicht verhindern.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Felicitas tauchte zur Seite weg, hatte aber Schwierigkeiten, weil sie nur eine Hand freihatte. Noch dazu bekam das j\u00fcngere M\u00e4dchen jetzt wirklich Panik, weil es nicht nach oben kam, und begann zu zappeln. Aber loslassen konnte Felicitas nicht, das M\u00e4dchen w\u00fcrde sich allein nicht nach oben k\u00e4mpfen k\u00f6nnen, solange der Junge, der sie beide untergetaucht hatte, nicht endlich Platz machte.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Endlich kam sie frei, tauchte auf und schnappte nach Luft. Neben ihr hustete das M\u00e4dchen, das vor ihr gerutscht war, offenbar hatte es bei dem unfreiwilligen Tauchgang Wasser geschluckt. Es zitterte immer noch, der Schreck \u00fcber das Erlebte sa\u00df tief, aber wenigstens war es nicht so lange untergetaucht gewesen, dass der Sauerstoffmangel wirklich bedrohlich geworden war.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u201eBist du okay?\u201c, vergewisserte Felicitas sich, immer noch etwas au\u00dfer Atem. Das M\u00e4dchen nickte tapfer, aber Felicitas sah, dass die Kleine sich das Handgelenk hielt. Entweder hatte es sich wehgetan, als es auf den Jungen geprallt war, oder es war gerade auf den Boden des Beckens gekommen. Felicitas entging auch nicht, dass sich unter das Wasser auf dem Gesicht des M\u00e4dchens Tr\u00e4nen mischten. \u201eTut dir die Hand weh?\u201c, fragte sie.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Nur nebenbei nahm sie wahr, dass der Junge, der an allem schuld war, aus dem Becken kletterte, ohne sich um den Schaden zu k\u00fcmmern, den er angerichtet hatte, achtete aber nicht darauf. Fertig war sie noch nicht mit ihm, aber das M\u00e4dchen war jetzt wichtiger.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>W\u00e4hrend sie vorsichtig nach der Hand des M\u00e4dchens griff, um zu schauen, ob sie verletzt war, stie\u00df Anette zu ihr. Sie hatte Felicitas rufen h\u00f6ren, aber wegen der Verf\u00e4lschung durch die Rutschenr\u00f6hre kein Wort verstanden. Sie war langsam gerutscht und hatte so nichts mehr von dem mitbekommen, was ihrer Cousine widerfahren war. Aber sie kannte Felicitas seit Babytagen und sah an ihrem Gesicht, dass etwas nicht in Ordnung war.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u201eWas ist los?\u201c, fragte sie besorgt, als sie Felicitas und das j\u00fcngere M\u00e4dchen erreicht hatte. \u201eAlles okay bei dir?\u201c \u201eJa, ich bin okay\u201c, versicherte Felicitas. \u201eAber der Typ, der vor ihr dran war, hat die Rutsche blockiert. Sie ist in ihn rein, und ich dann fast noch in sie. Als wir an ihm vorbei sind, ist er mir st\u00e4ndig in den R\u00fccken gerutscht, und zum Schluss hat er uns auch noch untergetaucht. Aber geht schon wieder. Mir ist nichts passiert, aber ihr tut die Hand weh.\u201c<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u201eUntergetaucht?\u201c, mischte sich eine Stimme ein \u2013 das M\u00e4dchen, das sie auf der Treppe vorgelassen hatte und mit dem vorgeschriebenen Abstand hinter Anette gerutscht war. \u201eWer? Benni?\u201c Felicitas zuckte mit den Schultern. \u201eWei\u00df nicht, wie er hei\u00dft\u201c, antwortete sie. \u201eDer Typ, der vor ihr war.\u201c Sie deutete auf das j\u00fcngere M\u00e4dchen. \u201eEigentlich m\u00fcsstest du ihn gesehen haben, du warst ja fast direkt hinter ihm, bevor du uns vorgelassen hast.\u201c \u201eJa, das ist er\u201c, best\u00e4tigte das M\u00e4dchen. \u201eDer ist bei mir in der Klasse. Absoluter Vollidiot. Wollt ihr ihn dem Bademeister melden? \u00dcbrigens, ich bin Gina.\u201c<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Auch Anette und Felicitas nannten ihre Namen, und das j\u00fcngere M\u00e4dchen sagte mit leiser Stimme, dass es Mathilda hie\u00df. Anette und Felicitas wechselten einen Blick und zuckten mit den Schultern. Ganz sicher waren sie nicht, bis jetzt hatten sie sich darauf konzentriert, zu schauen, ob alles in Ordnung war.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u201eWahrscheinlich hatte er\u2019s gar nicht auf euch abgesehen, sondern auf mich\u201c, vermutete Gina nach einer kurzen Pause. \u201eDass ich euch vorgelassen hab, weil ich auf Marlene warten wollte\u201c, offenbar ihre Freundin, die gerade dazustie\u00df, \u201ehat er wohl nicht mitgekriegt. Euch kennt er ja gar nicht, da macht\u2019s nur halb so viel Spa\u00df.\u201c \u201eAuf jeden Fall voll daneben\u201c, meinte Marlene, nachdem Gina sie ins Bild gesetzt hatte. \u201eLass mich mal schauen!\u201c<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ohne auf eine Antwort zu warten, nahm sie Felicitas Mathildas Handgelenk aus der Hand, tastete es ab und testete vorsichtig die Beweglichkeit. \u201eSie ist Schulsanit\u00e4terin\u201c, erkl\u00e4rte Gina. \u201eUnd?\u201c, erkundigte sie sich bei ihrer Freundin. \u201eScheint nichts passiert zu sein\u201c, antwortete die. \u201eHat einfach nur wehgetan durch den Aufprall, aber kaputt ist nichts, glaube ich.\u201c \u201eDann kommt, wir suchen Benni!\u201c, forderte Gina die anderen auf. \u201eEr soll sich wenigstens entschuldigen.\u201c<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Da in der Zwischenzeit niemand auf ihn geachtet hatte, konnte Benni mittlerweile allerdings sonst wo sein. Viel Lust hatten Anette und Felicitas eigentlich nicht, ihm nachzulaufen, aber die Sache auf sich beruhen zu lassen, widerstrebte ihnen auch. Gina war sichtlich sauer, sie schien es pers\u00f6nlich zu nehmen, obwohl der Streich sie am Ende ja nicht getroffen hatte. Er hatte aber ihr gegolten, das glaubten Anette und Felicitas inzwischen auch.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u201eHabt ihr Zoff?\u201c, erkundigte Felicitas sich bei Gina, w\u00e4hrend sie auf der Suche nach Benni \u00fcber das Gel\u00e4nde streiften. \u201eNicht direkt\u201c, antwortete Gina. Ihr schien das etwas unangenehm zu sein, sie wollte aber nicht so unfair sein, Felicitas abzub\u00fcgeln, nachdem die mehr oder weniger f\u00fcr sie den Kopf hingehalten hatte. \u201eIch wei\u00df es auch nicht so genau. Ich meine \u2026\u201c Das Verh\u00e4ltnis schien kompliziert zu sein, Gina brauchte ein paar Augenblicke, um sich die Erkl\u00e4rung zurechtzulegen. \u201eIch wei\u00df nicht, ob er wirklich in mich ist\u201c, sagte sie dann. \u201eAuf jeden Fall will er, dass ich ihn bemerke.\u201c \u201eUnd was hat er davon?\u201c, wunderte sich Anette. \u201eWenn du dann blo\u00df sauer auf ihn bist \u2026\u201c Gina zuckte mit den Schultern. \u201eFrag mich nicht, was in seinem Kopf vorgeht! Ich glaube, ich will\u2019s gar nicht wissen.\u201c<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u201eDa!\u201c, unterbrach Marlene sie und deutete zum Sprungturm, wo Benni in der Schlange stand, noch drei andere Jungen zwischen sich und dem Fu\u00df der Leiter. \u201eDa ist er!\u201c<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Benni hatte sie noch nicht bemerkt, weil sie noch etwas entfernt waren und nicht direkt in seiner Blickrichtung. Wahrscheinlich rechnete er auch nicht damit, dass sie nach ihm suchten; aus seiner Sicht war ja nichts Wichtiges passiert.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wenig sp\u00e4ter hatten die M\u00e4dchen ihn erreicht und kreisten ihn ein. Felicitas zog Mathilda leicht an sich, die zwar mitgekommen war, sich jetzt aber doch unsicher zu f\u00fchlen schien. \u201eDer tut dir nicht noch mal was\u201c, fl\u00fcsterte sie ihr zu.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u201eWas sollte die Aktion eben?\u201c, ging Gina ihren Klassenkameraden frontal an. \u201eGlaubst du, mit so was kannst du bei mir landen?\u201c Felicitas sah ein kurzes Zucken in Bennis Augen, das verriet, dass Gina einen wunden Punkt getroffen hatte, auch wenn er versuchte, sich nichts anmerken zu lassen. \u201eVergiss es!\u201c, schloss Gina w\u00fctend.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u201eQuatsch!\u201c, sagte Benni. \u201eIch bin h\u00e4ngen geblieben. Wollte mich umdrehen und bin dabei irgendwie dann quer gewesen. Kann ich doch nichts daf\u00fcr, wenn die hinter mir nicht gucken, ob die Rutsche frei ist!\u201c \u201eMathilda hat gewartet, bis die Ampel gr\u00fcn war\u201c, stellte Felicitas klar. \u201eDas hab ich genau gesehen. Und du hast auch nicht gerufen, dass sie noch nicht rutschen soll. Au\u00dferdem hast du versucht, zu verhindern, dass wir dich wegschieben.\u201c<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Benni geriet zunehmend in Bedr\u00e4ngnis, wollte sich aber vor allem vor Gina keine Bl\u00f6\u00dfe geben. \u201eIst doch Unsinn\u201c, betonte er. \u201eUnd warum macht ihr \u00fcberhaupt so einen Aufstand, ist doch nichts passiert.\u201c \u201eDoch, es ist was passiert\u201c, widersprach Gina fest. \u201eMathilda hat sich wehgetan. An der Hand, als sie gegen dich geknallt ist. Du hast Gl\u00fcck, dass sie sich nicht verletzt hat. Und untergetaucht hast du sie auch noch.\u201c \u201eKonnte nicht mehr ausweichen\u201c, behauptete Benni. \u201eIst eben passiert.\u201c \u201eMann, was glaubst du, was sie f\u00fcr eine Angst hatte, als sie nicht hochgekommen ist?\u201c, fauchte Gina. Wenn Benni nicht sowieso schon l\u00e4ngst untendurch gewesen w\u00e4re bei ihr, dann sp\u00e4testens jetzt. \u201eVersetz dich doch mal in ihre Lage!\u201c \u201eUnd was soll ich jetzt machen?\u201c, fragte Benni zur\u00fcck. \u201eIst doch alles vorbei.\u201c \u201eDu k\u00f6nntest wenigstens so tun, als ob\u2019s dir leidtut\u201c, versetzte Gina. \u201eAber spar dir die M\u00fche, keiner will eine geheuchelte Entschuldigung. Lass uns einfach in Ruhe!\u201c<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Damit lie\u00dfen sie Benni stehen und liefen zur\u00fcck zum Nichtschwimmerbecken. \u201eAm liebsten w\u00fcrde ich ihn zum Bademeister schleifen, damit wir ihn wenigstens heute nicht mehr sehen\u201c, sagte Gina unterwegs. \u201eDer verdirbt einem ja alles! Aber bringt nichts, f\u00fcr so was schmei\u00dfen die keinen raus, und wir k\u00f6nnten\u2019s auch nicht beweisen.\u201c \u201eDass ich mit ihm zusammengesto\u00dfen bin, k\u00f6nnten wir schon beweisen\u201c, korrigierte Felicitas. \u201eAber das w\u00e4re viel zu viel Aufwand f\u00fcr den.\u201c Gina schaute sie skeptisch an. \u201eWie willst du das denn beweisen?\u201c<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p><i>Wei\u00dft Du, wie Felicitas beweisen k\u00f6nnte, dass sie in der Rutsche mit Benni zusammengesto\u00dfen ist?<\/i><\/p><p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"alternateEndHeader\" onclick=\"toggleElement('solution');\">Aufl&ouml;sung<\/p>\n<div id=\"solution\" style=\"display:none;\">\n<p>\u201eAls ich auf ihn draufgerutscht bin, bin ich mit dem Bein ziemlich heftig \u00fcber seinen Oberschenkel\u201c, erkl\u00e4rte Felicitas. \u201eUnd die Schnalle von dem Band am Schl\u00fcssel ist ein bisschen verbogen. Ich hab deutlich gesp\u00fcrt, wie die eine Ecke ins Fleisch gedr\u00fcckt worden ist. Dann muss die andere Ecke genauso fest \u00fcber sein Bein geratscht sein. Ich wette, er hat eine frische Wunde am Oberschenkel, man hat\u2019s nur nicht gesehen, weil er die Hose wieder runtergezogen hat. Auf der Rutsche hatte er sie hochgekrempelt. Keine Ahnung, vielleicht k\u00f6nnte die Polizei sogar Spuren von seinem Blut an der Schnalle finden. Wenn er dich wieder \u00e4rgert, kannst du ja behaupten, ich h\u00e4tte den Schl\u00fcssel zur Polizei gebracht, damit er untersucht wird. Dann kriegt er mal einen Schreck, verdient h\u00e4tte er\u2019s.\u201c<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<style>\n\t.alternateEndHeader {\n\t\twidth: 100%;\n\t\tpadding: 5px;\n\t\tmargin-bottom: 5px;\n\t\tborder: 1px solid darkgrey;\n\t\tborder-radius: 5px;\n\t\tcursor: pointer;\n\t}\n<\/style>\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eAlles drin?\u201c, erkundigte Felicitas sich bei ihrer gleichaltrigen Cousine und besten Freundin. Anette nickte. \u201eAlles drin\u201c, best\u00e4tigte sie. 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